Hat der Sieg in Barcelona endgültig bewiesen, dass Lewis Hamilton 2026 wieder im Rennen um den Formel-1-Titel ist? In Italien nimmt der Hype in den letzten Tagen rapide Fahrt auf, und sogar die Konkurrenz von Mercedes redet Hamilton inzwischen stark. Er selbst und sein Teamchef mühen sich mit Abkapslung ab. Dass Hamilton aber Blut geleckt hat, wird jetzt nicht nur mit seinen Leistungen auf der Strecke klar.
"Wenn er einmal Blut geleckt hat, dann legt er los", hatte Mercedes-Teamchef Toto Wolff am Sonntag schon vor Hamilton gewarnt. Hamiltons Einsatz scheint auch aktuell auf dem höchsten Stand seit Jahren. Erst recht, nachdem er Ferrari in den letzten Monaten immer weiter nach seinen Vorstellungen geformt hat.
Am Ende der Woche ist er einmal mehr in Maranello bei der Arbeit. "Wir werden alles runterladen, mit den Aerodynamikern sprechen, die ganzen Dinge anschauen, die in der Pipeline sind", hatte Hamilton direkt nach dem Sieg schon angekündigt. Die ersten zwei großen Update-Pakete der Scuderia in Miami und Barcelona haben richtig gut eingeschlagen, der Trend soll unbedingt fortgesetzt werden.
Hamilton meint daran einen inzwischen nicht unwesentlichen Anteil zu haben, und in diesem Rhythmus unbedingt drinbleiben. "Sollte es nötig sein, werde ich Dinge umlenken, in jene Richtung, in der ich glaube, dass das Auto gehen muss."
Achter Titel? So weit hat Lewis Hamilton noch nicht gedacht
Dabei ist Hamilton aktuell aber richtiggehend im Tunnel. WM-Zweiter? 41 Punkte Rückstand nur auf Kimi Antonelli? WM-Kandidat? "So, wie das Jahr begonnen hat, habe ich ehrlich gesagt nicht wirklich darüber nachgedacht. Nicht über einen achten. Natürlich haben wir in jederlei Hinsicht darauf hingearbeitet, zu gewinnen, aber mir war immer bewusst, dass es Zeit braucht."
"Mercedes hatte vom Start weg ein pfeilschnelles Auto, und zwei starke Fahrer", meint Hamilton. "Wir wissen, wir haben dieses Leistungs-Defizit. Es werden Strecken mit langen, langen Geraden kommen, wo das noch schwieriger wird. Aber im Kern haben wir ein gutes Auto, und wenn wir Performance addieren und schneller durch die Kurven kommen, können wir vielleicht dieses Defizit etwas schließen, bis wir uns bei der Leistung verbessern oder die Lücke schließen."
"Sehr schwierig, langfristig zu denken, momentan schauen wir nur aufs nächste Rennen", mahnt Hamilton dabei vor übertriebenen Zukunftsprognosen. Die italienischen Medien überschlagen sich aktuell schließlich schon vor Optimismus. Die Kollegen von 'AutoRacer' stellen ein mögliches erstes Motor-und-Benzin-Update bereits beim nächsten Rennen in Österreich in den Raum, mit einem Zugewinn von an die 5 PS, welches die (aktuell immer noch nicht finalen) Entwicklungs-Zugeständnisse durch das ADUO-System ausnutzen soll.
Ferrari-Teamchef will Ruhe: Vor zwei Wochen war alles ein Desaster!
"Bleibt ruhig damit, ich will heute nicht über ADUO sprechen, lasst mich diesen Abend genießen", erwiderte Ferrari-Teamchef Fred Vasseur etwas genervt vom überbordenden Enthusiasmus auf Nachfragen am Sonntag nach dem Sieg. "Vor zwei Wochen war alles ein Desaster. Jetzt sprechen wir über Weltmeisterschaften. Das ist der schlimmstmögliche Ansatz. Der Ansatz muss sein, Österreich wie Barcelona anzugehen und nicht über die WM nachzudenken und dir 25 weitere Siege zu prognostizieren."

"Aber alles läuft in die richtige Richtung, Kanada war gut, Monaco war gut, hier war die Pace von Beginn an gut", muss auch Vasseur eingestehen. "Aber diese WM wird durch die Entwicklungs-Fähigkeiten der Teams entschieden werden. Es ist nicht mehr so wie früher, dass ein Auto, das in Barcelona gut ist, die Saison dominiert."
"Dieses Jahr hängt viel mehr daran, wie viel Performance alle Teams an ihre Autos bringen können", weiß Vasseur um die durch die steile Lernkurve der neuen Regeln bedingten aktuellen Umstände. "Wir brachten dieses Wochenende ein Update. Die anderen nicht, aber vielleicht tun sie das bald." Das könnte das Kräfteverhältnis sofort wieder ändern.



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