Nach seinem ersten Gewinn der Formel-1-Fahrerweltmeisterschaft soll Max Verstappen Verstappen nach wie vor derselbe sein, ist Red-Bull-Teamchef Christian Horner überzeugt. Dennoch habe der Red-Bull-Pilot nun wesentlich weniger Druck auf seinen Schultern, wie es auch einst bei Sebastian Vettel war.

Nach Rennen Nummer drei ist Verstappen aber bereits weit von WM-Titel Nummer zwei entfernt. Red-Bull-Motorsportchef Dr. Helmut Marko, der durchaus noch Verbesserungspotential bei seinem Schützling sieht, kündigt aber schon Updates für das bevorstehende Rennen in Imola an.

Christian Horner: Weniger Druck wie bei Sebastian Vettel

Max Verstappen hat in seiner bisherigen Laufbahn schon einige Entwicklungen gemacht. Wurde ihm zu Beginn seiner Formel-1-Karriere trotz guter Ergebnisse noch der Ruf als Rüpel nachgesagt, wirkt der Niederländer auch am Boxenfunk nun wesentlich entspannter, wie Red-Bull-Motorsportchef Dr. Helmut bereits in der vergangenen Saison immer wieder betonte.

Dabei ist der Niederländer auch für seine aggressive Fahrweise bekannt, die er auch im Titelkampf gegen Lewis Hamilton 2021 immer wieder an den Tag legte. War dies vor allem dem Druck geschuldet, den der 24-Jährige vor seinem ersten Titelgewinn mit sich trug?

Red-Bull-Teamchef Christian Horner glaubt, dass Verstappen auch 2022 an sich immer noch derselbe ist, der erste Titelgewinn dann doch aber etwas geändert hat. "Er ist sehr entspannt. Er fährt mit derselben Vitalität, die er immer hatte", so der Brite im Rahmen des Australien GP vergangene Woche. "Aber mit dem ersten WM-Titel in seinem Lebenslauf und der Nummer 1 auf dem Auto - in vielen Dingen nimmt es dir Druck. Die Erwartungen auf seinen ersten Titel sind natürlich hoch, aber jetzt hat er das schon erreicht."

Christian Horner stellt hierzu auch einen Vergleich mit dem Ex-Red-Bull-Pilot und viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel an. "Wir haben es auch bei Sebastian Vettel in vielen Bereichen gesehen, es nimmt dir viel Druck. Seine Entwicklung geht weiter und man darf nicht vergessen, dass er erst 24 Jahre alt ist."

Sebastian Vettel konnte in seinem ersten Jahr als amtierender Weltmeister aber noch einen draufsetzen und fuhr den anderen Fahrern über die gesamte Saison davon. Dies war aber auch einem beinahe konkurrenzlosen RB7 aus der Handschrift von Technik-Guru Adrian Newey geschuldet.

Dr. Helmut Marko über Verstappen: Braucht scheinbar noch einen zweiten WM-Titel

Max Verstappen hat es mit seinem RB18, der ebenfalls von Red-Bull-Technikchef Adrian Newey stammt, wesentlich schwieriger. Vor allem in Sachen Zuverlässigkeit konnte der Bolide mit zwei Ausfälle in drei Rennen nicht unbedingt glänzen. Auch in Sachen Pace hat Red Bull gegenüber dem WM-Führenden Team Ferrari zum Teil noch das Nachsehen.

Der RB18 -
Der RB18 -Foto: LAT Images

Verstappen selbst hat aus seinem neuen Renner bisher ebenfalls nicht immer das Maximum herausholen können. Im Qualifying des Australien GP in Melbourne erwischte der amtierende Weltmeister auf seiner letzten Runde den letzten Sektor nicht richtig. Die Pole Position ging schließlich an Ferrari-Konkurrent Charles Leclerc. "Er dachte, dass er mit dem ersten WM-Titel mehr Ruhe haben würde, aber scheinbar braucht er noch einen Titel, damit er ein Qualifying nicht mit so viel Druck angeht", kommentierte Dr. Helmut Marko unmittelbar nach dem Qualifying gegenüber Sky.

Verstappen sei dort zudem über das Limit hinausgegangen. Dr. Helmut Marko glaubt aber nicht, dass Verstappen es mit dem Kopf durch die Wand versucht habe. "Er will natürlich auf die Pole fahren", so der gebürtige Österreicher.

Damit es ab dem kommenden Rennen beim Emilia Romagna GP in Imola bei Red Bull aber auf allen Ebenen besser läuft, kündigt Marko aber bereits ein paar Updates an. Der RB18 ist bekanntermaßen noch zu schwer, wodurch Zeit auf der Strecke gelassen wird. Ein Update soll in dieser Hinsicht ab Imola auf die Sprünge helfen. "Das müsste uns auf Ferrari-Höhe bringen", so Helmut Marko zuversichtlich. Aber auch in Sachen Zuverlässigkeit möchte das Team Schritte nach vorne machen.