Kehrt vielleicht doch Ruhe in die Monaco-Farce ein? Zumindest an einer Front des juristischen Formel 1-Tauziehens rund um den turbulenten Monaco Grand Prix gibt es eine Entspannung: Mercedes hat seinen Antrag auf ein sogenanntes "Right of Review" (Recht auf Neubeurteilung) im Zusammenhang mit den Strafen, die George Russell im Fürstentum erhalten und abgesessen hat, offiziell zurückgezogen.
In einem offiziellen Statement des Teams hieß es dazu: "Die konstruktiven Gespräche mit der FIA und der Formel 1 haben gezeigt, dass beide Seiten entschlossen sind, die besonderen Umstände des Monaco Grand Prix zu überprüfen und die Faktoren, die dazu geführt haben, proaktiv anzugehen. Angesichts dieser klaren Entschlossenheit sind wir zu dem Schluss gekommen, dass eine weitere Verfolgung unseres Antrags weder unserem Team noch dem Sport dienen würde. Daher haben wir unseren Antrag zurückgezogen."
Mercedes hatte in Barcelona ein Right of Review gegen ein bereits erfolgreiches Right of Review - nämlich das von Alpine und Pierre Gasly - eingereicht. Grundsätzlich ist so etwas laut dem Internationalen Sportkodex der FIA möglich, da dieser solche Verfahren sowohl gegen reguläre als auch gegen außertourliche Stewards-Entscheidungen erlaubt. In der Praxis hätte Mercedes für einen Erfolg jedoch signifikante, neue und für den Fall relevante Beweise vorbringen müssen, die den Stewards zum Zeitpunkt der ursprünglichen Urteilsfindung nachweislich nicht zugänglich waren.
Da bereits im ersten Verfahren die Telemetriedaten aller Beteiligten - auch die von Mercedes - eingeflossen waren, galt es als fraglich, ob das Team überhaupt neue Beweise hätte auftreiben können. In dem am Freitag veröffentlichten Statement erklärte Mercedes die taktische Vorgehensweise wie folgt: "Während des Rennwochenendes in Barcelona stand uns nur ein begrenztes Zeitfenster zur Verfügung, um ein Right of Review zu beantragen. Deshalb haben wir den Antrag gestellt, um uns in dieser Angelegenheit schlicht alle Optionen offenzuhalten."
Red Bull und McLaren haben offiziell Berufung gegen die FIA-Entscheidungen eingelegt. Wird das Ergebnis noch einmal gedreht?
McLaren und Red Bull ziehen vor Berufungsgericht
Während Mercedes einlenkt, sieht die Sachlage bei McLaren und Red Bull anders aus: Beide Teams hatten im Gegensatz zu Mercedes kein zweites "Right of Review" eingereicht, sondern legten direkt Berufung ein. Die Logik hinter der Berufung: Die fehlerhafte Messschleife in der Boxengasse betraf das ganze Wochenende alle Teams und man hätte sich darauf einstellen können.
"In unseren Augen erzeugt die darauffolgende Rücknahme von Strafen eine Situation, in welche manche Wettbewerber durch das Handeln im Sinne von Regeln und Stewards-Entscheidungen benachteiligt wurden. Das riskiert sportliche Ungerechtigkeit und das Untergraben des Vertrauens in die konstante Anwendung des Sportlichen Reglements der FIA", hieß es seitens McLaren. Somit wird der Fall nun direkt vom Internationalen -Berufungsgericht (FIA International Court of Appeal) verhandelt.



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