Im Februar war die Bridgestone-Welt noch in Ordnung. Noch konnte niemand ahnen, dass den Japanern und ihrem Premium-Partner Ferrari die schwierigste Saison seit dem Beginn der Zusammenarbeit ins Haus stehen würde. Noch wusste niemand, dass die erfolgsverwöhnten Tifosi in diesem Jahr nur einen 'Sieg' und keinen einzigen WM-Titel bejubeln dürften.

Deshalb war es kein Wunder, dass Bridgestone-Technikchef Hisao Suganuma beim letzten großen Test vor Saisonbeginn in Barcelona uns mit voller Zuversicht ein positives Fazit der Wintertestfahrten beschrieb. "Wir glauben einen Durchbruch geschafft zu haben, der uns sowohl eine gute Zuverlässigkeit als auch eine gute Performance erlaubt", prophezeite der sympathische Japaner an jenem windigen Tag Mitte Februar.

Zurück an die Spitze

Das es letztendlich anders kam, wissen die Bridgestone-Verantwortlichen am allerbesten. "Sollte es so weiter gehen, dann wäre das schlecht für unsere Zukunft. Es würde großen Schaden verursachen", gestand Entwicklungschef Hirohide Hamashima in der Gazzetta dello Sport ein. "Aber Racing ist hart und man kann nicht immer gewinnen."

Demnach sieht Hamashima seine Bridgestone-Pneus trotz der 18:1 Siegstatistik zugunsten von Michelin den französischen Gummis "nicht unterlegen": "Wir besitzen alles um wieder an die Spitze zu gelangen." Die Hoffnungen von Ferrari und Bridgestone liegen dabei auf zwei Neuankömmlingen: "Mit Williams und Toyota wird sich alles verbessern. Michelin und wir werden 2006 mit einem weißen Papier beginnen. Wir müssen uns rehabilitieren."

Nicht alles perfekt, was rot glänzt

Die Gründe für den tiefen Fall der japanisch-italienischen Seilschaft, sind für Hamashima aber nicht nur in der verspäteten Entwicklung der Japaner zu suchen. "Ferrari hat ebenfalls zugegeben, dass ihr Paket nicht konkurrenzfähig genug war."

Entsprechend führt er neben dem üblichen Argument der geringeren Testdaten auch eine Aerodynamikschwäche des F2005 an. "Ich möchte Ferrari nicht die Schuld in die Schuhe schieben, aber im Vergleich zu 2004 war es mit dem F2005 sicherlich schwieriger die richtige Balance zu finden."

Dieses Problem brach dem Ferrari-Bridgestone-Paket 2005 das Genick. "Wenn man die richtige Richtung gefunden hat, dann ist es perfekt exklusiv mit nur einem Team zu arbeiten", gesteht Hamashima ein. "Dann kann man alle Ressourcen auf dieses Team konzentrieren. Aber wenn es Schwierigkeiten gibt, dann braucht man mehr Fingerzeige für die Entwicklung."