1. S wie Startaufstellung

Die Startaufstellung des Miami GP gibt ein scheinbar klares Bild der Kräfteverhältnisse ab. Zwei Ferraris starten aus der ersten Reihe vor zwei Bullen in Reihe zwei. Charles Leclerc konnte sich im Qualifying die schnellste Rundenzeit sichern und darf das Rennen damit von ganz vorne starten. Carlos Sainz konnte sich nach seinem Crash im zweiten Freien Training zurückkämpfen und wird das Rennen neben seinem Stallrivalen in Angriff nehmen. Dahinter lauern Max Verstappen und Sergio Pérez.

Valtteri Bottas konnte sich im Qualifying einen überraschenden fünften Platz sichern und sich damit sogar vor seinen ehemaligen Teamkollegen Lewis Hamilton schieben. Auch AlphaTauri konnte überzeugen und sowohl mit Pierre Gasly als auch Yuki Tsunoda in die Top-10 der Startaufstellung vorfahren.

Aus deutscher Sicht ist Sebastian Vettel mit seinem 13. Startplatz am nächsten an den Punkterängen dran. Mick Schumacher konnte mit Rang 15 im Qualifying Teamkollege Kevin Magnussen schlagen, der sich im Qualifying nur den 16. Startplatz sichern konnte.

2. S wie Start

Da die Formel 1 in dieser Saison zum ersten Mal auf dem Miami International Autodrome ein Rennen bestrietet, gibt es auf dem neuen Kurs natürlich noch keine Erfahrungswerte, was den Start angeht. Dennoch gibt es einige Faktoren, die beim Rennstart eine Rolle spielen werden.

Die Distanz von der Pole Position zur Bremszone der ersten Kurve ist mit 200 Metern nicht allzu lang. Dort wartet eine relativ scharfe Rechtskurve auf die 20 Formel-1-Piloten. Nebeneinander zu fahren ist dort in der ersten Runde zwar möglich, das Feld dürfte sich aufgrund der folgenden schnellen Kurven aber relativ bald sortieren. (Formel 1 live aus Miami: Das Rennen heute im Ticker)

3. S wie Strategie

In Sachen Strategie liegt der Fokus natürlich auf den Reifen. Pirelli geht dabei von einem Zweistopp-Rennen aus, aber auch ein Ein-Stopp-Rennen schließt der Reifenhersteller hierbei nicht aus. Beim Startreifen ist es seit dieser Saison bekanntermaßen nicht mehr verpflichtend, mit dem Reifen zu fahren, auf dem ein Fahrer die schnellste Runde im Q2 gedreht hat und sich damit auch für das Q3 qualifiziert hat.

Es gilt also freie Reifenwahl. Pirelli sieht als flexibelste Option für den Start allerdings die Mediums. Beeinflusst wird die Strategie und der Verlauf des Rennens aber natürlich noch von weiteren Faktoren.

Pirelli sieht die gelb-markierten Mediums für den Start als flexibelste Option -
Pirelli sieht die gelb-markierten Mediums für den Start als flexibelste Option -Foto: LAT Images

4. S wie Sonne oder Regen

Beim Wetter könnte es beim Rennen in den USA spannend werden. Waren die Sessions am Freitag und der Samstag noch von Sonne geprägt, könnten beim Grand Prix durchaus Regentropfen vom Himmel fallen. Bereits nach dem Qualifying gewitterte es beispielsweise in Miami.

Zwar soll auch am Sonntag immer wieder die Sonne scheinen, aber vor allem zum Zeitpunkt des Rennstarts gibt es eine Chance auf Regen, die über das gesamte Rennen aufrecht bleiben soll. Sollte es regnen, könnte in Sachen Strategie also einiges passieren, zumal der Einsatz von Regenreifen bedeuten würde, dass Piloten das Rennen nicht mehr sowohl mit härteren als auch weicheren Reifen bestritten haben müssen.

5. S wie Safety Car

Ein großes Thema war bereits das gesamte Wochenende der Grip auf dem Miami International Autodrome. Der neue Asphalt, der künstlich gealtert wurde, ist neben der Ideallinie nämlich sehr rutschig. Immer wieder führte es an diesem Wochenende in Kollisionen. Vor allem die langsamen Passagen rund um die Kurven 13 bis 16 könnten im Rennen aufgrund dessen in einigen Kollisionen resultieren, zumal dieser Abschnitt sehr eng ist und die Streckenmauern nah am Kurs liegen. Im Ausgang von Kurve 16 küssten daher bereits einige Piloten die Mauer.

Viele im Fahrerlager gehen daher davon aus, dass es heute im Rennen also die ein oder andere Safety-Car-Phase geben könnte. Etwas, dass durch Niederschlag in Form von Regen begünstigt werden könnte - Ein Einsatz von Berny Mayländer ist damit durchaus wahrscheinlich.

6. S wie Speed-Vergleich

Im Duell zwischen Ferrari und Red Bull hatten die Bullen im Qualifying noch das Nachsehen. Allerdings gibt es für Max Verstappen und Sergio Pérez einen Grund zur Hoffnung. Während Ferrari vor allem in den langsamen Passagen vorne zu sein scheint, sieht es auf den Geraden ganz anders aus.

Red Bull sieht bei den Topspeed-Werten nämlich deutlich schneller aus als Ferrari. Auf der langen Gegengerade erreichten Verstappen und Pérez einen Topspeed von ganzen 334 km/h, Ferrari dagegen nur 325 km/h. Red Bull hat gegenüber der Scuderia auf den Geraden damit einen klaren Vorteil. "Wenn wir dran bleiben mit unserem Topspeed, sollten wir sie überholen können", zeigte sich Red-Bull-Motorsportchef Dr. Helmut Marko nach dem Qualifying am Samstag optimistisch.

7. S wie Sieger

Die Frage nach dem möglichen Sieger des Rennens lässt sich aufgrund der genannten Schlüsselfaktoren nur schwer beantworten. Hinzu kommt, dass die Teams am Freitag, auch aufgrund vieler roter Flaggen, kaum Longruns absolvierten. Es gibt also nicht wirklich Daten zur Rennpace der einzelnen Fahrer.

Zumindest am Samstag im Qualifying sah das Duell zwischen Ferrari und Red Bull aber eng aus. Durchaus möglich, dass sich das auch im Rennen zeigt. Entscheidend wird aber sein, wer in den bestimmten Situationen wie Saftey-Car-Phasen oder wechselhaften Wetterbedingungen die richtigen Entscheidungen trifft. Ein spannendes Rennen ist damit angerichtet!