Mit dem Sprint-Sieg und dem zweiten Rang im Grand Prix von Silverstone hat Jorge Martin seinen Vorsprung in der MotoGP-Fahrerwertung ausbauen können. Doch der Spanier beteuert, dass ihm dies im Moment gar nicht wichtig sei. Diese Lehre zieht er aus seinem ersten Weltmeistertitel in der MotoGP.

MotoGP-Leader Jorge Martin beteuert: Ist mir egal, ob ich führe!

"Wichtig ist mir, dass wir wieder solide und schnell unterwegs waren. Unabhängig vom Resultat waren wir konkurrenzfähig. Das ist mir am wichtigsten", gab der Aprilia-Pilot an. Tatsächlich hatte ihm in den Rennen vor der Sommerpause das Vertrauen in die Front seines Motorrads und damit die Pace gefehlt. In Silverstone wurde das Setup wieder zum Stand des Saisonanfangs zurückgeschraubt und der 'Martinator' fand wieder zur Form. Mehr dazu hier:

Diese hat ihm nun 31 Punkte Vorsprung auf Teamkollege Marco Bezzecchi eingebracht. Doch davon will er nichts wissen. "Ich bin bereits ein Weltmeister und ich möchte weiterhin gewinnen. Aber sich als Führender zu fühlen oder nicht, das ist mir egal. Ich möchte einfach mein Motorrad weiter verbessern, volles Vertrauen in mich und das Team aufbauen", sagt der Madrilene. Diesmal hat er den Vorsprung ausgebaut, aber auch mit Niederlagen sei wieder zu rechnen: "Es wird immer noch Rennen geben, wo wir straucheln. Wir müssen uns einfach gegenüber der ersten Saisonhälfte verbessern und konstanter sein."

Lehre aus 2024: Besessenheit von WM-Führung kostet nur Kraft!

Doch warum betont der Spanier fast demonstrativ, nicht auf die Tabelle zu blicken? Es geht dabei um eine Erfahrung aus seinem Titeljahr 2024: "Momentan kümmert es mich wirklich nicht, ob ich Erster, Zweiter oder was auch immer bin. Ich möchte mich einfach weiter verbessern, um bis zum Ende eine Chance im Kampf um den Titel zu haben. Wenn ich diese Chance bekomme, dann reicht mir das. Vor zwei Jahren war ich wirklich besessen davon, immer vorne zu sein. Aber das hat eine Menge Kraft gekostet."

Das Duell mit Francesco Bagnaia war eine Lehre für Jorge Martin, Foto: IMAGO / CordonPress
Das Duell mit Francesco Bagnaia war eine Lehre für Jorge Martin, Foto: IMAGO / CordonPress

Damals kam es zu einem intensiven Duell um die MotoGP-Krone mit Francesco Bagnaia. Insgesamt fünfmal wechselte die Führung während der Saison. Davon will sich Martin diesmal nicht kirre machen lassen, denn bei mehreren Verfolgern in Reichweite kann er die Führung in den nächsten Rennen auch wieder verlieren. Daher lautet das Motto erstmal: "Ich konzentriere mich jetzt nicht auf das Resultat, sondern darauf, ein besserer Athlet zu sein. Die Konsequenz daraus ist, dass wir die Dinge richtig angehen, und deswegen führe ich momentan [in der WM, Anm. d. Red.]."

Bisher war davon ausgegangen worden, dass Martin vier realistische Gegenspieler im Titelkampf hat. Doch in Silverstone hat mit Raul Fernandez ein weiterer Pilot seinen Hut in den Ring geworfen: