Die Teamduelle nach dem Miami GP: Nach jedem Formel-1-Rennen liefert Motorsport-Magazin.com 2022 wieder den Statistik-Vergleich zwischen allen Teamkollegen. Wer gibt im Qualifying den Ton an, wer ist im Rennen stärker? Alle Teamduelle aufgeschlüsselt.
Für die Berechnung des durchschnittlichen Rückstandes im Qualifying wird das letzte gemeinsame Segment herangezogen.

Red Bull:
Max Verstappen konnte im Qualifying trotz viel verpasster Trainingszeit immerhin den dritten Platz holen, auch wenn er auf dem letzten Run einen Fehler einbaute. Das Rennen fuhr er dann fehlerlos, holte sich erst Führung, dann Sieg. Sergio Perez erlebte ein etwas zähes Qualifying und wurde im Rennen von einem kleinen Defekt ausgebremst, was ihn daran hinderte, noch in den Kampf um die Podiumsplätze einzugreifen.

Max Verstappen gegen Sergio Perez in Miami -
Max Verstappen gegen Sergio Perez in Miami -Foto: LAT Images/Motorsport-Magazin.com

Ferrari:
Charles Leclerc fuhr keine hundertprozentig saubere Qualifying-Runde, aber es war dennoch eine gewohnt gute. Mangels Topspeed konnte er Max Verstappen im Rennen nicht halten. Carlos Sainz brauchte nach dem nächsten Crash im Training ein bisschen Zeit, um sich das Vertrauen ins Auto zu erarbeiten. Letztendlich war er im Qualifying und im Rennen wieder der langsamere Ferrari, beendete aber zumindest mit Sicherheit seine Negativ-Serie.

Carlos Sainz gegen Charles Leclerc in Miami -
Carlos Sainz gegen Charles Leclerc in Miami -Foto: LAT Images/Motorsport-Magazin.com

Mercedes:
Bei einem Auf und Ab mit Setup-Chaos und Upgrade-Tests war Lewis Hamilton final der bessere Fahrer. Als das Auto am Samstag aus dem Setup-Fenster fiel, nutzte er seine ganze Erfahrung, um es auf den sechsten Platz zu bringen, und er wäre im Rennen auch locker vor George Russell geblieben, hätte dieser nicht erneut mit dem Safety Car Glück gehabt - ohne ihm aber absprechen zu wollen, dass er im Rennen nach einem durchwachsenen Qualifying deutlich besser aussah.

Lewis Hamilton gegen George Russell in Miami -
Lewis Hamilton gegen George Russell in Miami -Foto: LAT Images/Motorsport-Magazin.com

Alfa Romeo:
Valtteri Bottas crashte am Freitag im Training und brauchte im Qualifying ein bisschen Zeit, um in den Rhythmus zu kommen. Als er den gefunden hatte, ging es ab. Fast hätte er den fünften Platz bis ins Ziel gebracht, hätte er sich nicht im Rennen unter Druck durch die Mercedes zu einem Fehler verleiten lassen. Guanyu Zhou war dank Bottas' Anlauf-Schwierigkeiten im Qualifying weiter weg als es die Pace vermuten ließ, aber auch keine Ewigkeit - in Q1 blieb er eher stecken, weil er im letzten Run in Verkehr geriet. Sein Rennen endete mit einem Defekt, bevor er viel zeigen hatte können.

Valtteri Bottas gegen Guanyu Zhou in Miami -
Valtteri Bottas gegen Guanyu Zhou in Miami -Foto: LAT Images/Motorsport-Magazin.com

Alpine:
Fernando Alonso ließ in Miami den Frust sprechen. Im Qualifying fühlte er sich von einem Ferrari am Q3-Einzug gehindert. Im Rennen touchierte er ein Auto, rammte ein zweites, hatte Pech beim Boxenstopp und kürzte dann auch noch absichtlich ab, um sich gegen Mick Schumacher zu verteidigen. 10 Strafsekunden und keine Punkte waren die Folge. Esteban Ocon crashte in FP3 hart, konnte am Qualifying nicht teilnehmen und spürte das auch im Rennen noch, kämpfte sich aber tapfer zurück in die Punkteränge.

