Nico Hülkenberg reitet derzeit mit Haas auf einer Erfolgswelle. Relativ gesehen natürlich. Das US-Team performt in der Formel 1 besser als es die kühnsten Prognosen vor der Saison vorhergesagt hätten und auch persönlich ist der Deutsche die klare Nummer 1 im Team. Für Haas kamen dazu noch weitere gute Neuigkeiten: Wie wenige Tage vor dem USA-GP bekannt wurde, wird der F1-Zwerg in Zukunft mit Automobil-Gigant Toyota zusammenarbeiten.

Für Hülkenberg kommt diese Kooperation zu spät, denn er wird nächstes Jahr zum zukünftigen Audi-Team Sauber wechseln. Bereits im April unterzeichnete der Emmericher seinen Vertrag mit der noch immer punktelosen Schweizer Mannschaft. War der Wechsel ein Fehler? "Nein", ist Hülkenberg vor dem Austin-Wochenende überzeugt. "Die Entscheidung würde nicht anders aussehen", stellt er klar.

Sauber-Misere nur Momentaufnahme? Hülkenberg optimistisch

Dass Haas sich derzeit im Mittelfeld befindet und mit einer soliden Struktur und Zukunftsvision ausgestattet zu sein scheint, während es bei Audi-Sauber im Hintergrund nach wie vor rumort und die Erfolgsaussichten des Projekts regelmäßig angezweifelt werden, stört Hülkenberg nicht. Nicht zuletzt äußerte auch Motorsport-Magazin-Experte Christian Danner Zweifel an dem Projekt:

Alles Momentaufnahmen, glaubt Hülkenberg. "Wenn man sich ansieht, wo wir [Haas, d.Red] am Ende des letzten Jahres standen und wo wir in diesem Jahr stehen, dann sieht man, wie schnell es sich drehen kann und wie schnell sich die Dinge in der Formel 1 verändern können", erklärt der Deutsche. Die F1-Saison 2023 beendete Haas, derzeit Siebter in der Konstrukteurs-WM 2024, noch hinter Sauber auf dem letzten Platz. Damals holte das US-amerikanische Team in den abschließenden 13 Grands Prix des Jahres nur einen einzigen WM-Punkt.

"Ich habe es bei Haas aus erster Hand gesehen und erfahren, wie schnell sich Verbesserungen einstellen können. Es gibt keinen Grund, warum mein nächstes Team nicht dasselbe tun könnte", baut er auf Sauber.

Hülkenberg traurig über Haas-Abschied? Ja, aber nicht wegen Performance

Wehmut wird der Abschied von Haas nach zwei Jahren für den US-Rennstall dennoch auslösen, da ist er sich sicher - nicht allerdings aufgrund mangelnder Performance. "Ich bin traurig, aber nicht deshalb, sondern weil ich das Team mag. Ich habe zwei Jahre hier verbracht, und zwar zwei sehr glückliche Jahre, die sehr positiv verliefen", sagte er.

Hülkenbergs Formel-1-Karriere als Stammfahrer schien nach 2020 bereits vorbei zu sein. Haas gab ihm eine zweite Chance, die er mit beiden Händen ergriff und die ihm erst die Audi-Chance einbrachte. "Ich habe vor einiger Zeit die bewusste Entscheidung getroffen, dass ich eine andere Möglichkeit verfolge und diese ist sehr aufregend. Es ist eine große Herausforderung", verteidigt er seinen Sauber-Wechsel.

Kommt Audi wirklich? Danner: Das wird wahrscheinlich nichts! (37:10 Min.)