Formel 1 / Analyse

Australien 2006: Chaos im Park

Dreher, Mauerküsse und Karambolagen: Der Australien GP 2006 mag nicht der Auftakt-GP gewesen sein. Spannend war er aber allemal.
von Stephan Heublein

Motorsport-Magazin.com - Die Gegensätze könnten kaum größer sein: Eine grüne Idylle im Herzen von Melbourne, die Weltkugel mit den GP-Austragungsorten dreht sich munter um die eigene Achse und rundherum knirscht, splittert und fliegt das Karbon nur so durch den Albert Park.

"Es gab vier Safety Car Phasen, Unfälle ohne Ende und die Fetzen sind nur so geflogen", analysierte Niki Lauda. "Das Rennen war es schon wert angesehen zu werden."

Ein schrecklich souveräner Sieg

Der 2. Saisonsieg für den Champion. - Foto: Sutton

Einer ließ sich von all den chaotischen Umständen genauso wenig beeindrucken, wie von den erfolglosen Versuchen der Konkurrenz ihm den zweiten Saisonsieg streitig zu machen: Fernando Alonso eilte von Startplatz drei zu einem niemals gefährdeten Triumph.

"Unglaublich", staunte sein Renningenieur Rod Nelson. "Er hatte alles unter Kontrolle und erzählte uns noch aus dem Cockpit heraus, dass er sich im Laufe des dritten Turns - also vom zweiten Tankstopp bis ins Ziel –prächtig erholt habe. Er bleibt dabei ziemlich cool."

Aus dem Mund des amtierenden Weltmeisters hörte sich das so an: "In den letzten Runden konnte Kimi Räikkönen mir noch einmal nahe kommen, doch das war völlig ungefährlich: Ich hatte bereits Tempo herausgenommen und schonte meinen Motor für den Großen Preis von San Marino." Das führte unter seinen Ingenieuren zu erhöhter Unruhe. "Aber ich konnte sie über Funk beruhigen. Ehrlich gesagt: Sehr schwierig war das Rennen für mich nicht. Als ich in Führung lag, ging unsere Strategie auf."

Diese Strategie beinhaltete einen Chassisvorteil des R26: "Unser Auto bringt die Michelin-Reifen einfach besser und schneller auf Temperatur. Unsere Strategie, die Pneus aggressiv zu nutzen, hat sich ausgezahlt."

Der einzige Gegner, den der Spanier nicht abschütteln konnte, war Bernd Mayländer im inflationär häufig genutzten Mercedes Safety Car. "Ich sollte bis zu meinem ersten Boxenstopp einen Vorsprung von 20 Sekunden herausfahren. Damit machte ich auch gute Fortschritte, doch jedes Mal kam mir eine Safety-Car-Phase in die Quere", klagte der Flüchtling mit der Startnummer 1. "Schon war mein Vorteil wieder dahin."

Der Familienkrach fiel glimpflicher aus. - Foto: Sutton

Laut Nelson hatte Fernando aber kein Problem damit die nächste Spitzenrunde aus dem gelb-blauen Ärmel zu schütteln. "Immer, wenn er schnelle Runden fahren musste, schüttelte er fantastische Zeiten aus dem Ärmel. Keine Hindernisse, keine Probleme."

Eine schrecklich nette Familie

Zum dritten Mal gingen in Melbourne zwei Red Bull Teams in der Königsklasse an den Start. Es war aber das erste Mal, dass sich Red Bull Racing und die Scuderia Toro Rosso auf der Rennstrecke und danach im Schiedsgerichtssaal duellierten.

"Neben der Strecke sind wir eine große Familie, aber auf der Strecke sind wir Konkurrenten", lautet das Motto der Red Bull F1-Familie. Oder wie Christian Klien sagt: "Jedes Team agiert auf der Rennstrecke vollkommen eigenständig. Dass heißt auch, dass wir Fahrer, wenn auch privat befreundet, auf der Rennstrecke Konkurrenten sind."

In Melbourne lieferten sie dafür den Beweis: In mehreren Anhörungen mit den Rennstewards rangelten David Coulthard und Scott Speed um den achten Platz und somit den letzten WM-Punkt. Am Ende bekam der Schotte den heiß begehrten Zähler zugesprochen, da Speed ihn unter Gelb überholt hatte.

