Keine Mercedes-Pole gibt es beim Sprint der Formel 1 in Austin. Und das obwohl beide Silberpfeile eigentlich auf Startplatz 1 hätten landen können. George Russell fehlten nur wenige Hundertstelsekunden. Doch noch bitterer lief es für Lewis Hamilton. Denn P7 im Qualifying am Freitag täuscht darüber hinweg, dass er eigentlich drauf und dran war, Startplatz 1 für sich zu verbuchen.
Hamilton erwischte im finalen Sprint-Qualifying-Segment am Ende der langen Gerade eine gelbe Flagge. Direkt vor ihm hatte sich Williams-Pilot Franco Colapinto gedreht. Bis dahin hatte der Rekord-Weltmeister 0,32 Sekunden Vorsprung auf den späteren Polesetter Max Verstappen herausgefahren. "Ich hatte einfach sehr viel Pech mit der gelben Flagge. Ich war vier Zehntelsekunden vorne", haderte Hamilton am Freitagabend mit dem Ergebnis.
Pole-Traum endet in Kurve 12: So verlor Lewis Hamilton Startplatz 1
Nur um einen weiteren Vergleich heranzuziehen: Hamiltons Teamkollege George Russell hatte bis dahin 0,03 Sekunden Rückstand auf Verstappen und holte im restlichen Verlauf der Runde sogar minimal auf. Der Vorteil von Hamilton auf der ersten Hälfte der Runde kann also mitnichten nur auf seinen Boliden zurückgeführt werden.
Die Analyse von Kurve 12 zeigt, wie Hamilton aus dem Pole-Kampf fiel. Er musste vor der Kurve vom Gas gehen, ließ sich anschließend weiter in die Kurve rollen, wo er schließlich einem Verbremser zum Opfer fiel. Die Pole war damit dahin, aber dass es nur P7 wurde, dafür ist er wohl auch selbst verantwortlich. Denn in den letzten Kurven büßte er ohne Fremdeinwirkung drei weitere Zehntel ein. Ohne diesen zusätzlichen Zeitverlust wäre er wohl irgendwo im Bereich rund um Leclerc, Norris und Sainz gelandet.
Trost für Hamilton: Mercedes-Upgrades funktionieren
Der fünffache Austin-Sieger versuchte dem Sprint-Qualifying trotz des bitteren Ausgangs etwas Gutes abzugewinnen. "Das Team hat einen guten Schritt mit dem Auto hingelegt. Die Upgrades funktionieren eindeutig", freute er sich. Mercedes hatte sich in den letzten zwei Monaten in einem erfolglosen Unterboden-Update, das man in Spa ans Auto brachte, verrannt. Beim USA-GP kommt erstmals eine neue Ausführung des Unterbodens zum Einsatz, von der man sich viel erwartet. Offenbar zurecht.
Im Training zeigte sich das allerdings noch nicht. Dort hatten beide Mercedes-Piloten stark mit der Balance zu kämpfen, Hamilton drehte sich im ersten Sektor sogar spektakulär raus. Doch die Setup-Anpassungen zwischen FP1 und dem Sprint-Qualifying trugen Früchte. "Als ich in das Auto stieg, war das eine Veränderung wie Tag und Nacht", stellte Hamilton fest. Offen ist nur noch die Frage, wie der Mercedes im Longrun performt. Von Startplatz 7 aus hat Hamilton eine gute Fahrzeug-Performance im Renntrimm bitter nötig.



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