Wenn die Formel 1 ihren nächstjährigen Rennkalender veröffentlicht, schaut die gesamte Motorsport-Welt hin. Die Verantwortlichen der F1 lassen sich mit ihren mittlerweile 24 Grands Prix üblicherweise nicht auf Kompromisse ein, während kleinere Rennserien ihre Termine häufig untereinander abstimmen, um Überschneidungen zu vermeiden - was mal mehr und mal weniger gut funktioniert.
Rennserien-Promoter rund um den Globus dürften vom diesmal wegen des Nahost-Konflikts spät veröffentlichten Formel-1-Kalender für die Saison 2027 freudig überrascht gewesen sein. Zwischen den 24 geplanten Grands Prix und allen relevanten 24-Stunden-Rennen kommt es nächstes Jahr zu keinerlei Terminkollisionen! Auch das berühmte Indy 500 in den USA mit Mick Schumacher bleibt von einer Überschneidung verschont.
Keine Überschneidung zwischen 24h Nürburgring und Formel 1 2027
Wichtig zu deutscher Sicht: Beim 24h-Rennen Nürburgring 2027 (27. bis 30. Mai) hat die Formel 1 Pause. Damit kommt es zum zweiten Mal in Folge zu keiner Überschneidung, was inzwischen dank Max Verstappen deutlich an Relevanz gewonnen hat. Der vierfache Weltmeister gab dieses Jahr sein Debüt beim Eifel-Klassiker, auch, weil Rennen und Vorbereitung perfekt in seinen F1-Zeitplan passten.
Verstappen und sein Winward-Mercedes-Team schrammten wegen eines Technik-Defekts am Gesamtsieg vorbei - der Niederländer hat also noch eine Rechnung offen mit der 'Grünen Hölle'. Verstappens Rückkehr im kommenden Jahr ist nach der F1-Kalenderbekanntgabe zumindest nicht unwahrscheinlicher geworden.
24h-Rennen 2027: Alle Termine für Nürburgring und Co.
| Rennen | Termin |
|---|---|
| 24h Daytona | 28. bis 31. Januar 2027 |
| 24h Nürburgring | 27. bis 30. Mai 2027 |
| 24h Le Mans | 09. bis 13. Juni 2027 |
| 24h Spa | 23. bis 27. Juni 2027 |
Max Verstappen: Interesse an Nürburgring, Le Mans und Daytona
"Das war auf jeden Fall eine coole Erfahrung, die ich noch einmal machen möchte. Dort geht es noch zu 100 Prozent um pures Racing", sagte Verstappen vor wenigen Tagen in einem Interview mit der Bild-Zeitung und konnte sich einen Seitenhieb auf die Energiespar-Formel-1 nicht verkneifen. Dass er seinen Vertrag bei Red Bull langfristig verlängerte, hängt auch mit der Freiheit zusammen, andere Rennen neben der F1 zu bestreiten. Dabei stehe nicht nur das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring auf seiner Liste.
Verstappen weiter: "Aber mich reizen auch andere Events dieser Art. Le Mans kann ich mir gut vorstellen, auch Daytona reizt mich. Auch das war ein Grund, warum ich bei Red Bull verlängert habe. Sie geben mir die Möglichkeit, dass ich auch in diesen Kategorien an den Start gehen kann. Das möchte ich auch in Zukunft - aber es muss zu meinen Bedingungen sein."
Zum einen müssten laut dem Niederländer zusätzliche Rennen in seinen Formel-1-Kalender passen. Außerdem wolle Verstappen "auch das Mitspracherecht haben, wenn es um Entscheidungen bei der Performance des Autos geht." Heißt im Klartext: Er will selbst bestimmen, in welche Rennwagen er klettert, ungeachtet kommerzieller Aspekte oder Partnerschaften wie zwischen Red Bull und Ford. Am Ring wählte Verstappen beispielsweise einen Mercedes-AMG GT3 von der F1-Konkurrenz aus Affalterbach anstelle eines Ford Mustang GT3.
24h Le Mans 2027: Verstappen, Norris und Alonso hätten Zeit
Für Verstappen wäre nächstes Jahr eine Teilnahme beim 24-Stunden-Rennen von Daytona (28. bis 31. Januar 2027) ebenso möglich wie beim berühmtesten Rennen der Welt, den 24 Stunden von Le Mans (09. bis 13. Juni 2027). Das Saisonhighlight der WEC liegt zwischen den F1-Rennen von Monaco und Portimao, nur der Le-Mans-Test würde sich mit dem Wochenende im Fürstentum überschneiden. Fahrer der FIA-Kategorie Platin können jedoch eine Abwesenheitsgenehmigung vom Test beantragen.
In den vergangenen zwei Jahren gab es jeweils Termin-Überschneidungen zwischen Le Mans und der Formel 1. Fun Fact, der Verstappen den Langstrecken-Klassiker zusätzlich schmackhaft machen könnte: Aktive Formel-1-Fahrer haben Le Mans bei den letzten beiden Gelegenheiten gewonnen: Nico Hülkenberg 2015 mit Porsche und Fernando Alonso 2018 im Toyota. Der Spanier siegte außerdem 2019, nahm sich in jenem Jahr aber eine Auszeit von der F1.

In der Theorie könnte Verstappen bei den 24h Le Mans sogar auf Grand-Prix-Kollegen treffen, die zeitlichen Umstände würden es jedenfalls zulassen: Um einen Start von Alonso im Aston Martin Valkyrie ranken sich immer wieder Spekulationen. Und zuletzt hat der amtierende Weltmeister Lando Norris das brandneuen Hypercar von McLaren getestet, mit dem die Briten 2027 neben Ford in die Langstrecken-WM inklusive Le Mans einsteigen werden.
Sollte Verstappen zunächst weiterhin die GT3-Autos anstelle von Prototypen bevorzugen, böte sich mit dem 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps (23. bis 27. Juni 2027) eine weitere attraktive Möglichkeit. Sein eigenes Team 'Verstappen Racing' engagiert sich ohnehin bereits in der GT World Challenge Europe, deren Saisonhighlight der Ardennen-Klassiker in Spa bildet.
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