"Die Stewards haben alleine gehandelt, es gab keinen Protest von unserer Seite", versuchte David Coulthard den Familienfrieden zu wahren. "Nein, es kam nicht vom Team", wiederholte Sportdirektor Christian Horner zu. "Das ist eine Entscheidung der Stewards. Sie haben den Zwischenfall gesehen und David sprach am Funk mit uns darüber, vielleicht haben sie es also auch gehört. Er war verständlicherweise darüber aufgebracht."

Kein Reifen der F1-Welt hätte Schumacher retten können. - Foto: Sutton

Das traf auch auf Scott zu, der durch die 25 Sekundenzeitstrafe seinen ersten WM-Zähler sowie jenen seines Teams verlor. Kein Wunder, dass Speed keinen besonders netten Umgangston im Gespräch mit Uncle David anwendete. Der STR-Pilot erhielt für eine "beleidigende Wortwahl gegenüber seines Mitbewerbers" während der Anhörung bei den Stewards eine Geldstrafe von 5.000 Euro. Dieser Vorfall war laut den Rennkommissaren "absolut inakzeptabel".

Ein schrecklich harter Reifen

Als nicht minder inakzeptabel müssen die vielen Tifosi die Leistung ihrer roten Renner aus Maranello empfunden haben. Dabei kann sich niemand bei Ferrari darauf hinausreden, dass man nicht gewusst hätte, dass die Temperaturen in Melbourne besonders kühl sein würden. Denn das war das Thema Nummer 1 im Vorfeld des Grand Prix.

Das Wissen um die Wetterverhältnisse schützte die Roten aber nicht vor einer falschen Reifenwahl. "Schumacher hatte die falschen Reifen gewählt - nämlich die harten - und war langsam unterwegs", analysierte Niki Lauda. "Für Ferrari war das Wochenende wirklich ein Desaster."

Ralf Schumacher zweifelte die Reifenwahl der Scuderia schon am Samstag nach dem enttäuschenden roten Qualifying an. "Ferrari trifft immer sehr eigenwillige Reifen-Entscheidungen, die für uns nur sehr schwer nachvollziehbar sind", sagte der Toyota-Pilot. Der dritte deutsche Bridgestone-Fahrer, Nico Rosberg, bezeichnete den Ferrari-Weg mit den harten Reifen als "optimistisch". "Man musste die Wetterveränderung ja vorhersehen."

Christian Danner fasste das Reifenchaos treffend zusammen: "Heute hat Ferrari sich selbst ins Knie geschossen. Die Entscheidung für die harten Reifen war definitiv falsch."

Massa erlebte gleich zwei heftige Unfälle. - Foto: Sutton

Und warum? Lassen wir Michael Schumacher selbst die Antwort geben. "Wir hatten hauptsächlich Probleme die Reifen auf Temperatur zu bringen", erläuterte der Ex-Champion. "Das war für alle Bridgestone-Fahrer schwierig, aber für uns war es noch schwerer, weil wir Reifen gewählt haben, die im Verhältnis zu den anderen zwar besser im Rennen waren, dafür aber schwerer auf Temperatur zu bringen sind." Doch nur wenn sie die richtige Temperatur hatten, haben sie auch funktioniert. Ferrari wurde also vom befürchteten Toyota-Syndrom der ersten Rennen geschlagen. Verschlimmert wurde dies durch die vielen Safety-Car Phasen, während denen die Pneus wieder abkühlten. "Deshalb war es gar nicht möglich die Reifen auf Temperatur zu halten."

Rennanalyse: Ein schrecklich chaotisches Rennen

Der Malaysia GP war im Vergleich zum Auftaktrennen in Bahrain eine Schlaftablette. Der Australien GP war jedoch ein Aufputscher allerbester Güte. "Es hat ziemlich oft gekracht, es wurden viele Fehler begangen und am Ende hat auch noch die Technik gestreikt", nannte Danner die vielen Ereignisse, die das Rennen interessant machten. "So etwas sieht man selten."

Recht hat er: Schon am Start krachte es gleich an mehreren Stellen im Feld. Aber danach war noch lange nicht Schluss. Im Gegensatz zu einem atypischen F1-Rennen, bei dem nach dem Start und einem eventuellen Startunfall nichts mehr geschieht und nur noch die Boxenstopps für Positionswechsel sorgen, krachte es im Chaos Park von Melbourne munter weiter.

