Charles Leclerc führte das Formel-1-Rennen in Miami nach dem Start an. Danach ging es für ihn nur noch bergab. Zunächst konnte er Kimi Antonelli und Lando Norris nicht halten, ärgerte sich anschließend über die Ferrari-Strategie und dann verschenkte er auch noch auf der letzten Runde die Chance auf das Podium.
Nach dem Formel-1-Rennen ging der Monegasse aufgrund des verkorksten Auftritts sehr hart mit sich selbst ins Gericht. Wenig überraschend kreidete er sich in erster Linie den Dreher auf der letzten Runde an. "Ich bin sehr enttäuscht von mir selbst. Es geht alles auf meine Kappe und es ist mein Fehler", hielt er sich nicht zurück.
Zuvor hatte der Ferrari-Pilot lange die dritte Position gehalten, ehe er diese auf der vorletzten Runde an Oscar Piastri abgab. Dabei handelte es sich um einen strategischen Versuch, den Overtake-Modus zu erhalten, und damit den Australier doch noch auf den letzten Metern hinter sich zu bringen.
Ob dieser Versuch funktioniert hätte, lässt sich nur mutmaßen. Denn auf der letzten Runde drehte sich Leclerc vollkommen selbstverschuldet in Kurve 3, was ihn zu seiner Selbstkritik motivierte. Auch wenn er ein paar mögliche technische Nebeneffekte aufzählte, welche für den Dreher verantwortlich sein könnten, wollte er diese nicht als Ausrede vorschieben.
"Ich muss nachschauen, denn mit diesen Autos ist es immer ein bisschen ein Fragezeichen, wie viel Energie sie einsetzen und da es die letzte Runde war, gab es aus dieser Kurve heraus vielleicht ein bisschen mehr Energie. Aber das ist keineswegs eine Entschuldigung", erklärte der aktuell WM-Dritte. Leclerc schlug dabei mit seinem linken Vorderrad an der Mauer an und konnte auf der restlichen Runde sein Auto nur noch langsam ins Ziel schleppen. Das kostete ihn zwei weitere Positionen gegen George Russell und Max Verstappen. Dabei hatte er auch noch eine Berührung mit dem Mercedes-Pilot zu verzeichnen.
Stewards gehen hart mit Charles Leclerc ins Gericht: Zwei Plätze nach hinten
"Der Schaden war signifikant. Ich bin mir nicht sicher, was genau beschädigt war. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich einen Reifenschaden hatte und wahrscheinlich war auch ein bisschen die Aufhängung beschädigt, denn ich konnte nicht mehr wirklich nach rechts lenken", erklärte Leclerc.
Mit dieser Begründung schnitt Charles Leclerc auf der letzten Runde auch mehrmals Kurven ab, darunter die Schikane T14/15. Den Stewards war dieses Fahrverhalten ein Dorn im Auge und auch der Schaden reichte ihrer Ansicht nach nicht als triftiger Grund aus, weshalb sie Leclerc auch noch mit einer Strafe belegten, die sich gewaschen hatte. Ganze 20 Sekunden ging es für ihn nach hinten, was zwei Plätzen entspricht.
Das bedeutet, dass Leclerc für das F1-Rennen in Miami aufgrund der letzten Runde anstatt auf P3 oder P4 nur auf der achten Position in die Wertung eingeht. Und es könnt noch mehr Ungemach folgen, denn seine Berührung in der letzten Bremszone mit Russell wird immer noch untersucht. Alle Updates zu diesem Fall, erhält ihr als im Liveticker.
Ferrari-Strategie nur das zweitgrößte Ärgernis für Leclerc
Der Eigenfehler auf der letzten Runde machte Leclercs Ärger über die Ferrari-Strategie früher im Rennen schnell vergessen. Dort hatte man ihn eine Runde nach George Russell gestoppt. Da der Reifenwechsel etwas länger als üblich dauerte, verlor er die Position und verstand anschließend die Welt nicht mehr, weshalb man ihn überhaupt reingeholt hatte.
Aber das ist nach dem Rennen kein Thema mehr: "Es ist einfach, der Strategie die Schuld zu geben. Aber selbst mit der besten Strategie, mit so einem Fehler in der letzten Runde, wäre ich wahrscheinlich nicht auf dem Podium gelandet", winkt er ab. Gleichzeitig machte er aber auch keinen Hehl daraus, dass er von den taktischen Entscheidungen seiner Boxenmauer nach wie vor nicht vollends überzeugt ist: "Zuerst muss ich mal auf mich selbst schauen, und dann werde ich sicherlich mit dem Team besprechen, und versuchen, das zu verbessern, was wir heute nicht optimiert haben."



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