Vier Wochen nach dem 24h-Rennen Nürburgring 2026 gibt es in Folge der Abt-Disqualifikation zwar ein offizielles Ergebnis, aber eine Frage ist noch ungeklärt: Was genau führte zum Ausfall des #3 Mercedes-AMG GT3 um Max Verstappen? Der Niederländer und seine Winward-Teamkollegen befanden sich auf gutem Wege zum Gesamtsieg, bis dreieinhalb Stunden vor dem Zieleinlauf der technische K.o. erfolgte.
Die Antriebswelle des Mercedes-AMG war es - wie während des laufenden Rennens angenommen - nicht. "Wir können die Antriebswelle als Defektgrund ausschließen", sagte AMG-Kundensportchef Stefan Wendl jüngst am Rande der 24 Stunden von Le Mans zu Motorsport-Magazin.com. Zunächst habe es danach ausgesehen, aber inzwischen sei klar: "Die Antriebswelle war mitbeschädigt, aber nicht der Ausfallgrund."
Ausfallgrund bei Verstappen-Mercedes: Analyse dauert an
Allerdings: Noch immer wisse Mercedes-AMG nicht, was denn nun der Grund für den Ausfall des #3 Mercedes-AMG GT3 war. Die Materialprüfungen dauerten an, erklärte Wendl, weil ein relativ großer Schaden an mehreren Bauteilen entstanden sei, darunter an der Radnabe, der Aufhängung sowie am Radlager. Wendl: "Wir haben alles mit den Zulieferern, die dazugehören, in Labore gegeben und warten jetzt auf eine Analyse, damit wir herausfinden, wo das Problem angefangen hat. Das ist schwierig zu beurteilen."
Wendl wollte bis zum Abschluss der Analysen keine Spekulationen anstellen, etwa, ob eine Überlastung des Materials vorlag oder ob ein vorangegangener Kontakt zur großflächigen Beschädigung an der rechten Hinterachse geführt haben könnte: "Stand jetzt können wir nichts ausschließen."
Klar ist nur, dass ein mechanisches anstelle eines elektronischen Problems vorlag, nachdem zunächst der ABS-Sensor im Cockpit Alarm geschlagen hatte, als Daniel Juncadella von Verstappen übernommen hatte. "Das ist das erste Anzeichen dafür, dass mechanisch irgendetwas kaputt gegangen ist oder etwas nicht mehr stimmt in diesem gesamten Konstrukt", so Wendl. "Aber das ist nur ein Symptom."
Mercedes im Dauereinsatz: Vom Nürburgring über Le Mans nach Spa
Der zweite Winward-Mercedes mit der Startnummer #80, der das Rennen in den Händen von Maro Engel, Luca Stolz, Fabian Schiller und Maxime Martin gewann, wurde zu Vergleichszwecken ebenfalls gründlich untersucht. An diesem Fahrzeug traten während des Rennens keine bekannten Probleme auf. "Wir haben das zweite Auto natürlich genau in diesen Bereichen auf beiden Seiten untersucht", versicherte Wendl.
Die Zeit der Erkenntnisfindung drängt im Hause Mercedes-AMG, denn schon in Bälde wartet mit dem 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps (27.-28. Juni 2026) ein weiteres Highlight im Kalender, bei dem das Material auf die Probe gestellt wird. Der Hersteller aus Affalterbach ist mit elf Mercedes-AMG GT3 von unterschiedlichen Teams vertreten, darunter die Nürburgring-Sieger von Winward Racing, Verstappens eigenes AMG-Team sowie GetSpeed.
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