Klien nahm die falsche Abzweigung. - Foto: Sutton

Ganze vier Mal musste Bernd Mayländer mit seinem silbernen Safety-Car ausrücken und das Feld zusammenführen. Und auch nach dem mit Überholmanövern, Unfällen sowie kuriosen Szenen wie dem Dreher von Juan Pablo Montoya in der Einführungsrunde gespickten Rennen, war die Spannung noch lange nicht vorüber. Bis die Stewards über die Streitfälle Coulthard/Speed sowie Liuzzi/Villeneuve entschieden hatten, mussten einige Fahrer um ihre Punkte bangen.

Teamanalyse: Schrecklich schnelle Franzosen

Renault Drittes Rennen, dritter Sieg. Auch wenn die Gelb-Blauen diesmal eine Wiederholung des Doppelerfolges von Malaysia verpassten, spulten sie die dritte Machtdemonstration des Jahres ab. Fernando Alonso fuhr einen niemals gefährdeten Sieg ein und sicherte den Franzosen die Führung in beiden WM-Wertungen. In dieser Form scheint Renault beinahe unschlagbar. Nur Giancarlo Fisichella verfiel nach seinem Sieg in Sepang wieder in seine alte Pechsträhne: Er kam am Start nicht weg und konnte danach auf seiner Aufholjagd nicht so glänzen wie Alonso oder Räikkönen bei ihren Fahrten durch das halbe Feld. Wenn es also Verbesserungspotenzial bei der Briatore-Truppe gibt, ist dieses beim Italiener zu suchen.

Kimi Räikkönen hatte wieder kein problemfreies Rennen. - Foto: Sutton

McLaren Obwohl die Silberpfeile nicht so schwer betankt waren, wie dies viele Experten erwartet hatten, konnten sie im Rennen den erwarteten Speed mitgehen. Bei Kimi Räikkönen sorgte abermals ein technisches Problem für viele verlorene Sekunden im Fernduell mit Alonso. Wie am Nürburgring im Vorjahr hatte sich der Finne das Problem durch einen Verbremser selbst eingebrockt. Im Gegensatz zu den mächtigen Patzern seines Teamkollegen war das jedoch ein Kinderspiel. Die Fehlerliste des Kolumbianers liest sich wie eine Don't-Do-Liste des Rennsports: Ein Dreher in der Einführungsrunde, ein Dreher vor der 1. Safety-Car Phase, ein Ausritt neben die Strecke, einmal Überholen bei gelber Flagge... Juan Pablo Montoya hat seine zahlreichen Kritiker im Fahrerlager mit viel Munition für die dreiwöchige Pause bis Imola versorgt. Sollte bei McLaren einmal alles glatt laufen, könnten die Chrompfeile den gelb-blauen Raketenstartern aber sicherlich gefährlich werden.

Ferrari Die Scuderia hat sich in Melbourne unter Wert geschlagen, wobei Danners Einschätzung durchaus zutreffend ist: Mit der falschen Reifenwahl trieb man diesen Zustand selbst voran. Bis zum ersten Heimrennen der Saison in Imola müssen die Roten jetzt versuchen ihre Reifenaufwärmprobleme unter kühlen Bedingungen zu beheben. Denn auch beim San Marino GP werden keine tropischen Temperaturen herrschen. Zudem kündigten die Italiener einen rundum erneuerten 248 F1 an, der Michael Schumacher wieder an die Spitze bringen soll. Zumindest auf der Motorenseite gab es in Melbourne keine Probleme. Felipe Massa konnte hingegen seine gute Form von Sepang nicht fortsetzen. Sein Rennen war durch seinen zweiten Unfall des Wochenendes, bereits in Kurve 1 beendet. Zusammen mit Schumachers Abflug fabrizierten die Roten in Down Under also einen gehörigen Anteil des Karbonschrotthaufens.

