Sauber will in Barcelona den Sprung nach vorne schaffen. Beim Formel-1-Rennen in Spanien soll ein großes Unterboden-Upgrade die Flaute von sieben punktelosen Rennen in Folge beenden. Der erste Schritt ist mit dem Qualifying getan: Gabriel Bortoleto und Nico Hülkenberg qualifizierten sich auf den Plätzen zwölf und sechzehn. Anders als der brasilianische Rookie schied Hülkenberg bereits im ersten Qualifyingsegment aus.

"Im letzten Sektor hatte ich leider Untersteuern. Da habe ich zwei Zehntelsekunden weggeworfen, was sehr ärgerlich ist und natürlich den Unterschied im engen Q1 ausmacht", erklärte Hülkenberg. Der Deutsche fuhr zu schnell in Kurve 10 hinein und musste einen deutlich weiteren Bogen fahren. In Kurve 12 verfehlte er erneut den Scheitelpunkt und hatte sehr mit der Traktion zu kämpfen.

Dem 37-Jährigen fehlten schließlich 0,051 Sekunden zum rettenden Ufer der ersten Qualifying-Session. Aus Sicht Hülkenbergs sehr ärgerlich: "Ich habe mich nah dran an den Top-10 gefühlt. Wahrscheinlich war es ein realistisches Gefühl." Die neuen Teile am C45 machen sich laut Hülkenberg auf Anhieb bemerkbar. "Von Runde 1 an merkst du, dass das Auto in einem besseren Fenster ist. Es ist positiver und konsequenter."

Von der verbesserten Fahrweise konnte lediglich Teamkollege Bortoleto profitieren. Der Brasilianer verschaffte sich mit Startposition 12 seine bisher beste Ausgangsposition in seiner noch jungen Formel-1-Karriere. Am Freitag musste der 20-Jährige noch die alte Spezifikation fahren. Ab dem dritten Freien Training kam er dann in den Genuss der Updates. "Ich habe mich schnell daran gewöhnt und eine gute Performance gezeigt", fasste Bortoleto zusammen.

F1-Rookie Gabriel Bortoleto hatte Angst vor dem Barcelona-Samstag

Sauber-Fahrer Gabriel Bortoleto im Paddock
Gabriel Bortoleto saß am Spanien-Samstag erstmals in einem groß überarbeiteten F1-Boliden, Foto: Sauber

Für Sauber sind die neuen Teile samt Unterboden das erste große Update in dieser Saison - für den noch unerfahrenen Bortoleto, der bisher erst acht Grands Prix vorweisen kann, ist es der erste Einsatz eines überholten Formel-1-Boliden.

"Es war überhaupt nicht einfach", offenbarte der Sauber-Junior. "Ich hatte sogar Angst, das Upgrade einzubauen. Ich dachte mir: 'Stell dir vor, das Auto ist mit dem neuen Paket absolut außerhalb des Fensters, wo ich es haben möchte.'" Zu seinem Glück war es das nicht. Bortoleto setzte sich sogar gegen Liam Lawson und Lance Stroll durch, deren Teamkollegen fast mühelos ins Q3 eingezogen sind.

Trotz seines besten Karriere-Resultats im Qualifying will der Rookie nicht zu viel Euphorie vor dem Rennen aufkommen lassen. "Punkte sind sehr schwierig. Es gibt bekanntlich vier Top-Teams. Da bleiben nur noch zwei Plätze für Punkte." Bortoleto jagt weiterhin seinem ersten WM-Zähler hinterher. Hilfreich für ihn: Yuki Tsunoda patzte im Qualifying und startet auf P20 weit hinter ihm.

Obwohl Nico Hülkenberg vier Positionen hinter seinem Teamkollegen starten muss, will der Deutsche den Spanien-GP noch nicht abschreiben. In Barcelona ist es wie üblich sehr warm, die Strecke fast 50 Grad Celsius heiß. Und auch der Reifenverschleiß stellt die Teams vor eine schwierige Aufgabe. Deshalb glaubt Hülkenberg fest: "Es gibt Raum für interessante Strategien."

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