Alle im MotoGP-Paddock wussten, was Pedro Acosta leistet. Doch dieser vermaledeite erste Sieg wollte einfach nicht gelingen. Ausgerechnet zum KTM-Heimrennen in Spielberg gelang nun die Erlösung nach 56 Rennen in der Königklasse. Die Lobeshymnen ertönten daraufhin auch von der Konkurrenz.
MotoGP-Weltmeister gratulieren Pedro Acosta: Erster Sieg sehr verdient!
"Es hat lange gedauert. Aber jetzt ist es großartig für ihn, auch wegen des Sturzes im Sprint und heute Morgen [im Warm Up, Anm. d. Red.]. Aber er war das gesamte Wochenende der schnellste. Also hat er sich den Sieg wirklich verdient", konstatierte Fabio Quartararo. Damit war der Champion von 2021 nicht allein. Wie verdient dieser Sieg war, zeigte sich in der Auslaufrunde. Die Gratulanten strömten nur so zum Premierensieger. Jorge Martin gehörte auch dazu, obwohl der Weltmeister von 2024 ihm eigentlich den Triumph bis zur letzten Runde abjagen wollte. "Für Pedro ging es hier um mehr als 'nur' einen Sieg. Nachdem er so lange dafür gekämpft hat, kann ich nur sagen: Gratulation Pedro! Das erste Mal fühlt sich immer fantastisch an", freute sich der 'Martinator' dann auch mit seinem Landsmann.

Im Zuge der Glückwünsche tauchte dann ein wiederkehrendes Muster zu den Umständen des ersten Triumphes aus. Die Aussagen der anderen KTM-Piloten deuteten bereits darauf hin. "Ich hätte mir hier mehr erwartet, aber es ist nicht passiert. Aber es gelang Pedro. Sein Rennen war unglaublich", deutete Enea Bastianini bereits an. Pol Espargaro wurde noch deutlicher: "Er hätte es bereits viel früher verdient. Wir können uns jetzt nicht dafür abfeiern, dass das Bike fantastisch sei, weil Pedro gewonnen hat. Pedro hätte viel früher schon gewinnen sollen."
Legenden ziehen Vergleiche mit Marquez und Stoner: Nur 'Außerirdische' siegen auf unterlegenem Material
Der 'Hai' selbst hatte betont, dass Ducati und Aprilia eigentlich immer noch in einer anderen Welt fahren würden und sich daher kaum Chancen auf seinen ersten Sieg ergaben. Dass er dies nun trotzdem geschafft hat, rief das Lob zweier hochdekorierter Landsmänner auf den Plan, die nun für DAZN als Experten arbeiten. "Das haben wir im Laufe der gesamten Geschichte des Motorradrennsports immer wieder gesehen: Fahrer, die das gewisse Etwas haben, sind in der Lage, Schwierigkeiten zu überwinden, die ihre Motorräder in bestimmten Momenten haben können. Pedro hat das bewiesen, nicht nur heute [am Rennsonntag, Anm. d. Red.], sondern das ganze Jahr über", meinte Dani Pedrosa, der Acosta aus seinem Job als KTM-Testfahrer gut kennt.

MotoGP-Legende Jorge Lorenzo machte dann deutlich, in welcher Reihe von Ausnahmekönnern er Pedro Acosta sieht: "Nur die ganz Großen, die Außerirdischen, können es schaffen, trotz deutlicher technischer Unterlegenheit zu gewinnen. So wie es Pedro geschafft hat, so wie es Marc Marquez mit Honda oder Casey Stoner mit Ducati geschafft haben. Das ist wirklich wie ein Wunder. Dieses Motorrad ist nicht dafür gemacht, zu gewinnen."
Erster MotoGP-Sieg bringt Hochgefühl: Nächster Triumph bereits in Motegi?
Und diese außergewöhnliche Leistung könnte Acosta nun noch weiter beflügeln. Fabio Di Giannantonio schilderte aus seiner eigenen Erfahrung eindrücklich, was ein solcher Erfolg in einem Rennfahrer auslösen kann: "Wenn du gewinnst, bist du die erleichtertste Person auf der Welt. So fühlte es sich nicht nur bei meinem ersten Sieg an, sondern auch dieses Jahr in Barcelona. Du bist wie im Himmel. Bei mir war es damals an dem Tag danach so, dass ich super motiviert war. Ich wollte nicht nach Hause, sondern weiter trainieren und wieder auf das Motorrad. Ich wollte dieses Gefühl wieder erleben. Für ihn war das sicher eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Zuerst diese harten Momente, diese Fehler, aber dann diesen Weg zu gehen...ich bin sicher das ist heute ein herausragender Tag für ihn und das Team. Er hat das vollkommen verdient. Er ist ein fantastischer Fahrer."
Und dieser könnte vielleicht schon bald wieder zuschlagen. Nicht umsonst meinte Teamkollege Brad Binder: "Ich bin sicher, das war nur der erste [Sieg] von vielen." Das nächste Rennen in Motegi (2. bis 4. Oktober) ist erneut ein Stop-and-Go-Kurs, der Acostas und KTMs Stärken auf der Bremse entgegenkommt. Superstar Marc Marquez gehörte auch zu den Gratulanten auf der Auslaufrunde des Grand Prix in Spielberg, doch ist er ebenso vor dem Blut riechenden 'Hai' gewarnt: "Nach diesem Rennen wird Pedro auch in Motegi wieder der Favorit sein."
Der Sieg von Pedro Acosta hat nicht nur viel Lob, sondern auch ein paar beeindruckende Zahlen produziert. Wir blicken auf das überfällige Ende langer Durststrecken:



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