Eine Zehntelentscheidung sicherte Button den Ausfall. - Foto: Sutton

Honda Vor Bahrain und Malaysia spukten die Japaner große Töne vom ersten Sieg. In Melbourne wurden sie von alleine leise. Selbst nach der dritten Pole für Jenson Button nahm niemand das Wort vom ersten Triumph in den Mund. Wie weise diese Entscheidung war, beweist die fehlende Konkurrenzfähigkeit des RA106 unter Rennbedingungen. Jenson Button konnte weder Alonso noch Räikkönen halten und hatte auch gegen Nick Heidfelds F1.06 nichts auszurichten. Am Ende spielte all das keine Rolle, da sein Motor wenige hundert Meter vor der Ziellinie in Flammen und Rauch aufging. Das Team reagierte schnell und opferte die Melbourne-Pünktchen für einen straffreien neuen V8 in Imola. David Coulthard hätte sich in Bahrain sicherlich einen ähnlichen Funkspruch gewünscht, als er nach der Linie mit einem Motorschaden ausrollte. Honda ist jedoch ein gebranntes Kind: Vor einem Jahr fabrizierten sie im Albert Park einen taktischen Doppelausfall, um beiden Fahrern ein frisches Triebwerk für Malaysia zu verschaffen - diese gingen dann beide nach nur drei Runden über den Jordan. Für Rubens Barrichello verlief der Australien GP besser als die ersten beiden Rennen. So richtig glücklich konnte der Brasilianer trotzdem nicht sein. Besonders sein Ausscheiden in der ersten Qualifying-Session schockierte die Honda-Anhänger. Rubinho möchte seine Honda-Saison nun beim Europaauftakt richtig beginnen.

BMW Sauber Nach den ersten Punkten in Sepang, gab es in Melbourne die erste doppelte Zielankunft. Was in Malaysia noch von einem Motorschaden verhindert wurde, war nun ohne Probleme möglich. Die provisorisch verbesserten V8 scheinen die notwendige Zuverlässigkeit wiederhergestellt zu haben. Die Rennpace der Weiß-Blauen lässt in Zukunft sogar auf weitere doppelte Punkteplatzierungen und vielleicht bald den ersten Podestplatz hoffen. Was Toyota und Ralf Schumacher können, dürfte für Nick Heidfeld und Jacques Villeneuve ebenfalls im Bereich des Möglichen liegen. Der Kanadier scheint mit dem konkurrenzfähigeren F1.06 geradezu aufzublühen: Die Probleme des Vorjahres sind jedenfalls verflogen. Nick Heidfeld bleibt dennoch eine Klasse für sich. Das gilt allerdings auch für den polnischen Freitagstester Robert Kubica, der in Melbourne zum dritten Mal eine Klassevorstellung ablieferte.

Bei BMW war die F1-Welt in Ordnung. - Foto: Sutton

Toyota Innerhalb weniger Wochen durchlebte Toyota das volle Programm vom katastrophalen Desaster zur unerwarteten Überraschung. Ging in Sakhir noch überhaupt nichts zusammen, konnte Ralf Schumacher in Melbourne aufs Podium fahren. zu verdanken hat man diesen Reisensprung einer neuen Bridgestone-Reifenmischung, die unter den am Sonntag vorherrschenden kühleren Bedingungen genau richtig war. Jetzt heißt es den TF106 zu verbessern und gleichzeitig die richtigen Reifen für die nächsten Rennen zu finden. Dann könnten die Weiß-Roten den enttäuschenden Saisonstart als kleinen Ausrutscher vergessen machen. Bei den Fahrern erhielt Jarno Trulli nach einer Anfangskollision mit David Coulthard keine Chance sein Können zu beweisen und das Toyota-Ergebnis noch einmal zu verbessern. Aber das Selbstvertrauen ist bei den Japanern ungebrochen gut: Schon in Malaysia sprach man wieder von Podestplätzen.

Williams Beim Saisonstart in der Wüste von Bahrain war Williams die Überraschung schlechthin. Danach schlichen sich sowohl in Malaysia als auch Australien die bereits vor Saisonbeginn befürchteten technischen Defekte ein. Das Getriebe und der hoch gelobte Cosworth-Motor verweigerten ihren Dienst. Zudem hatte Nico Rosberg das Pech in der ersten Kurve in die Startkollision mit Klien und Massa verwickelt zu werden. Mark Webber schied in Führung liegend bei seinem Heimrennen aus. Ansonsten wäre vielleicht ein Podestplatz drin gewesen. Die Performance von Ralf Schumacher hätte der Aussie sicherlich auch bieten können. In Grove gilt es nun also an der Zuverlässigkeit zu arbeiten.

Viel Schrott bei Red Bull. - Foto: Sutton

Red Bull Racing Zum zweiten Mal in Folge erwischte es Christian Klien in Runde 1: Nach der Kollision mit Kimi Räikkönen in Malaysia, geriet er diesmal mit Felipe Massa und Nico Rosberg aneinander. David Coulthard fuhr unterdessen abermals ein unauffälliges Rennen und sicherte sich nur durch die nachträgliche Entscheidung am grünen Tisch den achten Platz und damit seinen ersten Saisonzähler. Der Speed des RB2 reichte teilweise noch nicht einmal aus, um mit dem modifizierten Vorjahresboliden des Schwesterteams mitzuhalten.