Fernando Alonso gegen Esteban Ocon in Miami -
Fernando Alonso gegen Esteban Ocon in Miami -Foto: LAT Images/Motorsport-Magazin.com

Williams:
Alex Albon schwächelte im Qualifying und fuhr auch nicht das perfekte Rennen, und lamentierte später auch, dass eigentlich mehr Pace im Auto gewesen wäre, doch seine Pace war am Sonntag gut und als sich die Chancen spät auftaten, war er da, um abzustauben. Das kann man von Nicholas Latifi definitiv nicht sagen. Zwar schaffte er es im Qualifying erstmals, keine Ewigkeit hinter Albon zu liegen, doch im Rennen verlor er vor dem Safety Car über 30 Sekunden auf den Teamkollegen.

Alex Albon gegen Nicholas Latifi in Miami -
Alex Albon gegen Nicholas Latifi in Miami -Foto: LAT Images/Motorsport-Magazin.com

McLaren:
Lando Norris brachte einen hier deutlich schwächeren McLaren wieder ins Q3, geriet aber strategiebedingt in einen ungünstigen Mittelfeld-Zug und kollidierte dort später mit Pierre Gasly. Daniel Ricciardo wurde im Qualifying von einem Problem mit dem Startermotor irritiert, und hatte im Rennen keine Pace, fiel sofort zurück und kam nicht mehr nach vorne.

Lando Norris gegen Daniel Ricciardo in Miami -
Lando Norris gegen Daniel Ricciardo in Miami -Foto: LAT Images/Motorsport-Magazin.com

Aston Martin:
Sebastian Vettel vergab mit einem Fehler im Qualifying selbst die Q3-Chance, aber beide Aston Martins mussten nach Benzin-Problemen ohnehin aus der Box starten. Vettel schien im Rennen etwas schneller, steckte aber immer hinter Lance Stroll fest. Bis er in der Schlussphase nach dem Safety Car sich vorbeidrücken konnte, nur um dann kurz vor einem Punkte-Ergebnis von Mick Schumacher gerammt zu werden. Stroll geriet dahinter währenddessen mit dem zweiten Haas aneinander, konnte Kevin Magnussens rabiate Zweikampf-Taktik aber überstehen und dank Strafen noch einen Punkt abstauben.

Sebastian Vettel gegen Lance Stroll in Miami -
Sebastian Vettel gegen Lance Stroll in Miami -Foto: LAT Images/Motorsport-Magazin.com

AlphaTauri:
Pierre Gasly war stark unterwegs, bis er von einem überoptimistischen Fernando Alonso im Kampf um die hinteren Punkteränge abgeschossen wurde. Dann geriet er mit kaputtem Auto auch noch mit Lando Norris aneinander, als die beiden auf der Geraden den Platz falsch einschätzten. Yuki Tsunoda folgte im Qualifying noch in Gaslys Kielwasser, fiel aber im Rennen sofort zurück und schien mit dem Reifenmanagement bei den hohen Temperaturen überhaupt nicht zurecht zu kommen.

Pierre Gasly gegen Yuki Tsunoda in Miami -
Pierre Gasly gegen Yuki Tsunoda in Miami -Foto: LAT Images/Motorsport-Magazin.com

Haas:
Mick Schumacher konnte sich erneut im Qualifying durchsetzen, Kevin Magnussen fuhr Q1 allerdings mit einem einzigen Reifensatz durch und war strategisch im Nachteil, nach kommunikativen Missverständnissen mit dem Team. Die beiden fuhren im Rennen dann auf Augenhöhe, überholten sich zwei Mal, ehe Schumacher die Punkte mit einem Crash nach dem Safety Car vergab und Magnussen eine Risiko-Entscheidung, hier noch einmal Reifen zu wechseln, nicht umsetzen konnte und stattdessen auch noch Lance Stroll abräumte.

Mick Schumacher gegen Kevin Magnussen in Miami -
Mick Schumacher gegen Kevin Magnussen in Miami -Foto: LAT Images/Motorsport-Magazin.com