Eigentlich war Grund zum Jubeln in Misano gegeben. Marco Bezzecchi hatte sich beim MotoGP-Start am Sonntag endlich einmal erfolgreich gegen Marc Marquez zur Wehr gesetzt und seine, in weißer Sonderlackierung gehaltene, RS-GP in Führung gehalten. Doch diese Freude währte genau eine halbe Runde, ehe Schockstarre die Tifosi erfasste. Ein Abflug ins Kiesbett versetzte den WM-Träumen einen schweren Schlag.
Aprilia-Boss riet das Gegenteil: Marco Bezzecchi geht zu viel Risiko in Runde 1
"Bis dahin lief zum Glück alles gut, aber dann unterlief mir ein Fehler in Kurve 13", konstatierte ein zutiefst enttäuschter Marco Bezzecchi nach seinem frühen Ausfall. Aprilia-Teammanager Paolo Bonora hatte im Interview vor dem Rennstart extra noch angekündigt, dass es seine Piloten ruhig angehen sollten: "Um ehrlich zu sein, sagen wir unseren Fahrern, dass sie nicht attackieren und sich nicht übernehmen sollen. Seid geduldig, denn in solch heißen Bedingungen und einem solch langen Rennen musst du aufpassen."
'Bezz' hielt sich nicht daran. Er musste im Nachhinein eingestehen, dass sein Chef richtig lag. "Mit vollem Tank musst du den Bremspunkt besser managen. Ich wurde ein wenig durchgeschüttelt in der schnellen Passage und beim Bremsen konnte ich dann die Linie nicht perfekt zu machen. Dabei habe ich leider die Front verloren", erklärte der 27-Jährige. Wenig überraschend war er angesichts der großen Enttäuschung kurz angebunden. Ob er beim Heimrennen übertrieben motiviert gewesen sei? "Wenn du als erster startest, dann willst du gewinnen. Es ist egal, ob das in Misano ist oder wo anders", lautete die Antwort.
Herber Rückschlag im MotoGP-Titelkampf: Kann die Zeit nicht zurückdrehen!
Im Endeffekt würde der Italiener diesen Tag am liebsten wohl aus seinem Gedächtnis löschen. Dass er danach noch fast den gesamten Grand Prix in der Box mitansehen musste, machte die Sache auch nicht besser. Zumal sich dieser zum Aprilia-Debakel und Triumph für Marc Marquez entwickelte. Zumindest schielt er bereits auf die kommende Gelegenheit, seinen gravierenden Fehler vergessen zu machen: "Es ist hart, aber wir können die Zeit nicht zurückdrehen. Wir werden hart arbeiten. Zum Glück kommt nun gleich Österreich. Wir werden Heim gehen, uns neu aufstellen und im Gym arbeiten. Dann geht es nach Spielberg." Das Rennen auf dem Red-Bull-Ring findet bereits am kommenden Wochenende (18. bis 20. September) statt.

Am Ende blieb nur eines positiv zu vermerken. Im Gegensatz zu Assen oder dem Sachsenring hat sich Bezzecchi bei seinem Abflug offenbar nicht verletzt. "Es fühlt sich ok an, aber im Moment ist noch das Adrenalin da. Heute Nacht oder morgen früh wird es klarer sein. Aber es war kein großer Unfall", gab er erneut eine kurze Antwort zu seinem Zustand. Die mentale Delle durch dieses Debakel von einem Heimrennen erscheint viel größer als jeder blaue Fleck aus dem Kiesbett. Und der Schaden in der WM ist ebenfalls enorm. 33 Punkte beträgt nun der Rückstand auf die punktgleich führenden Marc Marquez und Jorge Martin in der Fahrerwertung.
Heute kam der Fehler eine halbe Runde später, doch warum Marco Bezzecchi zuletzt am Start seine Probleme hatte, das erfahrt ihr hier:



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