McLaren wird seiner Favoritenrolle im 3. Freien Training zum Saudi-Arabien GP mehr als gerecht. Das Papaya-Duo Lando Norris und Oscar Piastri fuhr der Konkurrenz im Abschlusstraining meilenweit davon und geht heute als klarer Favorit ins Qualifying auf dem Jeddah Corniche Circuit. Verstärkt wurde die Dominanz wohl durch die hohen Temperaturen: Das 3. Freie Training fand noch bei Tageslicht statt, die Qualifikation wird unter Flutlicht ausgetragen.
1:27,489 Minuten benötigte Lando Norris für den 6,174 Kilometer langen Highspeed-Tempel am Roten Meer. Teamkollege Oscar Piastri gewann den ersten Schlagabtausch, musste sich dann aber in der zweiten Runde mit gebrauchten Reifen knapp geschlagen geben. Max Verstappen ist nach dem guten Trainingsfreitag wieder weit zurück.
Das Ergebnis: Wie üblich trainierten alle Piloten auf den Soft-Reifen für das Qualifying. 24 Tausendstel war WM-Leader Norris darauf schneller als Verfolger Piastri. George Russell erwies sich einmal mehr als erster McLaren-Jäger. Dem Mercedes-Piloten fehlten aber bereits mehr als sechs Zehntelsekunden. Dahinter sortierte sich Weltmeister Max Verstappen mit 0,845 Sekunden Rückstand auf Rang vier ein.
Charles Leclerc kam im Ferrari wenige Tausendstel hinter Verstappen auf Rang fünf. Erneut stark zeigte sich das Williams-Duo Alexander Albon und Carlos Sainz auf den Rängen sechs und sieben. Pierre Gasly, Yuki Tsunoda und Kimi Antonelli komplettierten die Top-10. Lewis Hamilton bekam keine saubere Runde zusammen und wurde Zwölfter. Nico Hülkenberg kam nach einem starken Freitag nur auf Platz 17.
Die Zwischenfälle: Jack Doohan droht nach dem Training noch Ärger. Der Alpine-Pilot überfuhr gleich zweimal die weiße Linie, die Strecke und Boxengasseneinfahrt voneinander trennt. Die Fahrer versuchen an dieser Stelle, den Weg zur Ziellinie so kurz wie möglich zu halten. FIA-Rennleiter Rui Marques jedoch hat das Überqueren selbst mit einem Teil des Reifens untersagt. Liam Lawson erhielt am Freitag für das gleiche Vergehen zunächst eine Warnung und für ein erneutes Vergehen eine Verwarnung.
Die Technik: Gabriel Bortoleto nahm den Samstag mit einem neuen Chassis in Angriff. Das 2. Freie Training hatte der Sauber-Pilot verpasst, weil ein Benzinleck an seinem Boliden entdeckt wurde. Die Mechaniker lokalisierten den Tank als Problemstelle und mussten das Auto deshalb auf einem neuen Monocoque aufbauen - der Tank kann an der Rennstrecke nicht ohne weiteres ausgebaut werden.
Ordentlich zu tun hatten auch die Kollegen von Red Bull. Nach dem Unfall von Yuki Tsunoda am Freitagabend schafften sie es nicht pünktlich zum Start des 3. Trainings, das Auto mit der Startnummer 22 fahrbereit zu machen. Tsunoda konnte erst mit 20 Minuten Verspätung ins Geschehen eingreifen - allerdings hielt sich der Fahrbetrieb bis dahin ohnehin in Grenzen.
Das Wetter: Das 3. Freie Training war die letzte Session der Formel 1 an diesem Rennwochenende, die noch bei Tageslicht stattfand. Nach exorbitant hohen Temperaturen während des Porsches Cups zuvor von bis zu 65 Grad Celsius auf dem Asphalt, hatte es sich immerhin ein wenig abgekühlt. 29,2 Grad Luft- und gut 45 Grad Streckentemperatur wurden während der entscheidenden Zeitenjagd gemessen. Für das Qualifying heute um 20:00 Uhr Ortszeit (19:00 Uhr MESZ) und das Rennen morgen werden etwas tiefere Temperaturen erwartet.



diese Formel 1 Nachricht