Für Jorge Martin war das Rennwochenende in Spielberg eine große Erleichterung. Das lag nicht nur daran, dass er dank Sieg im Sprint und Rang zwei im Grand Prix wieder die Führung der Fahrerwertung übernommen hat. Vielmehr hatte der Madrilene sich eine Woche vorher mit der MotoGP-Volkskrankheit Armpump herumschlagen müssen und in Misano langsam ins Ziel gequält. In Österreich war davon keine Spur mehr, weswegen der 'Martinator' auf eine Operation vor dem letzten Saisondrittel verzichtet. Warum auch unser Experte diese Entscheidung für richtig hält.
Tom Lüthi pflichtet Jorge Martin bei: Armpump-OP nach Extremfall Misano nicht nötig
Tom Lüthi konnte dem Verzicht auf eine Operation bei Jorge Martin nur beipflichten. "Wenn es irgendwie möglich ist, eine Operation zu umgehen, dann auf jeden Fall. Es ist ja nicht so, dass man jetzt sofort operieren muss und dann ist alles gut. Es gab auch Fälle, wo operiert wurde, und danach kamen die Probleme trotzdem wieder. Es gibt keine Garantie, dass ein Armpump nach der Operation weg ist", äußerte sich der Schweizer in der neuesten Ausgabe des Interwetten MotoGP-Magazins. Hier könnt ihr sie sehen:
Der Aprilia-Pilot hatte vermutet, dass sein Armpump schlicht mit der besonderen Belastung auf der Strecke von Misano zusammenhängen könnte. Diese Theorie hält auch Lüthi für schlüssig. "Misano ist eine Strecke, auf der es in sehr vielen Kurven lang nach rechts geht. Da musst du lange in rechter Schräglage mit der Vorderradbremse anbremsen. Das ist eine Art 'Halbposition' des Körpers auf dem Motorrad, bei der man sich abstützen muss. Wenn du dann dazu auch noch die Vorderradbremse betätigen musst, dann hat der Arm einen gewissen Winkel, der einfach nicht optimal ist. Man ist weder voll in der Kurve, noch gerade auf dem Motorrad sitzend, wie es auf vielen anderen Strecken der Fall ist", erklärt unser Experte.

MotoGP-Strecken bis zum Saisonende weniger problematisch? Jorge Martin wird alles abgewogen haben
Umgekehrt wundert es ihn nicht, dass die Probleme am Red Bull Ring dann verschwanden: "In Spielberg kann man mit dem Oberkörper gerade auf dem Motorrad sitzen und die Kurven gerade anbremsen. Das ist eine gänzlich andere Position und auf diese reagiert der Arm dann natürlich auch ganz anders."

Das Restprogramm der MotoGP könnte je nach Streckentyp erneut für Probleme beim Titelanwärter sorgen. Doch Tom Lüthi vertraut darauf, dass der Spanier seine Entscheidung sorgfältig getroffen hat: "Jorge Martin und sein Umfeld werden sich natürlich ihre Gedanken gemacht haben: Welche Strecken kommen? Wie sieht deren Layout aus? Dann spielen natürlich auch die äußeren Bedingungen eine Rolle. Wenn es heiß ist, braucht der Körper mehr Energie und dann tritt so ein Problem vielleicht auch eher wieder auf. Sie werden alle diese Optionen abgewogen und dann so entschieden haben. Er bleibt jetzt vorerst ohne Operation und wenn es ohne geht, dann ist das auf jeden Fall der bessere Weg."
Nicht nur bei Jorge Martin gab es in Österreich Erfolg und Erleichterung zu vermelden. Pedro Acosta holte seinen lange überfälligen ersten Sieg und beendete damit KTMs Durststrecke. Daraufhin gab es von allen Seiten Lob in höchsten Tönen:



diese MotoGP Nachricht