Die Formel 1 brauchte in Baku geschlagene zwei Stunden und sechs rote Flaggen, um ein von unzähligen Zwischenfällen durchzogenes Qualifying durchzubringen. Nur Max Verstappen behielt aus der Spitzengruppe einen kühlen Kopf und holte sich Pole, während McLaren und Ferrari sich blamieren - Crashs für Oscar Piastri und Charles Leclerc inklusive.
Das Ergebnis: Verstappen entriss auf dem letzten Drücker Carlos Sainz die Pole. Chaotische Zustände durch zwei Unfälle in Q3 plus kurz einsetzender Regen hatten den Williams beinahe auf eine Sensations-Pole gespült. Da auch Lando Norris am Schluss patzte, stellte Liam Lawson sich sensationell vor schwachen Mercedes auf den dritten Startplatz.
Das Qualifying artete in ein Unfall-Festival aus, sechsmal musste per roter Flagge unterbrochen werden. Charles Leclerc beendete in Q3 per Crash seine Pole-Serie in Baku. Piastri steht trotz eines heftigen Abflugs in der Startaufstellung nur zwei Plätze hinter Norris. Lewis Hamilton blieb in Q2 hängen. Auch Nico Hülkenberg landete in Q1 einmal in der Wand und schied am Ende vorzeitig aus.
Das Wetter: Regen über Nacht hatte die Strecke gesäubert. Im Qualifying war es bei 21 Grad Luft- und 27 Grad Streckentemperatur zwar trocken, aber wie schon im letzten Training sehr windig. Die Böen kamen aus Nordosten. Das hieß Rückenwind in der schwierigen Kurve 15. Regen driftete im Verlauf des Qualifyings über die Strecke, war aber stets nur stark genug um den Asphalt schmierig zu machen.
Q1 in Baku: Unfall-Serie gipfelt in peinlicher Alpine-Szene
Schon beim Abtasten auf den ersten Runden passierte der erste Unfall: Alex Albon war in Kurve 1 zu eng dran, touchierte innen die Betonwand und brach sich die Aufhängung. Er musste abstellen und sorgte für die erste rote Flagge. Kimi Antonelli geriet prompt unter Verdacht, gelbe Flaggen missachtet zu haben, was nach dem Qualifying noch untersucht werden wird.
Nur drei Minuten nach dem Neustart steckte Nico Hülkenberg seine Nase in Kurve 4 in die TecPro, was eine weitere rote Flagge auslöste. Hülkenberg konnte sich allerdings mit nur kaputtem Flügel im Rückwärtsgang befreien und schaffte es zum Nasenwechsel an die Box.
Bei ablaufender Uhr sorgte dann Alpine in Kurve 4 für Chaos: Erst verbremste sich Pierre Gasly und landete im Notausgang. Nur wenige Meter hinter ihm folgte Teamkollege Franco Colapinto und verlor - während Gasly im Notausgang manövrierte - die Kontrolle und schlug am Kurvenausgang in die TecPro ein. Das beendete Q1 unter Rot und besiegelte das Doppel-Aus des Teams.
Colapinto belegte damit P16. Hülkenberg blieb auf P17 übrig und wurde einmal mehr von Gabriel Bortoleto (P13) geschlagen. Esteban Ocon, Gasly und Albon komplettierten die Ausgeknockten. Oliver Bearman rutschte gerade so durch, nachdem er auf seiner letzten Runde die TecPro in Kurve 15 ordentlich erwischt hatte. Immerhin schien das Auto dabei unbeschädigt zu bleiben.
| Qualifying - Session Q1 | |
| Zwischenfälle: | Albon raus nach Mauerkuss in Kurve 1 Hülkenberg crasht in Kurve 4, kann aber weiterfahren Ermittlung gegen Antonelli wegen Gelb-Verstoß Gasly kurz vor Schluss in Kurve 4 im Notausgang, Colapinto crasht prompt an gleicher Stelle |
| ausgeschieden: | 16. Colapinto - 17. Hülkenberg - 18. Ocon - 19. Gasly - 20. Albon |
| Top-5: | 1. Norris - 2. Verstappen - 3. Leclerc - 4. Russell - 5. Hadjar |
Q2 in Baku: Lewis Hamilton fliegt bei Ferraris Chaos-Auftritt raus
Die ersten Runden hatten gerade erst begonnen, und schon folgte die vierte rote Flagge. Oliver Bearman übertrieb es erneut, diesmal ausgangs von Kurve 2, und diesmal brach die Aufhängung. Beim Restart dauerte das Qualifying nun schon eine Stunde, aber es waren immer noch 11:54 Minuten in Q2 zu fahren. Die ersten Fahrer beklagten sich bereits über die immer tiefer stehende Sonne.
