Michael Schumachers Formel-1-Saison 1997 löst bei den meisten Fans des Rekord-Weltmeisters aufgrund des Rammstoßes beim Finalrennen in Jerez nicht nur positive Erinnerungen aus. Dennoch war das zweite Jahr in Rot die bis dahin beste Ferrari-Saison von Schumacher und die Autos aus der damaligen Generation zählen in den Augen vieler F1-Zuschauer zu den schönsten in der Geschichte des Sports.
Dementsprechend ist auch jenes Auto ein Hingucker, das am 28. Januar in Paris unter den Hammer kommt. Ein berühmtes britisch-amerikanisches Auktionshaus versteigert nämlich einen Ferrari F310B, den Schumacher im Laufe von 1997 gefahren ist. Dabei handelt es sich allerdings nicht um ein Siegerauto des damals fünffachen Saisonsiegers.
Ferrari F310B wird versteigert: Michael Schumacher fuhr das Auto in Spa
Schumacher steuerte das Chassis mit der Nummer 179 lediglich in der Frühphase des Qualifyings beim Belgien-GP in Spa. Anschließend wechselte Schumacher wieder auf ein älteres Chassis, mit dem er das restliche Wochenende bestritt und auch das Rennen gewann. In der Folge wurde das Auto nur noch von Schumachers Teamkollege Eddie Irvine gefahren und wurde als Ersatzauto genutzt.
Doch auch ohne Formel-1-Siege werden schwindelerregende Summen erwartet. Gerechnet wird damit, dass das Auto etwa 5,5 bis 7,5 Millionen Euro einbringt. Das Auktionslos beinhaltet mit dem Chassis und der Karosserie auch den originalen Motor - einen V-10-Antrieb mit 3.0 Liter Hubraum - und das originale Getriebe.
Die einzige Zielankunft hatte das Chassis 179 beim Italien-GP 1997 zu verbuchen, als Irvine das Auto auf dem achten Platz ins Ziel brachte. Beim darauffolgenden Rennen in Österreich wurde der Bolide nach einer Kollision mit Benetton-Fahrer Jean Alesi beschädigt, Irvine musste das Rennen anschließend aufgeben. Auf dem Nürburgring und in Suzuka befand sich das Auto als Spare Car erneut an der Strecke, kam aber jeweils nicht zum Einsatz.
Regelmäßig werden ehemalige Formel-1-Autos versteigert. Die höchsten Erlöse bringen dabei fast immer die Ferraris ein. Vor dem Monaco-GP im Vorjahr stand ein F2001 von Michael Schumacher im Angebot, der auf über zehn Millionen Euro geschätzt wurde. Zuletzt kam im Oktober ein Auto von Jean Alesi unter den Hammer.
McLaren MP4-17A: Siegerauto von David Coulthard ebenfalls bei der Auktion
Der Ferrari F310B ist im Übrigen nicht das einzige F1-Auto, das am 28. Januar 2026 in Paris versteigert wird. Auch ein McLaren MP4-17A aus den Formel-1-Saisonen 2002/2003 ist Teil der Auktion. Mit dem Chassis mit der Nummer 06 fuhr David Coulthard beim Australien-GP 2003 von Startplatz 10 zum Sieg. Auf dem Podium landete der Bolide außerdem in den Händen von Kimi Räikkönen auf dem Nürburgring, in Magny-Cours und in Indianapolis 2002, sowie in Imola und in Suzuka 2003. Insgesamt stand das Chassis bei zwölf Rennen im Einsatz.
Bei der Versteigerung gibt es noch weitere ikonische Rennautos zu ersteigern, so etwa ein Porsche 962C, der 1988 bei den 24 Stunden von Le Mans am Start stand, sowie ein Talbot-Lago, der zwischen 1951 und 1954 dreimal an der Sarthe aufschlug. Seltenheitswert hat zudem ein Ferrari Dino 206 S, der 1967 in der Sportwagen-WM zum Einsatz kam.
Obwohl neben den genannten Automobilen bei der Versteigerung auch ein Ferrari F50, ein Ferrari Enzo, ein Ferrari 288 GTO, ein Bugatti Bolide oder ein Lamborghini Miura SV versteigert werden, ist keines dieser Autos jenes mit dem höchsten Schätzwert. Diesen kann der Ferrari 250 GT LWB Berlinetta TDF für sich verbuchen. Der legendären Sportwagen gewann 1956 die Tour-de-France-Rally und gilt als das bedeutendste Modell dieser berühmten Baureihe. Er wird auf einen sagenhaften Wert von über 13 Millionen Euro geschätzt.
So berühmt wie dieser Ferrari müssen die F1-Autos von 2026 erst einmal werden... Aber dafür müssen sie sich zunächst einmal auf der Strecke beweisen und noch davor überhaupt mal präsentiert werden. Wann die Teams ihre diesjährigen Boliden enthüllen, könnt ihr hier nachlesen:



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