George Russell war beim Formel-1-Sprint in Singapur am Samstag der tragische Held. Der von Krisen und Pech gebeutelte Mercedes-Fahrer übernahm bei schwierigen Wetterbedingungen zunächst mit einem fulminanten Start die Führung von Max Verstappen. Sein Höhenflug überdauerte jedoch nicht einmal die erste Runde. Ein Fahrfehler und ein seltener Unfall holten Russell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

"Um ehrlich zu sein, habe ich es einfach falsch eingeschätzt. Ich kam aus der Kurve, ging aufs Gas und bekam aus der Batterie mehr Leistung, als ich erwartet hatte", erklärt Russell, der am Ausgang der letzten Kurve dazu auch noch zu viel von der feuchten Strecke ausnutzte und dabei einen regelrechten Kardinalfehler beging.

"Ich bin ein bisschen zu weit rausgekommen und habe dann die weiße Linie berührt. Und ja, die Regel Nummer eins bei Regen lautet: Berühre nicht die weißen Linien. Das war ein wirklich, wirklich dummer Fehler", erklärt der 28-Jährige, der diesen teilweise auch auf seinen starken Start zurückführte.

George Russell nach Sprint-Debakel selbstkritisch: Übermut führt zu Unfall

Von Startplatz zwei hatte er sich auf der schmutzigen Seite des Grids nach dem Sprint-Qualifying eigentlich nicht viel ausgerechnet. Der Regen änderte die Ausgangslage jedoch dramatisch. Im Nassen beschleunigte er Pole-Sitter Max Verstappen auf den Intermediates gleich beim Erlöschen der Ampeln aus und ging in Führung. Auf der Startrunde begann er sich dann auch sofort etwas abzusetzen.

"Ich war übermütig", gibt der achtfache Grand-Prix-Sieger zu, der auch schon vier Sprints für sich entscheiden konnte. "Ich habe mich verkalkuliert. [...] Es war ein blöder Fehler mit schweren Folgen", sagt er weiter. "Aber es ist mein erster Unfall in diesem Jahr. Es stört mich nur umso mehr, dass es mir in dieser Position passiert ist."

Der Sprint könnte gut und gerne Russells einzige Chance auf ein Erfolgserlebnis am 17. Rennwochenende der Saison in Singapur gewesen sein. Für das Rennen hat er wegen des Tauschs mehrerer Power-Unit-Komponenten eine Gridstrafe von 40 Plätzen. Dementsprechend wird er am Sonntag ganz hinten stehen. Für das Team bedeutet das immerhin, dass eine rechtzeitige Reparatur seines Mercedes zum Qualifying heute um 15:30 Uhr MESZ (21:30 Uhr Ortszeit) zumindest für seine Startposition am Sonntag nicht entscheidend sein wird.