Audis Einstieg in die Formel 1 zur Saison 2026 rückt immer näher. Am Mittwochmorgen vor dem Ungarn GP gab der Hersteller mit den vier Ringen einen großen Sponsoren-Deal für das F1-Abenteuer bekannt: Das Fintech-Unternehmen Revolut mit Sitz in London wird Titelpartner, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Den vollständigen und offiziellen Teamnamen gab Audi aber noch nicht bekannt.

"Audi betritt die Formel 1 mit einem klaren Anspruch: Die Plattform als technologisch relevante und wirtschaftlich nachhaltige Investition in die Zukunft der Marke Audi zu nutzen", so Audi CEO Gernot Döllner. "Wir glauben fest an den Erfolg unseres Projekts, das wir mit einer realistischen Haltung und dem Mindset von kontinuierlicher Verbesserung angehen. Mit Revolut haben wir einen Partner gefunden, der unsere Ambitionen und Haltung teilt."

"Dies ist eine bedeutende Partnerschaft für Revolut und das zukünftige Audi F1 Team", meint Revolut-Boss Nik Storonsky und verspricht: "Wir nähern uns der 100-Millionen-Kunden-Marke und werden sie mit unvergesslichen Erlebnissen in die Formel 1 bringen - zu einer Zeit, in der der Sport floriert. Während Revolut weiterhin den Status quo im globalen Finanzwesen herausfordert, wird das künftige Audi F1 Team das Gleiche im Motorsport tun."

Das Unternehmen soll für Audi nicht nur Sponsor sein. "Ab 2026 wird Revolut mit seinen digitalen Lösungen zentrale Bereiche unseres operativen Geschäfts unterstützen", verrät Teamchef Jonathan Wheatley. Die 2015 gegründete Neo-Bank bietet als Finanzdienstleister ein breites Portfolio für Geschäftskunden.

Audi-Sponsor nicht unumstritten

Revolut hält eine Bankenlizenz der Europäischen Zentralbank, ist aber nicht unumstritten. Berichte über Verbindungen zur russischen Regierung weist das Unternehmen entschieden zurück, Probleme mit dem Kundenservice und unbegründete Kontosperrungen sind hingegen gut dokumentiert. 2024 machte Revolut einen Umsatz von rund 3,6 Milliarden Euro und beschäftigte über 10.000 Angestellte.

Wie üblich bei Sponsor-Bekanntgaben wird in der Pressemittelung dick aufgetragen. Nicht weniger als "eine neue Art und Weise der Fan-Interaktion an Rennwochenenden" und "einmalige Erlebnisse für eine neue Generation von Motorsportbegeisterten" werden als Ziele ausgegeben. Was sich konkret dahinter verbirgt, wird nicht verraten.

Über das Volumen des Deals ist bislang nichts bekannt. Auch wo und wie groß die Logos des Sponsors platziert sein werden, ist unklar. In der Formel 1 sind für größere Werbepartnerschaften aber inzwischen mittlere zweistellige Millionenbeträge üblich.

Revolut ist Audis zweiter großer Partner in der Formel 1. Mit dem Mineralölkonzern BP arbeitet der Premiumhersteller in Neuburg an der Donau schon seit Beginn der Entwicklung am Formel-1-Motor zusammen. Radio Fahrerlager vermeldet außerdem einen größeren Deal mit dem deutschen Sportartikelhersteller Adidas, der seit dieser Saison Mercedes ausrüstet. Offiziell vermeldet wurde noch nichts.

Auch Partnerschaften mit Unternehmen aus Katar gelten als wahrscheinlich. Beim Katar GP 2024 wurde eine signifikante Minderheitsbeteiligung der Qatar Investment Authority (QIA) an Sauber bekanntgegeben. Ein Drittel von Audis Formel-1-Team gehört dem Staatsfond von Katar.

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