Mercedes ging mit einer etwas unkonventionellen Strategie an das finale SQ3 heran. Während die meisten Formel-1-Top-Teams bis zum Anbruch der letzten Minuten warteten, um den Circuit of The Americas im bestmöglichen Zustand befahren zu können, begaben sich beide Silberpfeile gleich zu Beginn der Session auf die Strecke. George Russell setzte mit einer Rundenzeit von 1:32:845 die erste Zeit überhaupt im letzten Segment. Die große Überraschung: Bis auf Max Verstappen konnte keiner der anderen Fahrer Russells Zeit unterbieten. Der Niederländer war am Ende nur 0,012 Sekunden schneller.

"Das Sprint-Qualifying war eine knifflige Angelegenheit, aber im SQ3 habe ich meine Runde zusammenbekommen. Vor allem der letzte Sektor war stark, und das hat uns den zweiten Platz eingebracht", kommentierte Russell seinen zweiten Platz für den Sprint. "Es ist schon eine Weile her, dass wir uns für die erste Startreihe qualifiziert haben, daher können wir mit unseren Fortschritten zufrieden sein."

Für den USA-GP war Mercedes eines von insgesamt acht Teams, das mit Updates angereist ist. Das Zwischenfazit des Mercedes-Piloten fällt nach den Freitagssessions positiv aus: "Das Update-Paket, das wir hierher mitgebracht haben, scheint gut zu funktionieren, obwohl es uns ein wenig überrascht hat, wie konkurrenzfähig wir heute waren." Diesen Eindruck teilt Andrew Shovlin, Trackside Engineering Director bei Mercedes, auch: "Es sieht so aus, als wären uns die Fortschritte gelungen, die wir uns erhofft hatten." Wer in Austin noch neue Teile mitgebracht hat, kannst du hier nachlesen.

Auf der anderen Seite der Mercedes-Garage dürfte die Stimmung nicht ganz so gut sein wie bei Russell. Sein Teamkollege Lewis Hamilton wird den Sprint von Rang sieben aus aufnehmen. "Lewis war heute sehr schnell, und er hatte Pech, dass er von einer gelben Flagge überrascht wurde", gab Russell zu verstehen. "Wir hätten beide vorne dabei sein sollen, aber es ist toll, dass wir als Team heute wieder an der Spitze mit dabei waren."

Die angesprochene Gelbphase wurde von Franco Colapinto ausgelöst. Bei seiner ersten fliegenden Runde verlor der Argentinier das Heck seines Williams FW46 beim Anbremsen auf Kurve 12. Da im SQ3 nur ein weicher Reifen verwendet werden darf, waren Verbesserungen sowohl für Hamilton als auch Colapinto nach diesem Zwischenfall eher unwahrscheinlich.

Was die weiteren Aussichten für das Rennwochenende angeht, betonte Russell: "Es ist klar, dass einige Teams sehr eng beieinander liegen, darunter Red Bull, Ferrari und McLaren. Hoffentlich können wir diese Form für den Rest des Wochenendes beibehalten und ganz vorne mitkämpfen."

Genau wie George Russell wird auch Charles Leclerc des Öfteren als zukünftiger Weltmeister bezeichnet. Hat der Monegasse wirklich das Zeug zu einem F1-Champion? Was Christian Danner zu dieser Frage zu sagen hat, erfahrt ihr in diesem Ausschnitt unserer #AskAvD Sonderausgabe des AvD Motorsport-Magazins. Gleich reinschauen:

Hat Charles Leclerc das Zeug zum F1-Weltmeister? (03:27 Min.)