Das Formel-1-Wochenende in Austin ist äußerst wichtig für Cadillac. Es finden zwar drei Rennen in den Vereinigten Staaten von Amerika statt, aber nur eines davon trägt den Namen "Große Preis der USA". Deshalb bringt das Team noch ein paar neue Teile – aber nicht, um sich dem Mittelfeld anzunähern. "Damit wollen wir ein bisschen experimentieren, um der Entwicklung des 2027er-Autos zu helfen", verriet Technikdirektor Nick Chester im Vorfeld.
"Wir konzentrieren uns mehr auf nächstes Jahr", bestätigt Sergio Perez in Austin. Der erfahrene Mexikaner, der nächste Woche in seiner Heimat seinen 300. GP-Start feiern wird, weiß, dass die erste Saison nicht einfach für seine Mannschaft war. Nur bei sieben der bisherigen 17 Grands Prix erreichten beide Fahrer das Ziel. Hinzu kommt, dass die Bremsen des MAC-26 wiederholt unvermittelt Feuer fangen. Doch selbst Perez hatte nicht damit gerechnet, dass die Entwicklung so schleppend verlaufen würde.
"Einfach alle Puzzleteile zusammenzusetzen, bis man eine wirkliche Verbesserung in der Performance des Autos spürt", beschreibt er die Schwierigkeiten. "Alles in der Formel 1 braucht leider so viel Zeit. Mit der Budget-Obergrenze bist du sehr eingeschränkt, wenn du etwas schnell ändern willst. Vor allem, wenn du ein neues, kleineres Team bist." Mit der Kritik am Kostendeckel ist er nicht allein. Williams-Teamchef James Vowles forderte im Rahmen des Singapur-GP eine Reform. Alles dazu lest ihr in diesem Artikel:
Perez lobt sich selbst: Fahre in diesem Jahr auf Top-Level!
Obwohl Cadillac ihm nicht das beste Material an die Hand gibt, ist Perez überzeugt, dass er eine der besten Saisons seiner 15-jährigen Formel-1-Karriere fährt. "Das Level, auf dem ich bisher gefahren bin, war wirklich top. Ich habe in schwierigen Bedingungen und zu schwierigen Zeitpunkten das Maximum aus dem Auto geholt. Uns fehlt es an nichts auf der Fahrer-Seite", lobt sich der sechsfache GP-Sieger, der sich derzeit auf dem letzten Platz in der WM-Wertung wiederfindet, selbst.
Tatsächlich hatte er seinen Teamkollegen Valtteri Bottas insbesondere beim letzten Triple-Header klar im Griff. Im bisherigen Saisonverlauf hat sich der 36-Jährige als der stärkere der beiden Fahrer erwiesen. In Monaco hätte er die ersten Punkte für Cadillac geholt, wurde aber wegen mehrere Startstrafen zurückgeworfen. Das beste Team-Ergebnis bleibt daher Bottas' 13. Platz in China.
Dass seine Leistungen aufgrund der fehlenden Konkurrenzfähigkeit des Autos bei den Fans kaum Beachtung finden, stört Perez nicht. "Mein Team und alle, die diesen Sport wirklich verstehen, wissen es", stellt Perez klar. "Und am wichtigsten: Ich weiß es selbst. Ich gehe glücklich nach Hause, wenn ich weiß, dass ich an einem Wochenende alles gegeben habe, egal wie das Resultat aussieht. Es ist wichtiger für mich, dass ich 100 Prozent gebe."
Cadillac stellt mit Update-Experiment die Weichen für 2027
Mit dem experimentellen Update will Cadillac die Grundlage für das kommende Jahr schaffen, für das Perez großes Potenzial sieht: "Wir erwarten einen großen Schritt. Das ist das Ziel. Wenn wir ein bisschen mehr Performance bekommen und die Lücke zum Mittelfeld schließen können, können wir durchstarten."
Dass das Team auf einem höheren Level performen kann, davon ist Perez überzeugt, denn: "Wir überperformen bereits jetzt, das Auto ist nur zu weit weg. Wenn wir in den Rennen etwas näher herankommen, können wir eine gute Show liefern." Tatsächlich startete Cadillac nicht allzu schlecht in die erste Saison. Regelmäßig lag Cadillac vor den beiden Aston Martins und übertraf damit die eigenen Erwartungen. Während sich das Team um Adrian Newey aber durch Updates steigern konnte, blieben vergleichbare Fortschritte bei Cadillac aus.
"Es fehlt uns an allem", erklärt der Mexikaner die Mängel. "Es ist nicht nur Downforce, wir haben auch ein schlechtes Fahrverhalten. Aber wir sind auch nicht aerodynamisch effizient. Diese drei Faktoren sind unsere größten Probleme." An diesen Schwachstellen will Cadillac bis 2027 arbeiten, um bereits zum Saisonauftakt konkurrenzfähiger zu sein. Dennoch glaubt Perez, dass sich die Änderungen erst im zweiten Halbjahr bemerkbar machen werden. Er möchte aber auch eine Verbesserung über das Jahr hinweg sehen: "Wenn wir das schaffen, dann sind wir in einer guten Position für regelmäßige Punkteergebnisse."
Zwei Wochen nach seinem Eigentor im Formel-1-Rennen von Singapur legt Lewis Hamilton Rechenschaft ab: "Tut weh, aber so zu denken hat mich so weit gebracht."



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