Viele Motorsportfans machten sich nach den ersten Rennen der Formel 1 im Frühjahr 2024 auf den gleichen Ablauf wie in der Saison zuvor gefasst: Max Verstappen als Dominator im überlegenen Red Bull - Siege eines anderen Teams waren nicht zu erwarten. Doch gleich drei Teams belehrten die Motorsportwelt im Laufe der Saison eines Besseren.
Die Konkurrenz von Red Bull kam mit großen Schritten heran. In Australien gewann Carlos Sainz für Ferrari noch aufgrund eines Defekts bei Verstappen. Beim Rennen in Miami hingegen verdrängte Lando Norris im McLaren den Niederländer in souveräner Manier mit über sieben Sekunden Vorsprung vom obersten Podesttreppchen.
Die Boliden von McLaren, Ferrari und Mercedes kamen dem Red Bull immer näher und überflügelten Verstappen immer öfter - Ferrari in Monza und Mercedes in Las Vegas. Zusätzlich schwächelte Verstappens Teamkollege Sergio Perez, sodass sich der nun vierfache F1-Weltmeister zumeist allein behaupten musste.
An der Spitze des Formel-1-Feldes wurde es richtig eng. "Die zweite Saisonhälfte hat gezeigt, dass acht Fahrer innerhalb einer Zehntelsekunde des jeweils anderen waren", sagte Ferrari-Fahrer Carlos Sainz nach dem drittletzten Rennen in Las Vegas und schlussfolgerte: "Wir alle könnten [Max] Woche für Woche schlagen." In der zweiten Hälfte der Saison habe der Weltmeister allerdings keine Fehler gemacht und seine Qualität unter Beweis gestellt.
Umgang mit Druck macht den Unterschied

Abgesehen von seinem technisch bedingten Ausfall in Australien holte Verstappen erst beim achten Rennwochenende der Saison in Monaco nicht mehr die meisten Punkte aller Fahrer. Er musste sich mit P6 begnügen. Auf dem Stadtkurs, wo Überholmanöver äußerst selten sind, war sein Red Bull nicht mehr stark genug, um einen Unterschied zu machen.
"Sobald du nicht mehr zwei, drei Zehntelsekunden Vorsprung hast, kommt Druck auf und da ist jeder menschlich", erklärte Carlos Sainz die Folgen bei nahezu identischem Niveau. Die Fahrer würden beginnen, sich über das Auto zu beschweren - wie Verstappen über den RB20, der seiner Meinung nach in Abu Dhabi überhaupt nicht einlenkte. "Alles dreht sich um den Umgang mit Druck und nicht darum, ein Minimum schneller zu sein", so Sainz.
Lewis Hamilton kann sich vorstellen, Max Verstappen 2025 den Fahrer-Titel streitig zu machen: "Es kommt darauf an, ob [Red Bull] wieder einen Vorsprung von 1,5 Sekunden im ersten Rennen haben wird wie in diesem Jahr." Ohne einen starken Teamkollegen neben Verstappen ist zumindest der Konstrukteurstitel für das Team aus Milton Keynes bei der jetzigen Konkurrenz nur noch ein hypothetisches Ziel. Zuletzt sammelte Red Bull beim Spanien GP 2024 die meisten WM-Punkte. An den folgenden 14 Rennwochenenden war immer eine andere Mannschaft stärker.
Mercedes-Fahrer George Russell, Sechster in der Fahrerwertung, konnte immerhin zwei Siege einfahren, ein dritter wurde ihm in Spa-Francorchamps wegen der Unterschreitung des Mindestgewichts aberkannt. Auch Russell hält keinen Fahrer für unbesiegbar: "Du musst an dich glauben. Und wir glauben an uns."
Lewis Hamilton wird Max Verstappen in der nächsten Saison mit der Scuderia Ferrari besiegen wollen. Wie sein nun ehemaliger Mercedes-Teamchef Toto Wolff das letzte Jahr mit Hamilton einordnet, erfahrt ihr im folgenden Artikel:



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