Etwas weiter hinten im Ergebnis - aber eben nicht mehr ganz hinten - lieferte Cadillac am Freitag bei der Formel 1 in Spielberg einen richtigen Achtungserfolg mit einem großen Update. Daran konnte das Team allerdings bis zum Abend nicht mehr anknüpfen. Zwar machen die Neueinsteiger Performance-Schritte, doch die operativen Probleme werden jetzt erst recht akut.
Mit dem 1. Freien Training hatte Cadillac in Spielberg ein großes Update eingeführt. Zum einen eine neue Verkleidung, welche Performance und Kühlung besser zusammenspielen lassen soll. Zum anderen aber auch einen neuen Unterboden und Diffusor sowie zusätzliche Aero-Kleinteile am Heck.
Bei der Konkurrenz sprachen manche schon von einer kleinen B-Spezifikation, was nicht überraschte, war die A-Version des Cadillacs doch bewusst früh fertiggestellt worden, um garantiert bei den ersten Testfahrten am Start zu stehen. Entsprechend rudimentär war diese Version des MAC-26, während erfahrenere Teams sich engere Deadlines zutrauten. Spielberg ist diesbezüglich schon das dritte größere Update-Paket nach Suzuka und Miami, um diesen anfänglichen Rückstand aufzuholen.
Valtteri Bottas lässt im 1. Spielberg-Training aufhorchen
Mit den vorangegangenen Paketen hatte Cadillac annähernd die Lücke zum Mittelfeld geschlossen. In Spielberg suggerierte dann das 1. Training plötzlich den nächsten Sprung - nämlich rein in dieses Mittelfeld und zumindest in den Kampf mit dem hinteren Ende, mit Williams und dergleichen. Valtteri Bottas fuhr eine 1:09,521, gut genug für P13 mit 1,725 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit und 8 Zehntel Rückstand auf Arvid Lindblad, der das Mittelfeld anführte.
"Das, was wir sehen, ist ein Schritt vorwärts", meint Cadillac-Cheftechniker Nick Chester danach. Die Pace lässt schon von Q2 träumen. "Ich war auch auf Kurs zu einer guten Zeit, ehe ich das Problem auf meinem Soft-Run hatte", meint Teamkollege Sergio Perez. "Es war vielversprechend in Sachen Pace, aber wir müssen das Maximum aus dem Paket holen. Sonst wird es ein hartes Wochenende."
Cadillac verbringt fast ganzen Spielberg-Freitag defekt
Perez' Angst scheint begründet. Es begann mit dem angesprochenen ersten Problem kurz vor Ende des 1. Trainings. "Ein elektrisches Problem hat sein Auto aussetzen lassen", erklärt Chester. Perez rollte vor Kurve 3 aus. In der Pause tauschte das Team das Steuergerät. Kaum fuhr Perez in FP2 aber raus, schaltete sich das Auto auf der zweiten Runde wieder ab.
"Wir hätten die Kilometer gebraucht", ärgert sich Perez. "Jetzt wird es schwierig. Ich habe weder einen Longrun noch Qualifying-Simulationen gefahren. Das wird für morgen schwierig, da gibt es in FP3 einiges zu erledigen." Über Nacht plant das Team jetzt nicht nur die Elektrik prüfen, sondern auch einen anderen Motor einbauen.
Die Lage verschlimmerte sich nur Minuten später. An Bottas' Auto hatte es ein Problem beim Bau mit dem mittleren vorderen Unterbodenbereich gegeben. Auf der Strecke war er daraufhin zu tief, bis er so weit absackte, dass er schwer zu schleifen begann. Bottas brachte das Auto zwar in langsamer Fahrt in die Garage, doch dabei fing trotzdem der Kiel des Unterbodens Feuer. Die Reparaturen waren während FP2 nicht zu machen.
Es sind also wieder die üblichen Cadillac-Probleme der letzten Wochen. Operative Fehler, wenn das Team ein Elektrik-Problem nicht diagnostizieren kann, oder der neue Unterboden einem Montagefehler zum Opfer fällt, bislang präsentierte sich das Team nicht ganz fit genug für das erste große Resultat. Genau das wird es am Samstag in Österreich nun aber brauchen.
Motorenpartner Ferrari hadert an der Spitze des Feldes dafür trotz Motor-Update mit der Pace. Wie die Lage bei der Scuderia ist, gibt es hier zum Nachlesen:



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