Nach dem Ende einer Formel 1 Saison sind zwei Dinge genauso sicher, wie der nächste Brief von Max Mosley: Unzählige Saisonrückblicke und ähnlich viele Ausblicke auf das nächste Jahr.

Besonders interessant wird es, wenn F1-Bigboss Bernie Ecclestone die zurückliegende Saison Revue passieren lässt. Sein Fazit fällt dabei zu "95 Prozent positiv" aus. Nur das Fiasko von Indianapolis hat dem weißhaarigen Zampano überhaupt nicht geschmeckt.

Alonso - Das Beste was der F1 passieren konnte

Mit dem neuen Weltmeister ist er hingegen überglücklich. "Fernando ist ein exzellenter Weltmeister", schwärmte er in der Sport Bild. "Etwas Besseres als Alonso als Weltmeister konnte uns gar nicht passieren. Von den jungen, aufstrebenden Fahrern ist er der, der am weitesten ist."

Der Mann aus Oviedo erinnert die graue Eminenz der F1-Welt "ein wenig an Alain Prost". Dieser wurde seinerzeit als "Professor" bezeichnet. "Fernando fährt wie Alain. Er denkt viel und macht genau das, was du zum Siegen machen musst."

Seinen Titelrivalen Kimi Räikkönen vergleicht Ecclestone hingegen mit dem Schweden Ronnie Peterson. Dieser holte wie der Ice Man zwei Vizeweltmeistertitel. "Er ist nicht ganz so unterhaltsam. Aber auf der Strecke ähnlich angriffslustig."

Den nuschelnden Schweiger aus Finnland als "nicht ganz unterhaltsam" zu bezeichnen, darf sich heutzutage aber wohl auch nur Mr. E erlauben. Alle anderen würden die Begriffe "unterhaltsam" und Räikkönen wohl nur unter äußerst dubiosen Umständen in einem Satz verwenden.

Ferrari-Comeback: Ja oder nein?

Ähnlich dubios war in diesem Jahr die Leistung des ehemaligen Serienweltmeisters Ferrari. Bernie Ecclestone glaubt jedoch ganz fest an ein Comeback der Roten aus Maranello. "Ferrari wird im nächsten Jahr definitiv wieder um die Spitze mitfahren, hundertprozentig. Denen gelingt das Comeback."

Aber nicht nur das: "Ich hoffe, dass Michael noch lange weiterfährt", verleiht Ecclestone seiner Hoffnung Ausdruck. "Ferrari wird ihm im nächsten Jahr wieder ein siegfähiges Auto hinstellen. Damit wird Michael so lange um Siege fahren, wie er will."

Mehr als nur leise Zweifel hegt an dieser Theorie der ehemalige F1-Pilot Hans-Joachim Stuck. "Mein Fazit der Ferrari-Horror-Show 2005 lässt sich auf einen Satz reduzieren: Kriech-Auto und Schlabber-Reifen. Nein, Freunde, mit diesem Material kann selbst der beste Schumi keinen Blumentopf gewinnen", kritisierte Strietzel in der Bild.

"Für die nächste Saison gibt‘s nur eines für Ferrari: Ruckzuck einen superschnellen Neuwagen bauen und dann testen bis der Arzt kommt. Durch das neue Reglement – speziell die neuen 8-Zylinder-Motoren – werden die Karten neu gemischt", sieht Stuck im neuen Reglement einen klitzekleinen Hoffnungsschimmer für die Scuderia. "Wenn ich allerdings ehrlich bin, traue ich Ferrari das Titel-Comeback nicht sofort zu." Aber, aber: Wer will denn dem großen Bernie widersprechen?