Scuderia Toro Rosso Für einige wenige Stunden durfte sich Toro Rosso über den ersten Punktgewinn in der Teamgeschichte freuen. Dann kamen die bösen Bullenbrüder aus Milton Keynes und nahmen den Jungbullen das lieb gewonnene Spielzeug wieder weg. Die Leistung von Tonio Liuzzi und Scott Speed war dennoch ansprechend. Liuzzi konnte sogar mit einem frechen Überholmanöver gegen den strauchelnden Michael Schumacher glänzen. Später landete er spektakulär in der Mauer. Er selbst schiebt die Schuld auf Jacques Villeneuve, der ihn angeblich abgedrängt haben soll. Die Stewards fanden dafür keine Beweise. Nach den eher enttäuschenden ersten beiden Rennen, lieferten die STR-Fahrer in Down Under sehr wohl einen Beweis für ihre Leistungsfähigkeit ab.

MF1 Racing Die Leistungsfähigkeit von Midland und deren M16 hält sich derweil stark in Grenzen. Zusätzlich macht auch die Standfestigkeit den beiden Fahrern zu schaffen. Zwar betont man immer wieder gerne, dass man schneller, besser und irgendwie sehr viel konkurrenzfähiger sei, aber die Ergebnislisten sprechen jedes Mal eine andere Sprache. Ohne Ausfälle in den vorderen Reihen - und zwar sehr viele Ausfälle - hat MF1 keine realistische Chance auf WM-Punkte. Der vorletzte Platz scheint für sie reserviert zu sein.

Mit Honda kann sich Super Aguri noch nicht messen. - Foto: Sutton

Super Aguri Nach zwei zufrieden stellenden Rennwochenenden, waren die Japaner ausgerechnet mit der ersten doppelten Zielankunft nicht so richtig glücklich. Nichtsdestotrotz konnten sie wieder eines ihren Ziele von der Aufgabenliste streichen. Die Ehrlichkeit haben sie ohnehin gepachtet: Yuji Ide gibt nach jedem Rennen nicht nur seine Fehler, sondern auch seinen großen Rückstand zu den anderen Piloten zu.

Ausblick: Die Renault-Show - Teil IV?

Die drei Überseerennen zu Saisonbeginn standen ganz im Zeichen von Renault. "Man muss Renault wirklich ein Kompliment machen", lobte Niki Lauda. "In drei Rennen haben sie bei Alonso bis auf zwei Zähler die maximale Punktzahl eingefahren. Besser geht es fast nicht."

"In der Tat. 28 von 30 möglichen Punkten aus den ersten drei Saisonläufen mitzunehmen, das ist ein fantastisches Ergebnis", schloss sich WM-Spitzenreiter Fernando Alonso dem Österreicher an. "Ich hoffe, dass ich diese Erfolgssträhne in Europa fortsetzen kann."

Die Konkurrenz hofft hingegen genau dies verhindern zu können. Michael Schumacher möchte dies erreichen, indem Ferrari "überall schneller" wird. Im letzten Jahr, ist ihnen das zum Rennen in Imola geglückt. Trotz einer an sich völlig verkorksten Saison, erlebte Ferrari beim ersten Heimspiel das beste Rennen des Jahres.

Allerdings hätte den San Marino GP2005 normalerweise jemand anderes als Fernando Alonso vor Michael Schumacher gewinnen müssen: Kimi Räikkönen lag bis zu seinem Ausfall deutlich auf Siegkurs. Wenn das Glück endlich zum Finnen zurückfindet oder sich wenigstens das Pech verzieht, könnte er sich diesen verlorenen Triumph schon in drei Wochen zurückholen.

Sein Team ist jedenfalls von der Performance des silbernen Pakets überzeugt. "Vom Speed her haben wir die Lücke zu Renault geschlossen", sagte Norbert Haug. "Das Paket stimmt." Dem konnte Ron Dennis nur beipflichten: "Wir haben die Siegfähigkeit zurückerlangt und haben jetzt die Möglichkeit in Zukunft ein Rennen zu gewinnen."


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