Seit Ferrari beim ersten Test der neuen Formel-1-Ära 2026 mit einem sich auf den Kopf stellenden "Macarena"-Heckflügel auftauchte, ist dieses Thema Gegenstand von Diskussionen. Auch aufseiten der Regelhüter der FIA. Mit der letzten Überarbeitung des Technischen Reglements für 2027 wurden nun neue Zeitlimits für den Mechanismus festgelegt. Aber nicht, um die kreative Lösung zu unterbinden.
Konkret wird für 2027 das Zeitlimit verkürzt, in denen die Front- und Heckflügel der Autos von Corner Mode (geschlossen) auf Straight Mode (offen) wechseln müssen. Dieses Limit war in diesem Jahr bei 400 Millisekunden festgelegt worden. 2027 wird es auf 300 Millisekunden verkürzt.
Für konventionelle Aktivierungsmechanismen sollte das kein Problem sein. Sie müssen die Flügel lediglich nach oben oder unten klappen. Der Weg, den der Mechanismus zurücklegen muss, ist kurz. Anders aber die "Macarena"-Heckflügel. Das Hauptelement komplett auf den Kopf zu rotieren, braucht mehr Zeit, sogar sichtbar mehr.
Wie lange, das variiert von Team zu Team. Schließlich nutzen die Teams, die solche Heckflügel entworfen haben, aktuell stark unterschiedliche Systeme. Ob McLaren mit einem mehrgelenkigen zentral auf der Stelle rotierenden, Red Bull und die Racing Bulls mit einem in eine andere Position schiebenden Mechanismus, oder Ferrari mit der besonders ungewöhnlichen Rotationseinheit innerhalb der Heckflügel-Endplatten. Wie die einzelnen Systeme funktionieren, wird hier erklärt:
Neue Limits kein Problem für bestehenden Formel-1-Designs
Diese Systeme schaffen es aber laut Informationen von Motorsport-Magazin.com aktuell alle, sich innerhalb der zukünftigen Grenze von 300 Millisekunden zu öffnen und zu schließen. Ein verhülltes Verbot bezwecken die Regelhüter der FIA mit dem Verschärfen des Limits nicht. Vielmehr ist der Hintergedanke, proaktiv Spielereien vorzubeugen.
Es könnte nämlich durchaus technischen Mehrwert bieten, ein System zu entwerfen, das aktiv das Limit voll ausreizt und womöglich etwa bessere Stabilität auf der Bremse schafft, wenn es sich schließt. Hier herumzuspielen ist aber in keiner Weise im Sinne des Erfinders. Weder in Sachen dafür aufgewandte Ressourcen noch in Sachen Sicherheit.
FIA will bei Formel-1-Heckflügel jetzt genauer hinschauen
Mit dem Macarena-Konzept hat das alles nichts zu tun. Diese Idee heißt man bei der FIA sogar gut, im Sinne des effizienten Reduzierens von Luftwiderstand. "Das geht vom Konzept her in die richtige Richtung", findet FIA-F1-Cheftechniker Jan Monchaux.
Was die FIA aber sehr wohl machen will, ist genauer hinschauen: "Denn wir haben gemerkt, dass es nicht trivial ist." Ferrari, Red Bull und McLaren haderten alle mit Schwierigkeiten bei der Umsetzung. Ferrari und McLaren zogen ihre Erstversionen nach ersten Tests zurück. Red Bull fand Probleme im Rennbetrieb, welche Max Verstappen für zwei Abflüge verantwortlich machte, ehe der Flügel für ein Wochenende aus dem Verkehr gezogen wurde, um mechanische Änderungen vorzunehmen.
Schon nach den Red-Bull-Abflügen nahmen FIA-Techniker im Rahmen ihrer Untersuchungs-Routine die Flügel genauer unter der Lupe. Das wird sich so weiterziehen. Mit Spannung bleibt abzuwarten, welche Teams 2027 nun nachziehen werden.
Während der laufenden Saison wagten sich wohl einige nicht an so ein Projekt, weil es sehr ressourcenintensiv ist und die Verhältnismäßigkeit relativ zu anderen Updates mitten in der Saison zu hinterfragen ist. Jetzt, wo Klarheit für 2027 herrscht, mag aber eine Eigenentwicklung - oder eine Kopie - für das nächste Jahr immer attraktiver erscheinen.



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