Beim Formel-1-Wochenende in Mexiko stand der Freitag ganz im Zeichen der Rookies. Nicht nur, dass im ersten Freien Training neun Nachwuchs-Fahrer im Einsatz waren, auch Kimi Antonelli hatte einen der besten Freitage seiner noch jungen F1-Karriere. In beiden Sessions platzierte sich der Mercedes-Junior in den Top-3. Im FP2 war er fast drei Zehntelsekunden schneller als sein erfahrener Teamkollege George Russell.

"Es war ein guter Tag, wohl einer der besten Freitage, die ich seit Langem hatte", resümierte Antonelli. In der ersten Trainingseinheit fehlte ihm nur eine Zehntel auf die Bestzeit von Charles Leclerc. In FP2 konnte er die Leistung aufrechterhalten, keine zwei Zehntel trennten ihn von Max Verstappens schnellster Runde. "Wir haben ein paar Setup-Veränderungen ausprobiert. Das hat das Auto in manchen Aspekten verbessert, in anderen verschlechtert. Aber wir konnten viele Daten sammeln", zeigte sich der Rookie positiv.

Hätte er sein Trainings-Programm wie geplant gefahren, wäre er vielleicht noch näher an der Bestzeit dran gewesen. Aber ein technisches Problem warf den Plan schon am Anfang der zweiten Session durcheinander. Direkt nachdem er aus der Boxengasse fuhr, meldete sein Auto, dass es sich im "Limp-Modus" befinde. Es gab ein Problem mit dem Motor. Deshalb konnte sich Antonelli nur schleppend über das Autódromo Hermanos Rodríguez bewegen. Das Problem hatte sich nach zwei Runden und ein paar Einstellungswechseln wieder gelöst und Antonelli konnte ohne Hindernisse weiterfahren.

"Es hat unseren Plan ein bisschen kaputt gemacht. Ich war danach gestresst, aber wir konnten noch alle Runden fahren, wie wir wollten, und das ist das Wichtigste", so der Mercedes-Fahrer. Dann stand ihm gegen Ende der Session auch noch Liam Lawson im Weg. Seinen Unmut verschaffte er am Funk Gehör: "Ah, verdammter Lawson!" Für das Qualifying ist er optimistisch, aber nicht übermütig: "Die Pace sieht gut aus. Aber die Strecke verändert sich und es ist wichtig, meinen Fahrstil und das Auto auch zu entwickeln. Wir werden unser Bestes tun."

George Russell nutzt freie Zeit, um auf Tribüne Formel 1 zu schauen

George Russell musste sich am Freitag in Mexiko hinter den Rookies anstellen. Im ersten Freien Training beförderte Mercedes ihn auf die Ersatzbank, um mit Simulatorfahrer Fred Vesti den letzten verpflichtenden Rookie-Einsatz zu absolvieren. Russell nutzte die freie Zeit für etwas, zu dem er sonst nie kommt: Formel 1 schauen. Der Brite setzte sich eine der in Mexiko beliebten Lucha-Libre-Masken auf und mischte sich im berühmten Stadion-Abschnitt unter die Fans. "Ich habe mir gedacht, ich versuche etwas Semi-Normales. Ich wurde auch fast nicht erkannt, das war echt lustig", erzählte Russell nach dem zweiten Training.

Bei seinem einzigen Freitags-Auftritt auf dem Autódromo brauchte Russell ein bisschen Eingewöhnungszeit. Beim Überfahren eines Kerbs vor Kurve 10 verlor er das Heck seinen W16, kam von der Strecke ab und musste sich durch die Styropor-Schilder schlängeln. Seine einzige schnelle Runde brachte ihn nur auf Platz sechs mit fast einer halben Sekunde Rückstand auf Max Verstappen, doch er hatte mit Verkehr zu kämpfen gehabt.

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