Nach nur einem Rennen Rückschlüsse über das aktuelle Kräfteverhältnis der Formel 1-Teams zu ziehen, ist gewagt. Allerdings sah es in Australien überraschend ähnlich wie bei den Wintertests in Bahrain aus: An der Spitze stehen die vier Top-Teams Mercedes, Ferrari, Red Bull und McLaren, dahinter scheint eine Gruppe aus vier Teams das Mittelfeld zu bilden. Im Albert Park war Haas mit Oliver Bearman als Siebter bestes Team hinter der Spitzengruppe – und das will Ayao Komatsu so beibehalten.

Top-Platzierungen für Komatsu möglich

"Gegen die vier großen Teams können wir natürlich nicht wirklich antreten, aber unser Ziel ist es, 'Best of the Rest' zu sein. Wir sollten um eine Platzierung in den Top-10 kämpfen können, und genau das haben wir in Australien auch geschafft", so der Haas-Teamchef. Allerdings waren auch die Racing Bulls und Audi im Albert Park beeindruckend schnell. Entsprechend schockiert reagierte Ayao Komatsu in seiner Medienrunde in Shanghai auf die These eines Journalisten, wonach der Ferrari-Motor im Heck des VF-26 besser als jener von Audi sei.

"Ich weiß nicht, wie Sie das behaupten können und worauf Sie sich stützen, wenn Sie das sagen", zeigte sich Komatsu schockiert. "Haben Sie sich die GPS-Daten angesehen? Ich glaube nicht, dass man das so sagen kann!" Audi konnte bereits im allerersten Formel-1-Rennen punkten, Gabriel Bortoleto fuhr als Neunter über die Ziellinie. In der Startaufstellung waren Bortoleto und Nico Hülkenberg schneller als das Haas-Duo Oliver Bearman und Esteban Ocon. "Wenn wir uns ansehen, was Audi auf den Geraden leisten kann: Sie sind sehr, sehr gut. Wirklich gut", lobte Komatsu die Konkurrenz.

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Haas-Teamchef: Große Unterschiede zwischen Hersteller

Dabei gab er zu Bedenken, dass er aktuell nur die Ergebnisse und Geschwindigkeitskurven der Konkurrenz als Vergleich heranziehen könne. Wie viel Energie bei Audi vom Verbrenner kommt und wie viel vom Elektroanteil, kann er nicht sagen. Trotzdem hält er die Power Unit von Ferrari nicht für stärker als die von Audi. "Dazu will ich aber gleich klarstellen, dass das keineswegs eine indirekte Kritik gegen Ferrari ist", so Komatsu. In Australien sei man gegen drei Teams mit völlig unterschiedlichen Power Units gefahren – Racing Bulls mit Red Bull Ford, Alpine mit Mercedes und Audi.

"Als wir gegen diese Teams gefahren sind, haben wir sehr schnell gelernt, dass es bei den Deployment-Fähigkeiten und der Strategie große Unterschiede gibt", erklärte der Japaner und betonte nochmals: "Ich kann beim besten Willen nicht den Schluss ziehen, dass wir vor ihnen liegen." Vielmehr geht er davon aus, dass die Stärken der vier Mittelfeldteams je nach Streckencharakteristik unterschiedlich zur Geltung kommen werden. "Gerade bei dieser sehr energieabhängigen Formel 1 hängt vieles von der Strecke ab."

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