Nach dem Rennen ist vor dem Rennen. Von San Marino geht es direkt weiter nach Österreich. Die MotoGP fährt an diesem Wochenende auf dem Red Bull Ring. In die Berge eingebettet und von malerischer Landschaft umgeben, zählt die Strecke zu den schönsten im gesamten Rennkalender. Motorsport-Magazin.com liefert euch alle Infos, Statistiken und Rekorde zum MotoGP-Gastspiel in der Steiermark.
MotoGP am Spielberg: Die Geschichte
Im Jahr 1971 gastierte die Motorrad-Weltmeisterschaft zum ersten Mal in Österreich - damals noch auf dem Salzburgring. Das erste Rennen dort gewann die italienische Legende Giacomo Agostini auf einer MV Augusta. 1994 wurde der Kurs jedoch als zu gefährlich eingestuft und von der FIM aus dem Rennkalender gestrichen. Zwei Jahre später, im Jahr 1996, kehrte die Motorrad-WM wieder nach Österreich zurück. Gefahren wurde diesmal auf dem neu erbauten A1-Ring, dem Vorläufer des heutigen Red Bull Ring. Doch dieser Grand-Prix hielt aufgrund mangelnder Zuschauerzahlen nur für zwei Jahre. Danach verschwand die MotoGP fast zwei Jahrzehnte aus Österreich.
Der Antreiber für ein Comeback der MotoGP in Österreich war Red Bull Gründer Dietrich Mateschitz. Unter seiner Regie kehrte die MotoGP 2016 auf den komplett modernisierten Kurs am Spielberg zurück. Der Ansturm war riesig: Volle Tribünen und begeisterte Fans machten das Event auf Anhieb zu einem der beliebtesten Termine im gesamten Rennkalender.

Das Layout des Red Bull Ring
Die 4,348 Kilometer lange Rennstrecke ist wunderschön in die Berge der Steiermark eingebettet und liegt im idyllischen Murtal. Sie besitzt insgesamt zehn Kurven, welche im Uhrzeigersinn befahren werden. Davon führen drei nach links- und sieben nach rechts. Der Kurs besitzt zudem zwei lange Geraden, weshalb die Ducatis hier aufgrund ihres Topspeeds immer sehr erfolgreich waren. Auf der Geraden nach Kurve eins wurde aus Sicherheitsgründen eine Schikane eingebaut, um den Top-Speed vor der Anfahrt auf Kurve 3 deutlich zu reduzieren. Für die Formel 1 wird weiterhin das traditionelle Layout ohne Schikane genutzt. Aus der Vogelperspektive erinnert der Red Bull Ring an einen Hockeyschläger.
Österreich-GP: Die Statistik
Seit dem Comeback im Jahr 2016 war die Rennstrecke am Spielberg lange Zeit in fester Ducati-Hand: Fünf Jahre in Folge siegte Ducati. Drei dieser Siege holte der Italiener Andrea Dovizioso. Er ist neben Francesco Bagnaia - mit ebenfalls drei Siegen auf Ducati - Rekordsieger auf dem Red Bull Ring. KTM konnte beim eigenen Heimrennen seit der Rückkehr zweimal die Ducati-Dominanz brechen. 2020 siegte Miguel Oliveira und 2021 triumphierte Brad Binder im strömenden Regen spektakulär auf Slicks. lickt man auf die gesamte Historie inklusive der Ära auf dem Salzburgring ab 1971, heißt der alleinige Rekordsieger jedoch Giacomo Agostini mit sechs Erfolgen.
Für spektakuläre Szenen sorgten in der Vergangenheit immer die Last-Corner-Finishs. Unvergessen ist etwa der Schlagabtausch zwischen Marc Marquez und Andrea Dovizioso im Jahr 2019. Auch Jorge Lorenzo sorgte auf dem Red Bull Ring schon für den ein oder anderen Gänsehautmoment. Das Racing am Spielberg ist Action pur und die Entscheidung um den Sieg fällt häufig in der allerletzten Kurve.
MotoGP-Rekorde: Spielberg
| Kategorie | Rekord und Fahrer |
| Rekordsieger: | Andrea Dovizioso, Francesco Bagnaia (3) |
| Rundenrekord: | 1:29,519 Minuten (Francesco Bagnaia 2024) |
| Quali-Rekord: | 1:27.748 Minuten (Jorge Martin 2026) |
| Top-Speed: | 315,7 km/h (gemessen bei gleich sieben MotoGP-Fahrern 2024) |


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