Drama bei Nico Hülkenberg im Formel-1-Qualifying in Österreich. Beim einzigen deutschsprachigen Grand Prix startet der einzige deutschsprachige Pilot vom 20. Startplatz, sprich als Letzter ins Rennen. Nachdem es für ihn in allen Freien Trainings nicht richtig rund lief, sollte im Qualifying die Erlösung folgen. Das Gegenteil passierte: Für Hülkenberg steht das schlechteste Qualifying-Ergebnis der Saison zu Buche.
"Ich habe mich leider in Kurve 4 verbremst", erklärte Hülkenberg den wartenden Journalisten mit einer ernsten Miene. "Es ist ein dummer Fehler von mir gewesen. Das soll und darf an diesem Punkt im Qualifying nicht passieren." Im entscheidenden Versuch war der Deutsche zuvor noch auf persönlicher Bestzeit unterwegs, verbaute sich durch den Fehler allerdings alle Möglichkeiten. Wie eng die Abstände im aktuellen Formel-1-Feld sind, zeigt die Tatsache, dass Hülkenberg auf P20 nur 0,934 Sekunden auf die Q1-Bestzeit von Lando Norris fehlten.
Für Sauber ist das ein Rückschlag im Aufwärtstrend der vergangenen Wochen. Die Schweizer Mannschaft brachte auch nach Spielberg Updates für den C45-Boliden und wollte abermals WM-Punkte mit Hülkenberg holen. Vom letzten Startplatz wird dies auf dem 4,3 km kurzen Red Bull Ring allerdings zur Mammutaufgabe. "Wir werden für den ersten Teil des Rennens garantiert im Verkehr stecken", bedauert der 37-Jährige.
Ist der Sonntag für Hülkenberg aufgrund seiner misslichen Lage bereits abgeschrieben? "Natürlich ist es frustrierend und es nervt, durch meinen Fehler Letzter zu sein", antwortete der Deutsche. Trotzdem startet er nicht hoffnungslos ins Rennen. "Ich habe das Gefühl, dass wir ein gutes Auto für das Rennen haben, und deshalb werde ich versuchen, das [Qualifying; d. Red.] morgen zu korrigieren."
Erstmals in Q3: Gabriel Bortoleto rettet Sauber den Formel-1-Samstag

Allen Hülkenberg-Schwierigkeiten zum Trotz läuft es bei Gabriel Bortoleto auf der anderen Seite der Garage bestens. Bereits das gesamte Österreich-Wochenende brilliert der Rookie mit Top-Ergebnissen. Im Training Sechster und Achter, beendete Bortoleto das Qualifying auf dem achten Platz. Damit war der Brasilianer erstmals in seiner Formel-1-Karriere in Q3 mit von der Partie.
"Es ist das erste Wochenende, an dem ich mich von FP1 an im Auto gut fühle. Es fühlt sich an, als würde es Klick machen und ich in die richtige Richtung gehen", freute sich Bortoleto über seinen Lauf in Spielberg. "Q3 auf dieser Strecke zu erreichen, ist für mich sehr besonders." Mit dem Red Bull Ring verbindet er erfolgreiche Jahre in den Nachwuchsserien. In der Formel 3 wurde er 2023 Zweiter, in der Formel 2 siegte er im vergangenen Jahr an gleicher Stelle.
Nach dem exzellenten Qualifying darf Bortoleto auch von seinen ersten WM-Punkten in der Königsklasse träumen. Allerdings hat er in Startreihe vier mit Max Verstappen einen der besten Starter der Formel 1 neben sich. "Es wird schwierig mit Max", weiß Bortoleto jetzt schon. "Er sollte Top-3, Top-4 sein - dort, wo er immer ist."
Der 20-Jährige hat bereits eine grobe Strategie für das Rennen im Kopf. "Offensichtlich macht es keinen Sinn, gegen Fahrer zu kämpfen, die du nicht hinter dir halten kannst", spielt er auf ein mögliches Startduell gegen Verstappen an. In Kimi Antonelli auf P9 sieht er jedoch seinen ersten Gegner auf Augenhöhe: "Ich denke, dass ich vielleicht mit ihm kämpfen kann. Wir waren das gesamte Wochenende eng beieinander."
Dass Hülkenberg durch den Verbremser all seine Q2-Chancen verspielt hatte, bestätigt für Jonathan Wheatley die eng umkämpfte Königsklasse. Kritik an Hülkenberg gab es vom Sauber-Teamchef keine. Vielmehr lobte er den Q3-Einzug von Gabriel Bortoleto. "Unser bestes Qualifying-Ergebnis seit Las Vegas 2023", hob Wheatley hervor. "Gabi lieferte während des gesamten Qualifyings eine beeindruckende Leistung."
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