Lewis Hamilton ritt in den Sommermonaten der Formel 1 auf einer Erfolgswelle. Seit dem Kanada-GP Anfang Juni landete der WM-Sechste bei sämtlichen Grands Prix unter den ersten vier. Darunter auch sein märchenhafter Sieg beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone und zwei weitere Podien. Doch Spa könnte den ersten Rückschlag seit langem für den Briten bereithalten.
Denn nach den Freitags-Trainings auf der legendären Ardennen-Achterbahn zog der Rekord-Weltmeister eine trübe Miene und gelangte zu einem ernüchternden Fazit: "Es war ein ziemlich schlechter Tag. Ich weiß nicht, was ich sonst sagen kann." Der Frust bei Hamilton ist verständlich, denn in beiden Trainings lag er weit zurück. Im aussagekräftigeren FP2 sogar 1,2 Sekunden.
Heckflügel-Experimente nicht schuld: Hamilton und Russell klagen nach F1-Training
Dabei habe der Mercedes bereits Fortschritte zwischen den beiden Freitags-Trainings gemacht. Nur eben nicht ausreichend, um zur Konkurrenz aufzuschließen. "Es begann großartig, aber dann wechselten wir auf den Soft-Reifen und ich konnte mich nicht verbessern und wir hatten währenddessen einige Balance-Probleme", beschrieb Hamilton den Verlauf der zweiten Trainings-Einheit.
"In den letzten Rennen hatten wir ein gutes Gefühl im Auto und heute hat es sich komplett anders angefühlt", rätselte er. Mercedes experimentierte im Formel-1-Training mit zwei verschiedenen Flügel-Konfigurationen. Hamilton bekam auf der Highspeed-Strecke mehr Downforce aufgepackt, George Russell fuhr die flachere Heckflügel-Version.

Doch das erklärt die Probleme nicht vollumfänglich, denn auch auf der anderen Seite der Garage war Russell ebenfalls nicht zufrieden mit der Trainings-Leistung. "McLaren und Red Bull sind im Moment einen Schritt vor uns, wir müssen weiter daran arbeiten", so der Österreich-Sieger.
Russell hofft auf eine Trendumkehr zu vielen Rennen in der laufenden Formel-1-Saison. Denn tendenziell war Mercedes 2024 häufig ein Team, das stark in das Wochenende startete, aber dann abbaute. "Wir können heute über Nacht sicher etwas mehr finden. Wir hatten oft sehr gute Freitage und die anderen haben dann aufgeholt. Wir hoffen, dass es an diesem Wochenende umgekehrt ist", so Russell.
Kann der Regen alles richten? Hamilton hofft auf schlechtes Wetter
Bei Hamilton regiert schon das Prinzip Hoffnung. Hoffnung auf das Wetter nämlich. Für den weiteren Verlauf des Wochenendes ist Regen prognostiziert, am Samstag deutet derzeit alles auf ein verregnetes FP3 und vor allem ein verregnetes Qualifying hin. "Wenn es regnet, dann eröffnet das einige Möglichkeiten und wir können einen besseren Job erledigen", vermutete der vierfache Spa-Sieger.
"Ich denke, das Auto sollte im Nassen besser funktionieren als es das unter trockenen Bedingungen tat", lautet seine Prognose. Dass dieser Faktor alleine für Mercedes das Ruder rumreißen könnte, erscheint dennoch unrealistisch. Denn im Qualifying soll es zwar regnen, für den Rennsonntag sind dann aber wieder trockene Bedingungen vorhergesagt und überholen ist auf dem Circuit de Spa-Francorchamps einfacher als auf so manch anderen Formel-1-Strecken.



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