In der Mercedes-Garage war das Qualifying für den Großen Preis von Mexiko-Stadt ein Bangen bis zur letzten Sekunde. In den zwei ersten Segmenten machte Kimi Antonelli das Weiterkommen zu einer spannenden Sache, denn es war beide Male nicht sicher, ob er es in die nächste Runde schaffen würde. Im Q3 fing sich der Rookie wieder und reiht sich für das Formel-1-Rennen auf dem Autódromo Hermanos Rodríguez auf dem sechsten Platz ein.

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"Ich habe mich im Auto und auf der Strecke gut gefühlt, ich muss alles nur noch mehr zusammenbekommen", ärgerte sich Antonelli nach dem Qualifying. "Ich konnte meinen Rhythmus nicht finden, es war alles ein bisschen gehetzt." Auf seiner zweiten schnellen Runde im Q1 hüpfte er im Mittelsektor mehrmals über den Kerb und verlor dabei wichtige Sekunden. Seine Zeit reichte lediglich für Platz elf.

Doch das Autódromo wurde stetig schneller und hinter Antonelli fuhren noch einige weitere Fahrer über die Ziellinie. Er wurde bis auf Platz 15 durchgereicht. Nur, weil Alex Albon sich nicht verbessern konnte, wurde Antonelli vor einem Ausscheiden im Q1 bewahrt. Danach hatte er kein Selbstvertrauen mehr: "Ich war unter einem enormen Druck. Ich habe die Session einfach nicht gut gestartet und mich in eine mehr als unangenehme Situation gebracht", klagte Antonelli.

Antonelli hat keine Angst vor Verstappen & Piastri: Habe nichts zu verlieren

Im Q2 patzte der Rookie wieder. Auf seiner ersten Runde blockierten seine Räder und er fuhr fast gerade in Kurve vier hinein. Einen Verstoß gegen die Track Limits gab es nicht, die Rundenzeit war aber nicht wettbewerbsfähig. Sein zweiter Versuch musste sitzen. Das tat er auch und Antonelli kam als Achter ins Q3 weiter. "Es war nicht die beste Session, aber ich bin ganz zufrieden damit, wie ich mich wieder aufgerappelt habe", meinte der 19-Jährige.

In der finalen Session saßen dann alle Runden, Antonelli fehlten nur zwei Zehntelsekunden auf die Top-3. Seinen ersten Großen Preis von Mexiko-Stadt wird er neben Max Verstappen und vor Oscar Piastri starten. Von den zwei WM-Kandidaten lässt sich der Rookie aber nicht einschüchtern: "Ich weiß nicht, wie sie sich verhalten werden, aber ich habe nichts zu verlieren. Der Weg bis zur Kurve eins ist lang, da kann viel passieren. Ich werde versuchen, einen guten Start hinzulegen, meine Position zu halten oder sogar Positionen zu gewinnen und dann eine gute Pace zu fahren", lautet Antonellis Plan.

George Russell sieht sich in Mexiko auf Podiumskurs

Schließlich muss Mercedes den zweiten Platz in der Konstrukteurs-Wertung verteidigen und die Hauptkonkurrenz, Ferrari, startet vor den Silberpfeilen. Das Resultat zu maximieren und so viele Punkte wie möglich zu sammeln, ist also Ziel Nummer eins. George Russell sieht sich von Platz vier aus startend auf Podiumskurs: "Die beiden Ferraris könnten zwei verschiedene Strategien fahren und so Druck auf den McLaren [Lando Norris, Anm. d. Red.] ausüben. Aber sie können nicht gleichzeitig zum Reifenwechsel kommen. Also vielleicht kann ich einen Undercut gegen einen von ihnen machen", verriet Russell seine Pläne.

Die Pace des W16 wäre da, die Longruns waren konkurrenzfähig. Auch im Qualifying fuhr Russell stets an der Spitze mit. Aber die stärkste Pace hilft nicht, wenn man nicht überholen kann. Und das ist auf dem Autódromo nicht so leicht, die beste Möglichkeit dafür ist die erste Kurve nach der 1,2 Kilometer langen Start-Ziel-Geraden. Besonders in der ersten des 71 Runden langen Grand Prix wird das eine Schlüsselstelle sein, weiß Russell. In dieser Saison war der Rennsieger oft derjenige, der die Führung nach der ersten Kurve innehatte.

Die Trainingsanalyse zeigt: Ferrari und Mercedes könnten McLaren in Mexiko einen Strich durch die Rechnung machen. Warum? Das erfahrt ihr hier: