Nach einer Woche der Fragezeichen um das in Baku eingeführte große Update gelingt Audi im Qualifying der Formel 1 in Malaysia am Samstag ein kleiner Befreiungsschlag. Den hatte man nicht ganz erwartet, aber am Ende war das Auto schnell genug für einen Top-10-Startplatz. Umsetzen konnte das jedoch nur ein Fahrer. Nico Hülkenberg bleibt erneut auf der Strecke.
Vor einer Woche in Baku waren noch beide Fahrer mit dem brandneuen Update in Q1 rausgeflogen, das schlechteste Qualifying-Ergebnis des Jahres. In Malaysia wurde es am Samstag in Q1 zwar erneut eng, aber auf den entscheidenden Runden konnten beide Fahrer gleich noch einmal mehrere Zehntel an Zeit finden.
Gabriel Bortoleto katapultierte sich bei ablaufender Uhr so bis auf den achten Platz nach vorn. Nico Hülkenberg war drauf und dran, es seinem Teamkollegen gleich zu tun, kam mit lockeren fünf Zehnteln Vorsprung auf den rettenden letzten Q2-Slot in der vorletzten Kurve an - und verbremste sich.
Nico Hülkenberg vergibt Chance, Gabriel Bortoleto feiert tolle Runden
"Ich bin sauer, von mir selbst enttäuscht, die Runde in Q1 habe ich nicht zusammenbekommen", weiß Hülkenberg. Fast seinen ganzen Puffer radierte er mit diesem einen Verbremser aus. Beinahe hätte es trotzdem gereicht, doch 87 Tausendstel fehlten Hülkenberg schließlich auf den rettenden P16, als er die Ziellinie überfuhr.
In der Startaufstellung darf Hülkenberg dank Strafen für Fahrer vor ihm immerhin um zwei Plätze auf P15 aufrücken. "Mit der Rennpace, die er gezeigt hat, und so gut, wie er kämpfen kann, sind wir denke ich morgen absolut mit zwei Autos dabei", zeigt sich Audi-Rennleiter Allan McNish da für Hülkenbergs Chancen in einem voraussichtlich heißen, reifenmordenden und volatilen Rennen mit mindestens zwei Boxenstopps weiterhin optimistisch.
Audis größere Hoffnungen werden aber auf Gabriel Bortoleto ruhen. Der schaffte es bis in Q3 und auf den zehnten Startplatz und muss dafür das Team und auch sich selbst loben: "Ich dachte, wir würden nicht schnell genug sein, um durchzukommen, und realistisch gesehen ist die Pace noch nicht da, aber wenn du gute Runden fährst, das Auto in einem guten Fenster ist und du dich wohlfühlst, dann kannst du manchmal Großartiges vollbringen."
Audi bringt schwieriges Baku-Update in Malaysia auf Kurs
Das Q3-Comeback nach der Schlappe von Baku und den Schwierigkeiten beim Abstimmen der neuen Teile ist für alle eine Erleichterung. "Danke auch an alle in der Fabrik, für die langen Nächte seit Baku, um zu verstehen, wo wir mit diesem Paket hinmüssen", sagt Bortoleto. "Es zeigt, dass wir auf Kurs kommen, und auch, dass wir Comebacks können."
"Maximiert haben wir es noch nicht, aber wir sind nah dran", schätzt Bortoleto die jüngsten Fortschritte mit dem Update-Paket ein. Nach der Baku-Pleite hatte das Team am Freitag in Malaysia zum zweiten Wochenende in Folge viel Aufwand betrieben, um Vergleichstests mit den alten Teilen zu fahren. Da das Paket sehr umfangreich ist, sind die erforderlichen Umbau-Maßnahmen kein Kinderspiel. Tatsächlich hatte Audi in der Nacht auf Samstag auch einen Sperrstunden-Joker gezogen, um dem Team an der Strecke Überstunden zu ermöglichen.
"Wir versuchen alles zu verstehen, und das ist auch für die Zukunft wichtig", weiß Bortoleto. "Bei zukünftigen Upgrades müssen wir uns sicher sein, dass wir daran glauben können, dass alles kommt, was wir erwarten."
Mercedes befindet sich in Malaysia am Samstag eher dort, wo Audi mit seinem Update vor einer Woche war. Hier haben die neuen Teile noch nicht gezündet. Alles über die Sorgen von Toto Wolff und seinen Fahrern gibt es hier:



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