Es ist das vierte Jahr von Yuki Tsunoda in der Formel 1. Alle vier Jahre verbrachte der 24-jährige Japaner durchgängig bei den Racing Bulls, der B-Mannschaft von Red Bull. Das Interesse des Teams an einer Beförderung ins Spitzenteam neben Max Verstappen hielt sich nicht nur im Hinblick auf 2025 in Grenzen. Aber immerhin: Erstmals scheint Tsunoda jetzt einen Test zu erhalten.

"Ich denke, Dinge werden passieren", kündigt Tsunoda am Donnerstag vor dem Mexiko-GP an. "Vielleicht. Die Sache mit Red Bull ist die - du weißt nie, solange der Tag nicht auch tatsächlich gekommen ist." Doch es scheint schon recht nahe. "Das ist etwas, das habe ich direkt von ihnen gehört."

Bedanken dürfte sich Tsunoda hierfür wohl bei seinen Gönnern bei Honda. Die Noch-Motorenpartner von Red Bull taten in den letzten Wochen sogar medial kund, dass sie es wertschätzen würden, wenn Tsunoda endlich einen Test bekäme.

Honda-Hilfe für Tsunoda: Warum dauert es so lange?

Die Fürsprache kam auch intern zum Tragen. "Honda hat mir auf jeden Fall geholfen", bestätigt Tsunoda. "Ich bin ihnen sehr dankbar dafür. Natürlich habe ich selbst schon seit dem ersten Rennen Druck gemacht. Sogar schon im letzten Jahr."

Dass es so lange gedauert hat, bis ihm Red Bull eine Chance zugesteht, sieht Tsunoda von zwei Seiten. Einerseits weiß er, dass er 2024 noch einen Schritt nach vorne machen musste: "Es gab Raum für Verbesserungen. Wo ich noch nicht auf dem Level war, das sie erwartet haben. Besonders bei Funksprüchen." Dass er seinen Ruf als emotionaler Funk-Heißläufer noch immer nicht los war, das hatte er schon vor langem (inklusive gelobter Besserung) festgehalten.

Andererseits hebt Tsunoda auch hervor: "Ich bin es gewohnt, wie schwierig es ist, auch nur einen einzigen Test-Tag zu bekommen. Für jemanden, der fast alle seine Teamkollegen geschlagen hat ... Es gibt wahrscheinlich Dinge im Hintergrund, die ich nicht alle weiß."

Wann sitzt Yuki Tsunoda in einem Red Bull?

Doch jetzt scheint die Stunde für den Test tatsächlich fast gekommen. Noch ist allerdings nicht klar, in welcher Form der stattfinden würde. Red Bull könnte ihn im abschließenden Abu-Dhabi-Reifentest für einen Tag in das aktuelle Auto setzen. Alternativ wäre auch eine unbeschränkte private Ausfahrt in einem zwei Jahre alten RB18 möglich.

Tsunoda wäre es jedenfalls wichtig, dass Red Bull auch einmal aus erster Hand sieht, wie er arbeitet, anstatt bloß Daten und Infos von den Racing Bulls zu erhalten: "Es ist eine gute Chance. Wenigstens kann ich endlich den Ingenieuren ein bisschen zeigen, wie ich fahre. Ich denke, das ist wichtig. Und zumindest fühlt es sich gut an. Endlich geben sie mir eine Chance."

Tsunoda gut genug? Danner: Perez für Red Bull ein Riesenproblem (05:11 Min.)

Und natürlich ermöglicht so ein Test einen deutlich direkteren Vergleich mit anderen Fahrern, die bereits einen Red Bull fuhren. Vor allem mit Sergio Perez und Liam Lawson, welche beide letztendlich 2025 im zweiten Auto neben Max Verstappen sitzen könnten. Tsunodas Name fällt fast nie. Die Hoffnung aufgegeben hat er trotzdem nicht.