Am Freitag hatte er noch mit Grip-Problemen zu kämpfen, am Samstag änderte Jorge Martin aber seine Taktik und fuhr im MotoGP-Sprint überraschend auf Platz drei. Martin rechnete sich anschließend sogar Chancen aus, am Sonntag, um den Sieg im Grand-Prix zu fahren. Nach dem frühen Sturz von Marco Bezzecchi fuhr Martin dann auch direkt hinter Marc Marquez auf Platz zwei -und ging in Runde sieben sogar an ihm vorbei und in Führung. Aus der Hoffnung vom Samstag schien am Sonntag Realität zu werden. Doch am Ende kam alles ganz anders. Der Aprilia-Pilot brach völlig ein und wurde bis auf Position fünf zurück gereicht, auf welcher er schließlich auch ins Ziel kam. Die Gründe in der Analyse.
Jorge Martin gesteht: Armpump war Ursache für Leistungsabfall
Nach dem starken Rennbeginn folgte am Ende große Ernüchterung bei Jorge Martin. Ab Mitte des Rennens litt er unter starkem Armpump, einer schmerzhaften Verhärtung der Muskeln im Unterarm und gleichzeitigem Kraftverlust. Dies bestätigte er im Interview und erklärte seine Situation: "Ich war am Anfang wirklich schnell. Die Pace war gut und ich habe gepusht. Aber dann hatte ich immer mehr Probleme mit dem Bremsen und alles wurde immer schlimmer. Zudem bekam ich Armpump-Probleme und konnte nichts mehr ausrichten. Ich hatte keine Kontrolle mehr über das Motorrad."
Dieses Problem kommt für Jorge Martin zum wohl ungünstigsten Zeitpunkt der Saison, da er mitten im Kampf um den WM-Titel steht. Die Form seines stärksten Kontrahenten Marc Marquez zeigt zudem aktuell steil nach oben. Sollte Martin auch am kommenden Wochenende in Spielberg unter diesem Problem leiden und er dadurch in seinen Möglichkeiten limitiert sein, schrumpfen seine Chance auf den zweiten WM-Titel immer weiter.

Analyse nach Österreich: Muss Jorge Martin operiert werden?
Das Armpump-Syndrom ist unter den MotoGP-Fahrern schon eine Art Volkskrankheit. Fast jeder von ihnen besitzt eine Narbe am Unterarm als Folge einer Operation. Jorge Martin ließ sich zuletzt 2018 wegen Armpumps operieren. Nun treten diese Schmerzen erneut auf. Er betont die Situation nach dem Österreich-GP zu analysieren und dann eine Entscheidung treffen zu wollen: "Ich versuche mich jetzt voll auf Österreich zu fokussieren. Danach werden wir sehen, ob ich operiert werden muss oder ob es andere Behandlungsmöglichkeiten gibt. Das kann ich allerdings nicht kontrollieren und ich muss auf die Ärzte hören. Ich will auf keinen Fall die Chance verlieren, weiter um die WM zu kämpfen."
Ein operativer Eingriff ist beim Armpump-Syndrom oft nicht dramatisch, manche Piloten unterzogen sich diesem auch während der Saison. Wie gut man dies wegsteckt, ist aber von Fahrer zu Fahrer unterschiedlich. Förderlich ist es während der laufenden Saison auf jeden Fall nicht, zumal der MotoGP-Kalender im Herbst dicht gedrängt ist.
Momentum nicht auf Seiten von Aprilia: Misano Wendepunkt im WM-Fight?
Aprilia erlebte in Misano ein wahres Debakel. Sturz von Marco Bezzecchi in Runde eins, Jorge Martin nur auf Platz fünf und die WM-Führung dahin. Dazu ein Marc Marquez, der voller Selbstvertrauen in die nächsten Rennen geht und die maximale Punkteausbeute aus den vergangenen beiden Grand-Prix' holte. Marco Bezzecchi muss den Misano-Schock erstmal verdauen und Jorge Martin seine körperlichen Gebrechen in den Griff bekommen. Keine guten Vorzeichen für den Saisonendsport. Sollte man auch in Spielberg keine Antwort auf Marc Marquez und Ducati finden, dürfte der WM-Zug so langsam abgefahren sein.
Was meint ihr: Kann sich Aprilia vom Misano-Wochenende erholen und noch mit einem der beiden Fahrer Weltmeister werden? Oder macht Marc Marquez konstant weiter und holt sich den Titel? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!


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