Zweites Saisonrennen, zweiter Sieg. Während Mercedes in der neuen Formel 1-Saison das Maß aller Dinge ist, steckt Red Bull Racing in der Krise. Entsprechend wird schon vor dem Japan GP dieses Wochenende über einen möglichen Wechsel von Max Verstappen zu den Silberpfeilen spekuliert. Spekulationen, die Mercedes-Teamchef Toto Wolff als "dumm" abtut.

"Erstaunlich ist, dass diese dummen Gerüchte jetzt schon im März aufkommen. Dumm genug, dass man normalerweise im Juli darüber sprechen muss. Ich weiß nicht, wer das jetzt wieder aufgebracht hat", meinte Toto Wolff im Gespräch mit OE24. So ganz unschuldig an den wiederkehrenden Spekulationen ist er allerdings nicht, immerhin buhlte er nach dem Wechsel von Lewis Hamilton zu Ferrari medienwirksam um Verstappen.

"Es gibt kein Team, das nicht Handstände machen würde, um ihn im Auto zu haben", sagte Wolff damals. Mittlerweile scheint das nicht mehr der Fall zu sein, zumindest bei Mercedes. "Wir haben zwei Fahrer, mit denen wir langfristige, mehrjährige Verträge haben. Beide bringen Top-Leistungen, sodass es überhaupt keine Veranlassung gibt, über ein Line-up-Change, über andere Fahrer, auch nur nachzudenken. Das sage ich mit größtem Respekt vor Max", so der Österreicher.

WM-Titel 2026: Marko setzt auf Russell

Nach dem Premierensieg von Kimi Antonelli in China zollte auch Dr. Helmut Marko dem jungen Italiener Respekt. "Antonelli ist ein guter Mann", so der frühere Red Bull Racing Motorsportberater. Im WM-Kampf würde er sein Geld jedoch auf den zweiten Mercedes-Piloten setzen. "Es spricht alles für Russell, denn er hat die Routine." Obwohl Red Bull Racing im Vorjahr gezeigt hat, dass man das Team im WM-Kampf nicht vorzeitig abschreiben sollte, sieht Dr. Marko Mercedes uneinholbar.

"Red Bull ist bekannt dafür, dass sie rasch und effektiv aufholen können. So gesehen ist noch alles möglich. Das Gute ist, dass die beiden April-Rennen ausfallen. Das gibt ihnen noch mehr Zeit. Doch Mercedes ist eine Klasse für sich, und sie zeigen noch nicht einmal alles", ist Dr. Marko überzeugt. Wolff sieht das völlig anders. Für ihn haben die ersten beiden Rennen ein ganz anderes Bild gezeichnet. "Wir haben eine gute Pace, aber die hat Ferrari auch. McLaren wird kommen, und die anderen werden das Thema Motorenmanagement auch schnell lernen", so Wolff.

F1-Show: Traditionalisten vs. neue Fans

Die Kritik an der aktuellen Show, deren lauteste Stimme die von Verstappen ist, will er nicht überbewerten. "Man muss sich im Sport immer wieder verändern. Man sollte beides respektieren: Die Meinung der Traditionalisten, die den Sport gerne so wollen, wie er früher war, und die der neuen Fans, die sagen: Uns gefällt es eigentlich gut so, wie es jetzt ist, und so soll es bleiben." Zu den Traditionalisten zählt auch Dr. Marko, für den die aktuellen Überholmanöver nur "Vorbeifahren sind".

"Die Formel 1 lebt allein von der Ferrari-Show am Start. Wenn Sie die wegnehmen, ist nicht viel los", betonte der 82-Jährige. Nach über zwei Jahrzehnten in der Formel 1 verspürt er keine Wehmut. Ein F1-Comeback schließt er aus: "Mein Formel-1-Aus ist in Kernöl gegossen." Auch Wolff hat den Abgang seines früheren Kontrahenten abgehakt: "Die Welt bewegt sich weiter."

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