Am Dienstag wurden Meldungen publik, laut denen Toto Wolff einen Teil seiner Anteile am Formel-1-Team von Mercedes verkaufen könnte. Das ging zunächst aus einer Mitteilung von Sportico hervor, die später auch von mehreren britischen Medien bestätigt wurde. Demnach könnte sich Wolff von Anteilen in Höhe von fünf Prozent des Teams trennen.

Wie die Financial Times berichtete, handelt es sich bei dem potenziellen Käufer der Wolff-Anteile um den Unternehmer George Kurtz. Kurtz ist kein neues Gesicht rund um Mercedes. Der US-Amerikaner besitzt das Cybersecurity-Unternehmen Crowdstrike, das seit Jahren als wichtiger Sponsor bei der F1-Mannschaft aus Brackley auftritt. Seine Übernahme der Anteile der derzeitigen WM-Zweiten soll über einen aliquoten Eintritt in die Holdinggesellschaft von Wolff erfolgen.

Kurtz ist nicht nur durch Crowdstrike ein Partner von Mercedes, sondern ist auch darüber hinaus tief im Rennsport verwurzelt. Als Amateurfahrer ist er schon seit Jahren als Langstrecken-Pilot aktiv und fährt vor allem in der nordamerikanischen Sportwagen-Meisterschaft IMSA in der LMP2-Klasse. In den letzten drei Jahren stand er auch jeweils bei den 24 Stunden von Le Mans am Start.

Verkauft Toto Wolff Mercedes-Anteile? So viel ist das Formel-1-Team wert

Wolff besitzt ein Drittel des Formel-1-Teams von Mercedes, die zwei weiteren Drittel liegen zu gleichen Teilen bei dem Automobilhersteller selbst und beim Chemie-Konzern Ineos rund um Jim Ratcliffe. An der Teamstruktur würde sich durch den Verkauf nichts ändern, Wolff würde auch weiterhin seine derzeitigen Rollen als CEO und Teamchef ausüben.

Die Gespräche zwischen Wolff und Kurtz sollen schon weiter fortgeschritten sein und könnten einen rekordverdächtigen Deal zustandebringen. Die Rede ist davon, dass der Verkauf auf Basis einer Gesamtbewertung des Teams von sechs Milliarden US-Dollar (ca. 5,2 Mrd. Euro) erfolgen soll. Damit wäre Mercedes gemessen an dieser Einstufung das wertvollste Team in der Königsklasse.

Erst im September übernahmen der bahrainische Staatsfond Mumtalakat und die Investmentgesellschaft aus Abu Dhabi CYVN Holdings bei einer Bewertung von über vier Milliarden Dollar (ca. 3,5 Mrd. Euro) die verbleibenden 30 Prozent der Anteile bei McLaren. Den Rest des Team besaßen die beiden Nahost-Investoren bereits vorher.

Formel-1-Teams so wertvoll wie nie zuvor

Sämtliche Formel-1-Teams haben in den letzten Jahren eine massive Wertsteigerung hingelegt. Das liegt einerseits an der gesteigerten Reichweite des Sports seit der Übernahme durch Liberty Media 2017, insbesondere durch die vermehrte Expansion in den nordamerikanischen Raum. Andererseits ist es auch ein Nebeneffekt der Budget-Deckelung, welche den Besitz eines Rennstalls zu einem lukrativen Geschäftsmodell geformt hat, mit dem Geld verdient werden kann. Zuvor warfen Teams nur selten Rendite ab.

Gleichzeitig gibt es im Moment nach dem Eintritt von Cadillac in die Königsklasse keine guten Aussichten, ein neues Team in den Sport zu bringen. Die jahrelange Kontroverse um Andretti-Cadillac zeigte, auf wie viel Gegenwind selbst ein werksunterstütztes Projekt stößt. Diese Faktoren treiben den Wert der bestehenden Mannschaften in die Höhe. Zum Vergleich: Ende 2020 übernahm Ineos sein Drittel am F1-Team von Mercedes für umgerechnet etwas mehr als 200 Millionen Euro. Sollte sich die neue Milliarden-Bewertung bestätigen, hätte sich der Wert des Rennstalls damit innerhalb von weniger als fünf Jahren fast verzehnfacht.

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