Der Safety-Car-Restart sechs Runden vor dem Ende des Spanien-GPs der Formel 1 machte besonders Max Verstappen wütend. Los ging es, noch bevor überhaupt das Rennen wieder eröffnet wurde. Und nur wenige Meter nach der grünen Flagge kollidierte Verstappen schon mit Charles Leclerc. Der erste von zwei Zwischenfällen hat für die beiden Fahrer jedoch keine Folgen, spät nach dem Rennen kommt der Freispruch.
Verstappen hatte sich im Rennen noch lautstark am Funk aufgeregt: "Charles hat mich am Ende der Geraden berührt!" Die Szene hatte schon in der letzten Kurve begonnen. Hin zum Restart hatte Verstappen einen massiven Reifennachteil. Als einziger hatte er vor dem Neustart auf die harten Reifen gewechselt. Leclerc wiederum hatte Soft.
Jetzt war er auf Verstappens dritten Platz aus: "Sobald ich sah, dass Max auf dem Hard war, wusste ich, dass das für die letzten Runden nicht gut für ihn war. Da werden keine Reifen gespart, also sah ich die Chance, voll zu attackieren und ein Podium zu holen."
Verstappen & Leclerc spielen gefährliches Spiel auf Barcelona-Geraden
Verstappen wusste genauso, dass er mit dem harten Reifen im Hintertreffen war. Er versuchte möglichst schnell aus der letzten Kurve herauszukommen, verschätzte sich dabei und hatte einen massiven Quersteher. "Dann war ich praktisch schon neben ihm", beschreibt es Leclerc. Hin zur ersten Bremszone spielten die beiden daraufhin ein gefährliches Spiel.
"Er versuchte, mich auf die dreckige Seite der Strecke zu drängen", zeigt Leclerc auf Verstappen. Eine gängige und legale Taktik. "Dann bekam ich Oberwasser, weil ich wegen seines Fehlers schneller war. Und dann versuchte ich, den Windschatten der McLaren zu nehmen und bin ein bisschen nach links." Im Bestreben, den dritten Platz ganz abzusichern, driftete Leclerc ganz leicht nach links auf der Jagd des Windschattens des vor ihm liegenden Lando Norris.
"Er schien wohl überhaupt nicht ausweichen zu wollen", zuckt Leclerc mit den Schultern. Die Berührung war die Folge. Verstappen zeigte sich seinerseits überrascht: "Das Manöver war fast vorbei, und plötzlich zog er nach links. Das hätte ein heftiger Abflug werden können."
Leclerc vs. Verstappen: Entspannung nach dem Rennen
Deshalb luden die Stewards auch beide Fahrer nach dem Rennen noch zu einer Anhörung. Beide Fahrer trafen dort aber recht entspannt ein, heißt es von den Stewards: "Beide Fahrer waren der Ansicht, dass es eine vermeidbare Kollision war. Potenziell hätte es ein schwerer Unfall sein können, aber kein Fahrer war vollends schuld daran." Beide wurden ohne weitere Strafen entlassen.
"Wäre es andersrum gewesen, hätte ich mich wohl auch lautstark aufgeregt", zeigt Leclerc Verständnis für Verstappen. Der Ferrari-Pilot wurde schlussendlich sowieso Dritter. Bei Verstappen trat das Manöver eine Negativ-Lawine los. In der ersten Kurve geriet er mit George Russell aneinander, das hatte einige Runden später eine weitere Kollision zur Folge. Jetzt ist Verstappen gefährlich nah an einer Sperre dran. Seine Meinung dazu gibt es hier:



diese Formel 1 Nachricht