Ferrari lieferte danach eine Chaos-Vorstellung. Leclerc fuhr auf den schon das ganze Qualifying berechenbareren und schnelleren Medium raus, aber auf seinen ersten beiden Versuchen landete er jeweils im Notausgang. Der erste Ausritt zwang auch Hamilton hinter ihm zum Abbruch. Leclerc holte sich daraufhin einen neuen Satz Medium-Reifen, um auf Nummer sicher zu gehen. Auf P6 kam er weiter.
Hamilton hingegen versuchte es mit Soft-Reifen auszusitzen, um den besseren Medium für Q3 zu sparen. Augenscheinlich ein schwerer Fehler. Ohne Grip rutschte er auf dem entscheidenden Versuch viel zu stark, und blieb noch hinter Fernando Alonso auf dem 12. Rang hängen. Mit ihm verabschiedeten sich Bortoleto, Lance Stroll und Bearman.
| Qualifying - Session Q2 | |
| Zwischenfälle: | Bearman crasht ausgangs Kurve 2 |
| ausgeschieden: | 11. Alonso - 12. Hamilton - 13. Bortoleto - 14. Stroll - 15. Bearman |
| Top-5: | 1. Verstappen - 2. Norris - 3. Piastri - 4. Russell - 5. Antonelli |
Q3 in Baku: Piastri & Leclerc werfen weg
Plötzlich schickte sich nun das Wetter an, für noch mehr Chaos zu sorgen. Auf dem ersten Versuch rutschte Russell schon in Kurve 4 in den Notausgang, mehrere Fahrer melden einsetzenden Regen. "Die Strecke ist so rutschig, die weißen Linien sind wie Eis!", funkte Kimi Antonelli. Die Spitze brachte ihre ersten Runden dann gar nicht mehr ins Ziel, denn Leclerc stopfte seinen Ferrari in Kurve 15 in die TecPro und löste die fünfte rote Flagge aus. Für ihn endet damit eine Serie von 4 Baku-Poles in Folge.
Nur drei Fahrer - Carlos Sainz, Liam Lawson und Isack Hadjar - hatten zu diesem Zeitpunkt erste Zeiten gefahren. Zwar blies der starke Wind den Regen wieder weg, doch beim Restart war es schnell wieder vorbei - Piastri steckte seinen McLaren in Kurve 3 in die Wand. Mangels Zeitenverbesserungen stand Sainz bei noch 3:41 verbleibenden Minuten immer noch auf dem ersten Rang. Und die erneute Verzögerung war lang genug, dass der Nieselregen wiederkam.
Auf der schmierigen Strecke wurden die letzten Runden mit Slicks ein Eiertanz. Es waren perfekte Verstappen-Bedingungen - der Red-Bull-Pilot stellte sich mit fast einer halben Sekunde Vorsprung auf die Pole. Sainz blieb trotzdem sensationeller Zweiter, Liam Lawson ähnlich sensationeller Dritter. Der Rest bekam die letzte Runde nicht auf die Reihe.
Antonelli, Russell und Tsunoda blieben mit den Plätzen 4, 5 und 6 blass. Norris entging in Kurve 15 nur haarscharf einem Desaster, als er an der TecPro entlangräuberte. Damit landete er auf P7 nur vor Isack Hadjar und startet jetzt nur zwei Plätze vor Piastri.
| Qualifying - Session Q3 | |
| Zwischenfälle: | Leclerc crasht in Kurve 15 Piastri crasht in Kurve 3 |
| Top-5: | 1. Verstappen 2. Sainz - 3. Lawson - 4. Antonelli - 5. Russell |



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