Das voraussichtlich die WM 2025 entscheidende Update-Rennen der Formel 1 ist angebrochen. Ja, obwohl am nächsten Wochenende in Österreich gerade einmal das 11. von 24 Rennen stattfinden wird, werden die Teams vom Reglement zur Entscheidung gezwungen. Auch Red Bull kündigt jetzt ein Update-Paket an.

"Wir bekommen jetzt für Österreich ein Update, das wird dann noch einmal verfeinert für Silverstone", bestätigt Motorsport-Berater Dr. Helmut Marko der 'Kleinen Zeitung'. Über diese zwei Wochen wird der problematische RB21 sein zweites größeres Paket erhalten. Das erste hatte Red Bull verteilt über die beiden Rennen von Miami und Imola gebracht und dabei mit Unterboden, Seitenkasten, Bremskühlung und Hinterradaufhängung einiges modifiziert.

Dabei hatte man sogar im Schnellverfahren operiert, hatte die Teile so schnell wie möglich angeliefert und dafür minimalen Ersatzteil-Bestand riskiert. Yuki Tsunoda bezahlte den Preis dafür, als er in Imola das Auto im Qualifying zerstörte und daraufhin mehrere Rennen mit dem alten Paket fahren musste. Erst am Samstag in Kanada hatte er wieder das aktuelle Paket bekommen.

Red Bulls jüngstes Update: Entscheidend für F1-WM 2025

Das Spielberg-Silverstone-Paket wird nun eine Vorentscheidung in der WM mit sich bringen, prognostiziert Marko, der sein Team aktuell noch immer im Schnitt drei Zehntel hinter den WM-Führenden von McLaren sieht: "Wenn das auch nicht zieht, dann wird es in der WM schwierig. Und es ist nicht so, dass es nicht schon schwierig genug ist."

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"Es ist nicht unmöglich, die drei Zehntel aufzuholen, aber wenn, dann muss es jetzt kommen", unterstreicht Marko. Denn das Reglement begrenzt die aerodynamischen Entwicklungsressourcen aller Teams. Und weil 2026 ein komplett neues Reglement kommt, müssen alle spätestens im Sommer ihre 2025er-Projekte abstellen. Zu groß ist die Gefahr, sonst mit großem Rückstand ins nächste Jahr zu starten.

"Ich nehme an, nach Silverstone oder spätestens nach Spa wird es eine Entscheidung geben, dass man sich ganz auf das neue Auto konzentriert", prognostiziert Marko. Dabei sei angemerkt: Red Bull hat ohnehin bislang bereits mehr Ressourcen für 2025 aufgewandt als etwa McLaren. Dort hat man abgesehen von Flügeln und Bremskühlungen nur den Diffusor bislang geupdatet und den bei Ground-Effect-Autos entscheidenden Unterboden sonst kaum angerührt.

Red Bull noch immer mit bekannten Technik-Problemen: Überhaupt lösbar?

Trotzdem liegt Red Bull nach elf Rennen weiter zurück. Seit Imola berichtete das Team rund um Max Verstappen zwar von Fortschritten und sah sich vor allem auch in der Lage, die Abstimmung des RB21 schon am Freitag in den Trainings schneller in ein brauchbares Fenster zu bringen. Das war vor dem ersten Update-Paket oft ein Ding der Unmöglichkeit gewesen.

Doch die Grundprobleme, an denen das Auto seit zwei Jahren laboriert, sind laut Marko immer noch da: "Es springt über Kerbs, hat beim Einlenken eine Tendenz zum Untersteuern, die dann in Übersteuern geht. Sprich: Die Balance an der Hinterachse stimmt nicht." Nur auf Strecken mit vielen Highspeed-Kurven geht es wirklich leicht von der Hand, nur dort ist man verlässlich siegfähig: "Aber das Arbeitsfenster ist eben extrem klein."

Red Bull-Fahrer Max Verstappen in der Startaufstellung
Für Max Verstappen ist es harte Arbeit, Ergebnisse in diesem Red Bull zu produzieren, Foto: Getty Images / Red Bull Content Pool

McLaren hingegen kämpft selbst an schlechten Wochenenden noch um Podien. So sieht sich die Konkurrenz in die Enge gedrängt. 43 Punkte liegt Max Verstappen aktuell bereits hinter dem WM-Führenden Oscar Piastri zurück und wirkt momentan bloß wie ein Außenseiter. Ein gefährlicher zwar, aber doch nur ein Außenseiter. Der Konstrukteurs-Titel scheint jetzt schon fast außer Reichweite. McLaren hat 374 Punkte, Red Bull nur 162.

Red Bull ist nicht das einzige Team, das für den Double Header von Spielberg und Silverstone Updates plant. Auch Ferrari befindet sich in einer ähnlichen Lage und wird neue Teile bringen. Dort ist die Lage nach dem Beginn der medialen Kritik an Teamchef Fred Vasseur aber auf eine andere Art und Weise angespannt als bei Red Bull.