Fernando Alonso startet mit seinem persönlich schlechtesten Ergebnis seit 2017 in die aktuelle Formel-1-Saison. Währenddessen gibt es fast wöchentlich neue Schlagzeilen, welche astronomischen Summen Lawrence Stroll bieten würde, um Max Verstappen ins Boot zu holen. Ist es für das Team an der Zeit, sich von Alonso zu trennen? Die Motorsport-Magazin.com-Redakteure Max Piehler und Edda Holweg diskutieren.
Fernando Alonso ist vom Pech verfolgt
Die Alonso-Rausschmeiß-Debatte ist lächerlich! Dass sie überhaupt aufkommt, liegt an der Tatsache, dass Fernando Alonso nach sechs Rennen 0 Punkte vorzuweisen hat, während Teamkollege Lance Stroll auf 14 WM-Zähler kommt. Doch was aus den blanken Zahlen nicht herauszulesen ist, ist das Pech des Spaniers in den Rennen. Denn bis auf seinen Unfall in Australien, als zu viel Kies auf der Strecke seinen zwischenzeitlichen zehnten Rang zunichtemachte, hat sich Alonso nichts vorzuwerfen.
In China zerstörte ein Bremsdefekt am AMR25 alle Punktehoffnungen, im Miami-Sprint beförderte ihn Liam Lawson in die Bande. In Japan, Bahrain und Saudi-Arabien war die Performance des Autos einfach nicht gut genug, um Punkte zu holen. Doch zumindest kam Alonso in allen drei Rennen vor Stroll ins Ziel. Der Spanier holt alles aus dem schwachen Aston-Martin-Paket heraus. Das beweist ein Blick auf die Qualifying-Statistik.
Von den bisherigen acht Qualifyings der sechs Rennen und zwei Sprints war Alonso siebenmal schneller als Stroll. Allein diese 7:1-Bilanz spricht Bände. Zudem profitiert die Silverstone-Mannschaft von der unerschöpflichen Fülle an Erfahrung des zweifachen Weltmeisters und 32-fachen Grand-Prix-Siegers. Nicht ohne Grund fährt Alonso bereits seine 22. F1-Saison.
Dass Aston Martin dieses Know-how nicht zu nutzen weiß und seit anderthalb Jahren im hinteren Mittelfeld fährt, ist nicht die Schuld von Alonso.
Aston Martin muss für die Zukunft planen

Fernando Alonso liegt auch nach dem sechsten Rennen der Saison bei 0 Punkten – als gerade einmal einer von vier Fahrern. Nach dem Miami-GP ließ der Spanier kein gutes Haar an seinem Aston-Martin-Team. Alonso ist bekannt dafür, nicht mit Kritik an der eigenen Mannschaft zu sparen – egal ob bei McLaren, bei Ferrari, bei Alpine oder eben jetzt bei Aston Martin.
Entsprechend stellt sich die Frage, ob Aston Martin mit einem anderen Fahrer nicht besser dran ist. Das Team aus Silverstone investierte sehr viel Geld in die neue Infrastruktur und holte sich Top-Leute wie Designguru Adrian Newey, um ab 2026 ganz vorne mitzukämpfen. An Nachwuchstalenten fehlt es Aston Martin nicht – und auch mit großen Namen wie Max Verstappen wird der Rennstall immer wieder in Verbindung gebracht.
Ja, Fernando Alonso ist zweifacher F1-Weltmeister und Le-Mans-Gewinner. Doch er ist auch 43 Jahre alt. Und auch wenn die Qualifying-Statistik 7:1 für Alonso steht, so war die Lücke zu Lance Stroll in den letzten beiden Jahren deutlich größer. Zwei schlechte Qualifyings in Bahrain und Japan lassen Stroll zudem schlechter aussehen als er ist. In den vier anderen Qualifyings trennten ihn und Alonso jeweils weniger als ein Zehntel.
Zugegebenermaßen ist der AMR25 kein Siegerauto, doch ein erfahrener Pilot wie Alonso sollte sich zumindest in die Position bringen können, um in sechs Rennen ein paar Zähler einzuheimsen. Hinzu kommen seine zunehmenden Fahrfehler wie sein Abflug ins Kiesbett in Australien und sein selbst verschuldeter Dreher am Sonntag in Miami. Irgendwann muss sich Alonso der Tatsache stellen, dass auch seine Formel-1-Karriere ein Ende hat.
Nicht nur Fernando Alonsos Bilanz bei Aston Martin sorgt dieses Jahr für Schlagzeilen. Alpine erschüttert die Formel-1-Welt mit Teamchef-Rücktritt und Fahrertausch. Hier alle Details von Christian im Video:

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