Das Elland Road Stadium ist fast 130 Jahre alt, aber so etwas gab es dort noch nie: In der historischen Fußball-Arena in West Yorkshire rannten drei Fußballspieler des Leeds United FC mit einen Formel-1-Boliden um die Wette. Willy Gnonto, Largie Ramazani und Isaac Schmidt traten gegen Red-Bull-Junior Arvid Lindblad im RB7 an, mit dem Sebastian Vettel 2011 die Weltmeisterschaft gewann. Die Rennstrecke ging von einem Strafraum zum anderen und wieder zurück.

Der RB7 im Elland Road Stadium
Das Elland Road Stadium ist der Austragungsort des Wettrennens, Foto: Leo Francis / Red Bull Content Pool

Initiiert wurde die Aktion vom Fußballclub selbst. Die Spieler besuchten beim Großen Preis von Großbritannien 2024 die Red-Bull-Garage und verfolgten das Rennen in der RB-Hospitality. Während Max Verstappen und Sergio Perez mit teils über 300 km/h auf dem Silverstone Circuit herumrasten, kam den Fußballern eine Idee: Vielleicht könnten sie ein Formel-1-Auto in einem Wettrennen schlagen - natürlich mit ein paar zusätzlichen Hindernissen für den Red Bull.

Hindernis Nummer Eins war der Boden: Pirelli-Reifen sind für den feinen Asphalt auf Rennstrecken gemacht, nicht für den Rasen in einem britischen Fußballstadion. Erst recht nicht für einen stehenden Start dort. Die 180-Grad-Wende, um vom zweiten Strafraum wieder zurück zur Ziellinie zu kommen, machte es für den RB7 noch schwieriger.

Arvid Lindblad mit den Spielern des Leeds United FC
Der RB7 startete auf den Heavy-Wet-Reifen, Foto: Leo Francis / Red Bull Content Pool

Mensch gegen Maschine: Wer ist schneller?

Vor dem Startschuss war Lindblad ein bisschen nervös, gab der 17-jährige Formel-2-Pilot im Nachhinein zu: "Ich bin noch nie auf Gras gefahren. Ich hatte keine Ahnung, wie das Auto reagieren würde. Es gibt nicht viel Grip auf dem Rasen. Ich wusste nicht, ob ich Vollgas geben und richtig einlenken kann." Es war tatsächlich nicht leicht, den RB7 vom Fleck zu bekommen. Bis die Heavy-Wet-Reifen genügend Grip gefunden hatten, waren die drei Profi-Fußballer schon auf Höhe der Mittellinie.

Doch dann zog das Gewinnerauto von 2011 richtig an und holte Gnonto, Ramazani und Schmidt beim gegenüberliegenden Strafraum wieder ein. Lindblad ging bei der Kehrtwende etwas weit, aber auf dem Weg zurück zum Ziel hatten die Fußballer keine Chance gegen den rund 750 PS starken V8-Motor. Knapp zwei Sekunden nach dem dunkelblauen Boliden liefen die Profis von Leeds United über die Linie.

Largie Ramazani - ein großer Formel-1-Fan - war begeistert von der Erfahrung: "Ich würde das am liebsten jeden Tag machen! Wir haben uns gut geschlagen, aber das Auto war einfach schneller," schwärmte der Leeds-United-Spieler und fügte hinzu, dass es noch besser gewesen wäre, selbst im Auto zu sitzen. Dan James, einer der beteiligten Fußballer, konnte aufgrund einer Verletzung nicht mitmachen, doch Ramazani ist sich sicher, dass er den RB7 schlagen könnte. Eine Revanche steht also noch aus.

Alle Fotos vom verrückten Wettlauf könnt ihr in der Galerie anschauen:

Fakten zum RB7

Saison2011
DesignerAdrian Newey
FahrerSebastian Vettel, Mark Webber
Pole-Positionen18
Podien27
Siege12
Punkte650
MotorRS27-2011 (Renault)
Motorleistung750 PS
Zylinder8
Kapazität2.400 ccm Hubraum
Maximale Drehzahl18.000 Umdrehungen pro Minute

Arvid Lindblad fährt nicht nur mit Fußballspielern um die Wette, sondern er wird auch als ein möglicher Ersatz für Formel-1-Weltmeister Max Verstappen gehandelt, sollte dieser eine Rennsperre bekommen. Details zu allen Kandidaten gibt es im Artikel: