Franco Colapinto reitet in der Formel 1 derzeit auf einer Erfolgswelle. Der Williams-Pilot, der erst vor dem Italien-GP im September zu seinem Cockpit kam, überzeugte bei seinen bisherigen vier Auftritten, sammelte zweimal Punkte und kann sich nebenbei auch über eine breite Fanbasis aus seiner Heimat freuen, die er praktisch im Handumdrehen aufbauen konnte.

Doch nicht nur in seinem Heimatland jubelt man dem Argentinier zu, sondern auch über die Landesgrenzen hinaus, ist Colapinto überzeugt. "Es ist etwas sehr Besonderes und etwas Einzigartiges, das ich erlebe, dass alle Latinos zusammenkommen", freut sich der einzige Südamerikaner im Fahrerfeld über Unterstützung.

Franco Colapinto feiert Formel-1-Unterstützung: Auch Brasilien und Mexiko stehen hinter mir

"In anderen Sportarten gibt es viele Konflikte zwischen Brasilianern, Mexikanern oder Argentiniern. Aber in der Formel 1 sieht es so aus, als seien alle vereinigt und es gibt keinen Kampf", ist er überzeugt. "Alle haben ein gemeinsames Ziel zusammen und das besteht darin, mich zu unterstützen. Das ist schön anzusehen. Das ist ein Schritt vorwärts, den wir in unserer Gesellschaft machen."

Wie viele mexikanische Fans Colapinto tatsächlich hat, daran lässt sich zweifeln. Denn die F1-Anhänger aus dem nordamerikanischen Land haben in Sergio Perez schon seit Jahren ihren Helden gefunden und unterstützen diesen so euphorisch, wie Colapintos Landsleute den ersten F1-Fahrer aus dem krisengeschüttelten Argentinien seit Gaston Mazzacane 2001.

Auch wenn er nicht die Hauptattraktion des Wochenendes ist, ist für Colapinto der Mexiko-GP dennoch ein spezielles Rennen, da er dort nicht nur erstmals ein Formel-1-Rennen in einem lateinamerikanischen Land bestreitet, sondern überhaupt seit seinen Kart-Tagen 2016 an einem Rennen in diesem Teil der Welt teilnimmt.

Franco Colapinto: Bester argentinischer F1-Fahrer seit Reutemann

Zu diesem Anlass passt auch, dass Colapintos Formel-1-Einstieg in Mexiko City ein Denkmal in Form einer Spezial-Lackierung gesetzt wird. Denn das argentinisch-urugayianische Unternehmen Mercado Libre, das drei Tage nach Colapinto als Sponsor zu Williams kam, erhält eine spezielle Bemalung des FW46, die optisch etwas an die Williams-Lackierung der späten 80er- und frühen 90er-Jahre angelehnt ist.

Colapinto bringt außerdem ein Helmdesign zum Einsatz, das seinen Landsmann Carlos Reutemann ehren soll. Der 2021 verstorbene Reutemann wurde 1981 mit Williams Vize-Weltmeister in der Königsklasse und ist nicht nur der letzte Grand-Prix-Sieger aus dem 46-Millionen-Einwohner-Land, sondern auch der letzte argentinische Fahrer seit Colapinto, der Formel-1-Punkte sammeln konnte.