Cadillac scheint in der Formel 1 ungewöhnliche Wege zu gehen - zumindest in Sachen Presseaussendung. Um 17:48 Uhr MEZ trudelte am Mittwoch die offizielle Bekanntgabe von Colton Herta als Testfahrer ein. Lange Zeit galt der US-Amerikaner als potenzieller Kandidat für eines der beiden Stammcockpits 2026, doch mit der Verpflichtung von Valtteri Bottas und Sergio Perez schien das F1-Kapitel für ihn vorerst zu Ende.

Doch nun die Wende: Herta, der sich 2019 zum jüngsten IndyCar-Sieger aller Zeiten kürte, nennt seinen neuen Job als Testfahrer eine einzigartige Gelegenheit, "auf die er lange Zeit hingearbeitet hat". "Es war schon immer mein Traum in der Formel 1 an den Start zu gehen. Dieser Schritt ist immens, um mein Ziel zu erreichen. Im Moment liegt mein Fokus darauf, Cadillac dabei zu helfen, ein konkurrenzfähiges Team aufzubauen", sagte der 25-jährige Sohn von ART-Ikone Bryan Herta.

Der US-Amerikaner hat bereits F1-Erfahrung gesammelt. 2022 testete er einen McLaren der Spezifikation 2021 in Portimao. Über die Fahrerwahl erklärte McLaren-CEO Zak Brown damals: "Wir nehmen jeden, den wir in unser Formel-1-Auto setzen, sehr ernst... Die erste Hürde, die es zu nehmen gilt, ist: Glauben wir, dass dieser Fahrer Weltmeister und Grand-Prix-Sieger werden kann? Und wenn die Antwort darauf Ja lautet, dann machen wir weiter."

Nun macht Cadillac weiter, wo McLaren aufgehört hat. "Colton ist ein außergewöhnlich talentierter Racer, der seine Pace, sein fahrerisches Können und seine Reife längst bewiesen hat. Seine Erfahrung im amerikanischen Spitzensport als Teil der TWG Motorsport-Familie macht ihn zur idealen Besetzung für diese Rolle", betonte Cadillac-Teamchef Graeme Lowdon. Seine Herkunft spielte bei seiner Verpflichtung durchaus eine Rolle. "Die Verpflichtung eines amerikanischen Fahrers für ein amerikanisches Formel-1-Team ist nicht nur für unser Team, sondern für den gesamten amerikanischen Motorsport ein äußerst bedeutender Moment", so Lowdon.

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Für Herta ist Cadillac-Job eine Rückkehr in den europäischen Rennsport, wo er von 2015 bis 2016 aktiv tätig war, unter anderem als Teamkollege von Lando Norris in der MSA Formula Championship 2015. Für Mick Schumacher ist die F1-Tür damit wohl endgültig geschlossen, doch wie geht es mit ihm weiter? Das erfährst du in unserem Video:

Kein F1-Cockpit! Wie geht’s mit Mick Schumacher weiter? (09:53 Min.)