Bei Ferrari läuft aktuell nichts zusammen. Nach dem bitteren Monza-Rennen vor sieben Tagen streikte nun auf dem Madring auch noch die Technik am bislang meisterhaft zuverlässigen SF-26. Lewis Hamilton ging dadurch die Chance auf eine Podiumsplatzierung durch die Lappen und er verlor mit seinem ersten Ausfall des Jahres wichtige Punkte, die seine ohnehin schon verschwindenden WM-Chancen weiter dezimieren.

Was war passiert? Nachdem Hamilton in der Startphase in Madrid de facto die dritte Position gegen Max Verstappen gewann (der Niederländer hatte in Kurve 1 abgekürzt und musste Hamilton später vorbeilassen), nahm das Drama schon in der zweiten Runde seinen Lauf, als der Brite am Ausgang der Schikane Turn 5/6 die Wand touchierte. Ein erster Check ergab, dass das Auto heil geblieben war, aber offenbar waren das bereits die ersten Anzeichen des nahenden Desasters.

Lewis Hamilton erzählt von Defekt: So machten seine Formel-1-Bremsen schlapp

"Ich trat in Kurve 5 auf die Bremsen, das Auto begann zu verlangsamen, dann aber machte das Pedal einen Ruck und es wollte plötzlich nicht mehr stoppen, deshalb ging ich weit. Da touchierte ich die Bande", erklärte Hamilton diesen ersten Vorfall nach dem Rennen. Anschließend schien das Problem aber zu verschwinden: "Es war in den nächsten Kurven okay und alles hat gut ausgesehen."

Zwei Runden später trat es aber wieder auf. Diesmal in Kurve 1, und diesmal behob es sich nicht von selbst. "Ich habe die Bremsen verloren", meldete er sofort, nachdem er über die Auslaufzone gefahren war, und nochmal "ich denke, ich habe einen Bremsdefekt", nachdem er in Kurve 5 erneut für die Einfahrt in die Schikane nicht verlangsamen konnte.

Trotz aller Versuche, über Lenkrad-Einstellungen, die ihm sein Renningenieur Carlo Santi gab, das Problem irgendwie in den Griff zu bekommen, musste nach zwei Runden auch Hamilton eingestehen, dass die Bremsen nicht mehr zurückkommen würden. Entsprechend den Anweisungen des Teams parkte der Rekord-Weltmeister sein Auto an der Box ab und stieg aus. "Auf solch einer Strecke will man kein Risiko eingehen", stellte Teamchef Fred Vasseur klar. Laut dem Franzosen ist der Auslöser des Defekts aktuell noch nicht bekannt.

"Ich denke, wir hatten ein ziemlich ordentliches Auto an diesem Wochenende", gab er anschließend zu Protokoll und trauerte dabei wohl einem Podium hinterher. Denn da das gesamte Rennen in der Folge kaum Action und kaum Überholvorgänge bot, wäre dieses beinahe garantiert gewesen. Verstappen, der, bevor Hamiltons Probleme Überhand nahmen, direkt hinter ihm gelegen hatte, profitierte letztendlich von einer für Lando Norris ungünstigen VSC-Phase und wurde Zweiter. Mit dieser Position hätte wohl auch der Barcelona-Sieger rechnen können.

Hier könnt ihr alle Informationen zum Spanien-GP im Rennbericht nachlesen:

Bei Ferrari sorgt das Rennen allerdings für weniger Kopfzerbrechen als das Qualifying am Samstag. Denn Charles Leclerc zeigte auf einem 49 Runden langen Stint eine konstant ähnlich gute Pace wie sein erster Verfolger in Form von Kimi Antonelli. Wobei man dazusagen muss, dass Antonelli über die gesamte Distanz nie wirklich pushen musste und das Rennen hinter Leclerc kontrollierte. "Die Pace ist da, wir müssen nur einen besseren Job im Qualifying erledigen", ist Vasseur trotzdem überzeugt.

Formel-1-WM: Hamilton schon über 100 Punkte hinten

In der Formel-1-WM bedeutet das nun, dass Hamilton erstmals in diesem Jahr mehr als 100 Punkte hinter Andrea Kimi Antonelli zurückliegt - 101 Punkte, um genau zu sein. Dabei war der einstige Mercedes-Sieggarant im August mit gerade einmal 50 Zählern Rückstand auf den aktuellen Shootingstar der Silberpfeile aus der Sommerpause gekommen. Mit noch neun geplanten Rennen in dieser F1-Saison müsste es wohl mit dem Teufel zugehen, damit es Hamilton noch einmal spannend machen kann.