398 Punkte, WM-Vierter mit keinem einzigen Sieg (lediglich ein Sprint-Sieg in China), zwei unzufriedene Fahrer - und öffentliche Kritik des Ferrari-Boss John Elkann. Ferrari kein einfaches Jahr hinter sich. Doch wie schlecht war 2025 im teaminternen Vergleich wirklich? Das nehmen wir gemeinsam Christian Danner unter die Lupe.
Im Punktevergleich wird jedenfalls deutlich: Die schlechteste Ferrari-Saison war 2025 keineswegs. Dafür reicht bereits ein Vergleich mit den jüngeren Jahren. 2020 war mit 131 Zählern deutlich schlechter als 2025. 2021 sammelte die Scuderia ebenfalls knapp 60 Punkte weniger als in der abgelaufenen Formel 1-Saison. Ein Punktevergleich mit früheren Jahren ist aufgrund der deutlich geringeren Anzahl an Rennen wenig aussagekräftig. Für diesen Vergleich ergibt die Platzierung in der Konstrukteursweltmeisterschaft mehr Sinn.
Die schlechtesten Ferrari-Saisons nach WM-Platzierung (heutiges Punktesystem)
| Pos. | Jahr | WM-Position | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | 1980 | 8 | 71 |
| 2 | 1969 | 6 | 39 |
| 3 | 1973 | 6 | 86 |
| 4 | 2020 | 6 | 131 |
| 5 | 1992 | 5 | 95 |
Die Saison 1980 ist mit Platz acht in der Konstrukteursweltmeisterschaft mit Abstand das Schlusslicht. Mitte der 2010er-Jahre erlebte Ferrari im Punktevergleich ähnlich enttäuschende Saisons wie 2025. Allerdings stand das Team in der Konstrukteursweltmeisterschaft etwas besser da. Neben 2020 war wohl 2014 mit 213 Punkten und Platz vier in der Konstrukteurs-WM die nächste wirkliche Pleiten-Saison. Dabei ist selbst 2020 im reinen Punktevergleich der Ferrari-Historie nicht die schlechteste Saison.
Danner: Ferrari ist da, wo Ferrari immer ist
Der Eindruck bleibt: So selten sind die tendenziell schlechteren Saisons wie 2025 in der Ferrari-Historie auch in der jüngeren Vergangenheit nicht. "Die sind da, wo sie immer sind. Die bleiben die Gleichen", sagt Christian Danner. Der F1-Experte verweist auf einen bekannten italienischen Journalisten: Pino Alievi, der sich besonders im Bereich rund um Ferrari besonders gut auskennt und nicht zuletzt zu Lebzeiten noch mit Enzo Ferrari sprach.
Für Sauber verlief 2025 deutlich vorteilhafter. Durch ein Update machte das Team viel Boden auf die Konkurrenz gut. Wir haben uns das genauer angeschaut.
"Pino hat mir gesagt: Das haben wir alles schon gesehen und ich sage dir was: Wir werden das auch weiterhin sehen. Das heißt: Ein Italiener, der sein Ferrari liebt wie nichts anderes, weiß, dass es immer so war und sich auf absehbare Zeit nicht ändern wird", erzählt Danner. Zum Leidwesen von Lewis Hamilton und Charles Leclerc. "Lewis wollte das lösen. Er weiß, wie es in englischen Teams geht. Aber ich glaube nicht, dass er so etwas lösen kann", so Danner.
F1-Experte: Es braucht mehr als einen neuen Ferrari-Teamchef
Das Problem ist bei der Scuderia tieferliegend. "Die Maßnahmen, die man braucht, um Ferrari nach vorne zu kriegen, sind nicht nur mit einem neuen Teamchef erledigt", sagt Danner. Den letzten Konstrukteurstitel gewann Ferrari 2008. Die letzte wirklich erfolgreiche Phase à la Red Bull oder Mercedes datiert aus der Ära Michael Schumacher zwischen 2000 und 2004. "Da war alles ausgetauscht. Da gab es nichts und niemanden, der wegen der Hierarchie etwas zu sagen hatte, außer wenigen wie Ross Brawn oder Jean Todt", weiß Danner. "
Dann kam Michael Schumacher obendrauf. Ob das je wieder passieren wird, bezweifle ich." Entsprechend warnt Danner die Italiener vor der Konkurrenz in der Königsklasse ab 2026. Die neue rote Göttin wird am 23. Januar vorgestellt. Aston Martin wird mit Beginn der Saison zum neuen Honda-Werksteam mit Teamchef- und Aerodynamik-Genie Adrian Newey. "Aston Martin ist ganz klar ein Team, was da auf einmal ganz vorne mitspielen kann."
Im Gegensatz zum Ferrari-Duo konnten uns einige Fahrer 2025 überzeugen. Wir haben über unsere Top-10 im folgenden Video gesprochen. Klickt euch gerne rein!



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