Während sich die US-amerikanischen Medien wundern, warum Cadillac keinen einheimischen Fahrer für den Formel-1-Einstieg 2026 gewählt hat, fragt man sich in Motorsport-Deutschland: Wie geht es mit Mick Schumacher weiter?

Der 26-Jährige hatte sich Hoffnungen auf eines der beiden Caddy-Cockpits und damit seine Rückkehr in die F1 gemacht. Schumacher hatte Gespräche mit dem US-Autobauer bestätigt, die Wahl fiel bekanntermaßen aber auf die erfahrenen Rückkehrer Valtteri Bottas und Sergio Perez. Damit sind Schumachers Chancen auf ein baldiges Comeback in der Formel 1 als Stammfahrer weit entfernt.

Kein F1-Cockpit! Wie geht’s mit Mick Schumacher weiter? (09:53 Min.)

Kein Platz bei Cadillac: Wie geht es für Mick Schumacher weiter?

Was bedeutet die Cadillac-Entscheidung für die weitere Motorsport-Karriere von Mick, der aktuell seine zweite Saison in der WEC mit Alpine bestreitet und sich zu den schnellsten Piloten im Starterfeld gemausert hat? Internationale Medien spekulieren seit geraumer Zeit, dass er innerhalb der Langstrecken-WM zu Cadillac wechseln und zudem als F1-Ersatzfahrer beim US-Team einsteigen könnte. Dabei handelt es sich um reine Spekulationen, und das Schumacher-Lager hält sich derzeit bedeckt.

Geht es nach Norbert Haug, wäre die WEC eine attraktive Alternative für Schumacher, wenn auch nicht so prominent wie die F1. "Es sind 20 Fahrer, die einen Platz in der Formel 1 erhalten, und, wie alle, die den notwendigen Hintergrund zur Beurteilung haben, kann ich nicht beschwören, dass dies zwangsläufig die besten Rennfahrer der Welt sind", sagte Haug zu Motorsport-Magazin.com. "Auch wenn sie in der interessierten Öffentlichkeit gemeinhin als solche gesehen werden, was klarerweise an der alle anderen Motorsportkategorien überstrahlenden Dominanz der Formel 1 liegt."

Der langjährige Mercedes-Motorsportchef, der Schumachers Karriere seit ihren Anfängen verfolgt, weiter: "Auch bei den Sport-Prototypen kann man zum Weltstar werden, wie das beispielsweise auch der Deutsche Timo Bernhard beweisen hat, der sich im Porsche weder vor Mark Webber noch vor Nico Hülkenberg und auch nicht vor Fernando Alonso im Toyota verstecken musste."

Ex-Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug beobachtet Mick Schumachers Karriere, Foto: DTM
Ex-Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug beobachtet Mick Schumachers Karriere, Foto: DTM

Haug: "Mick soll seine Rivalen nach allen Regeln der Kunst verblasen"

In der Langstrecken-Weltmeisterschaft hat Schumacher mit seinen aktuellen Alpine-Teamkollegen Jules Gounon und Fred Makowiecki bereits Erfolge vorzuweisen. Bei den WEC-Rennen in Imola und Spa-Francorchamps fuhr das Trio aufs Podium. Mit acht Großherstellern wie den Le-Mans-Siegern von Ferrari, Porsche, BMW oder Toyota ist der Wettbewerb hart wie nie zuvor.

Schumacher hatte 2024 sein Debüt in der WEC bei Alpine gegeben, wohl nicht zuletzt mit dem Hintergedanken, dass sich bei den Franzosen die Möglichkeit für ein Formel-1-Cockpit ergeben könnte. Daraus wurde bekanntermaßen nichts. Norbert Haugs Appell für die Zukunft: "Mick ist ein Guter und soll seine Rivalen in den Sport-Prototypen nach allen Regeln der Kunst verblasen, dann sehen wir weiter."

Die nächste Gelegenheit bietet sich für Schumacher und Co. beim kommenden WEC-Rennen in Austin, Texas - dem Heimrennen von Cadillac am 07. September. Cadillac mit seinem neuen Einsatzteam Jota um Teamchef Dieter Gass hatte den vorangegangenen Lauf in Sao Paulo gewonnen und damit Ferraris Siegesserie durchbrochen. Schumacher, Gounon und Makowiecki belegen den 13. Platz in der Fahrer-Weltmeisterschaft, die das Ferrari-Trio Antonio Giovinazzi/Alessandro Pier Guidi/James Calado anführt.