Während die Formel 1 bereits den Rennkalender für 2027 bekannt gegeben hat, ist weiterhin unklar, wo die aktuelle Saison 2026 zu Ende gefahren wird. Geplant ist, Ende November in Katar zu starten und eine Woche später, am 6. Dezember 2026, in Abu Dhabi das Formel 1-Saisonfinale auszutragen.

Noch im Juli stellte F1-CEO Stefano Domenicali klar, dass eine Entscheidung "nicht vor Mitte September" fallen werde. Mittlerweile wurde diese Deadline auf Mitte Oktober verlegt. Laut Mattia Binotto ist das der allerspäteste Zeitpunkt: "Ich glaube nicht, dass es da allzu viel Spielraum gibt. Wie wir vergangenen Montag bei der Sitzung der F1-Kommission besprochen haben, ist Mitte Oktober der späteste Termin für eine solche Entscheidung."

In der F1-Kommision wurden bereits die Weichen für die Saison 2027 gestellt. Welche Änderungen in der nächsten Saison anstehen, liest du in diesem Artikel.

Doch warum zögert die Königsklasse die Entscheidung überhaupt so lange hinaus? Die Antwort: Abu Dhabi gehört zu den finanziell stärksten Partnern der Formel 1, weshalb man dem Veranstalter so lange wie möglich das Vertrauen aussprechen möchte. Auch Katar investiert massiv in die Rennserie – unter anderem erwarb der Staatsfonds Qatar Investment Authority (QIA) eine Minderheitsbeteiligung an Audi (Sauber Holding AG).

Schon seit 2025 gehört etwa ein Drittel des Formel-1-Teams von Audi Katar. Könnte die Marke noch mehr verkaufen? Gernot Döllner schließt das nicht aus, stellt aber klar: Die Führung wird man behalten.

Saisonfinale 2026: Imola als Plan B

Im Fahrerlager von Baku herrscht Zuversicht, dass die beiden Rennen auf der Arabischen Halbinsel wie geplant stattfinden können, wie Matthias Lauda während der Live-Berichterstattung des ORF zum 2. Freien Training verriet. Bereits am Mittwoch äußerte Lewis Hamilton seine Hoffnung auf die Austragung in der Golfregion: "Ich persönlich möchte gerne dort fahren, aber ich habe nicht alle Informationen und weiß nicht, wie groß das Risiko ist." Am Ende vertraue er darauf, dass Stefano Domenicali die richtige Entscheidung für den Sport treffe.

Sollten die Rennen ausfallen, sieht Plan B vor, das Finale am 6. Dezember im Autodromo Enzo e Dino Ferrari in Imola auszutragen. Die Vorbereitungen in der Emilia-Romagna laufen bereits – was seitens der Formel 1 nicht dementiert, jedoch als reine Vorsichtsplanung bezeichnet wird. Auch die in Italien zum Nikolaustag zu erwartenden Temperaturen im einstelligen Bereich schrecken die Verantwortlichen nicht von einem Grand Prix ab. In Imola sei es zu diesem Zeitpunkt immer noch wärmer als in Las Vegas, wo Mitte November nach Einbruch der Dunkelheit gefahren wird, betonte Mattia Binotto.

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F1-Finale in Imola: Nebel-Risiko und logistische Hürden

"Das ist kein echter Grund zur Sorge. Aus technischer Sicht könnte man vielleicht zunächst an Winterbedingungen oder sogar Schneereifen denken", so Binotto. Matthias Lauda kann dem Plan B wenig abgewinnen: "Zu diesem Zeitpunkt ist es dort sehr kalt. Doch das größte Problem ist der Nebel." Der Sohn von F1-Legende Niki Lauda spielte damit auf das Sicherheitsrisiko an: Kann der Rettungshelikopter bei dichtem Nebel nicht starten, darf auch keine Session auf der Strecke freigegeben werden.

Doch statt der winterlichen Kälte oder möglichem Nebel bereiten der Formel 1 vor allem Organisation und Logistik Kopfzerbrechen. Haas-Teamchef Ayao Komatsu gab in der offiziellen FIA-Pressekonferenz am Donnerstag zu bedenken: "Die Herausforderungen betreffen zum Beispiel auch Dinge wie die europäischen Motorhomes und die dazugehörige Infrastruktur. All die Leute, die sich normalerweise darum kümmern, haben im Winter andere Jobs. Wir müssten also andere Leute finden, die diese Aufgaben übernehmen."

Wegen der angespannten geopolitischen Lage in der Region mussten im Frühjahr bereits die Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien abgesagt werden. Seitdem haben die kriegerischen Handlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran nicht aufgehört. Aktuell ist auch der Dauerkonflikt im Jemen wieder entflammt, der regelmäßig bis nach Saudi-Arabien schwappt. Der Grand Prix von Bahrain wird daher im Anschluss an den GP von Aserbaidschan am 4. Oktober auf dem Sepang International Circuit in Malaysia nachgeholt.

Die WEC hat die beiden Saisonrennen in Katar und Bahrain bereits abgesagt. Mehr dazu in diesem Artikel: