Der Spanien GP der Formel 1 in Madrid war für die beiden Lokalmatadoren am Sonntag ein trostloses Unterfangen. Am Ende des Feldes fuhren Carlos Sainz und Fernando Alonso nicht nur um die goldene Ananas, sondern sich gegenseitig auch noch ins Auto. Der Williams-Fahrer zerstörte sich am Start erst das Auto und kassierte für die Szene mit Alonso dann eine Strafe - woher die kam, konnte er sich leicht erklären. Mit dem vorzeitigen Ausfall war der gebrauchte Sonntag für den Madrilenen dann aber sowieso perfekt.

"Ich denke, er hat sich wieder am Funk beschwert und mir die Strafe eingebrockt, so wie immer", sagt Carlos Sainz, der mit seiner Vermutung über einen aufgebrachten Fernando Alonso am Boxenfunk nicht ganz falsch liegt. Denn tatsächlich hatte dieser nach ihrem Zusammentreffen in der zwölften Runde einen aufgebrachten Funkspruch abgelassen. Die beiden Landsmänner hatten sich um die 17. Position behakt. Vor Turn 5 versuchte Alonso es außen, wobei Sainz ihn offensichtlich übersah und an die Mauer drückte. Beim Aston Martin ging dabei der Frontflügel zu Bruch.

"Das ist einfach die Natur dieser Kurve, weil du da nach rechts fährst", erklärt Sainz, der sich keiner Schuld bewusst ist. "Du wirst dort einfach solche Unfälle haben, weil da nur für einen Platz ist. Da passen nicht einmal zwei hin. Du kannst da nicht in den Spiegel schauen, während du lenkst, erst rechts dann links. Du musst da schon nach vorne schauen und dich an einem Punkt auf deine Linie konzentrieren. Ich denke auch nicht, dass Fernando neben mir war."

Fernando Alonso kritisert Carlos Sainz für unnötigen Unfall

Der Unfallgegner sah das naturgemäß anders. "Ich denke, er hat die Strafe bekommen. Wenn sie [Stewards] das so beurteilen, ist das für mich gut genug", so der 45-Jährige, der sich daraufhin beim Boxenstopp in Runde 14 eine neue Nase abholen musste. "Ich denke, es war einfach unnötig. Da war nach links noch genug Platz. Ich war an der Wand rechts, bei 340 km/h. Ich denke, das muss nicht sein."

Die Rennleitung sah das in ihrem Urteil genauso und verpasste Carlos Sainz eine 5-Sekunden-Zeitstrafe: "Auto #14 näherte sich Auto #55 auf der Anfahrt zur Kurve 5 und war gerade dabei, längsseits zu fahren, als Auto #55 nach Beginn der Anbremsphase zum rechten Streckenrand herüberfuhr, wodurch es zu einer leichten Berührung zwischen beiden Fahrzeugen kam. Die Rennkommissare stellen fest, dass Auto #55 beim Bremsen die Linie schnitt und Auto #14 auf der Außenseite mehr Platz hätte lassen müssen. Die Standardstrafe für ein 'moving under braking' ist eine schwarz-weiße Flagge. Die Rennkommissare berücksichtigen jedoch die Tatsache, dass es zum Kontakt zwischen beiden Fahrzeugen kam und verhängen daher eine entsprechende Zeitstrafe."

'Game Over' nach Start-Kollision: Carlos Sainz will in Madrid zu viel

In Runde 43 musste Sainz schlussendlich vorzeitig abstellen, jedoch nicht wegen der Situation mit Alonso. Sein Sonntag war nämlich eigentlich bereits nach dem Start gelaufen. Nachdem er wegen der Blockade von Valtteri Bottasim Qualifying schon eine Gridstrafe von drei Positionen kassiert hatte, ging es für ihn von Startplatz 20 los. Bei der Anfahrt auf die erste Kurve war er zu spät auf der Bremse und fuhr Yuki Tsunoda ins Auto.

"Ich hatte erstmal einen sehr guten Start", so der 32-Jährige, der auf den ersten Metern sofort an Sergio Perez und Fernando Alonso vorbeigezogen war. Er war entschlossen, früh Track-Position zu gewinnen, da sich das Überholen auf dem Madring erwartungsgemäß schwierig gestalten würde. "Wir hatten auf der ersten Runde nichts zu verlieren. Ich wollte einen guten Start haben, um in diesem Rennen irgendetwas holen zu können", erklärt er. Dabei ging er allerdings zu forsch an die Sache.

"Da hinten waren alle auf dem harten Reifen und es hat mich überrascht, wie stark alle verzögerten. Bei dem Kontakt mit Tsunoda habe ich mir den Unterboden beschädigt. Danach hatte ich ein kaputtes Auto und das Rennen war im Grunde nur noch ein Überlebenskampf", so Sainz. "Ich hatte an der Hinterachse kaum noch Anpressdruck. Ich war pro Runde eine Sekunde hinter der Pace wegen dem Schaden am Unterboden. Es war nicht einmal ein heftiger Kontakt, aber wenn du bei diesen Autos einen Teil vom Unterboden verlierst, bedeutet das 'game over' für dich."

Madring muss für Formel-1-Rennen nachlegen

Als kommerzielles Zugpferd für das neue Formel-1-Rennen in Madrid war Carlos Sainz als gebürtiger Madrilene vom Event logischerweise begeistert. Was den 5,414 Kilometer langen Stadtkurs angeht, wünscht er sich aber zugunsten der Rennaction einige Verbesserungen: "Ich denke, es gibt ein paar Optionen, die wir uns anschauen können. Die Rennstrecke steht dem sicher offen gegenüber, denn es ist ein toller Kurs - für das Qualifying. Es muss jetzt aber auch eine tolle Rennstrecke werden. Hoffentlich sind die Strecke und die FIA offen, das zu ändern. Wir könnten dann in Zukunft ein paar Überholmöglichkeiten haben, was das Rennen noch höher unter unseren Lieblingsrennstrecken ansiedeln könnte."